An diesem Tag

Michael Johnson (Leichtathlet)

US-amerikanischer Sprinter und mehrfacher Olympiasieger

Anúncio

Michael Duane Johnson (* 13. September 1967 in Dallas) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Leichtathlet mit vier Olympiasiegen und acht Weltmeistertiteln über die Strecken 200 und 400 Meter.

Zwischen 1993 und 1999 gelang Johnson über die 400 Meter eine bis heute einmalige Erfolgsserie, als er bei allen vier Weltmeisterschaften den Titel erringen konnte. Darüber hinaus gewann er auf dieser Strecke auch bei den Olympischen Spielen 1996 und 2000 jeweils die Goldmedaille.

Michael Johnson graduierte 1990 an der Baylor University in Texas, wo er Marketing studierte. Dort lernte er seinen Trainer Clyde Hart kennen, der ihn bis zu seinem Karriereende betreute. Während seines Studiums gewann Johnson mehrere Medaillen bei den NCAA-Meisterschaften. Im gleichen Jahr gelang ihm der Sprung an die Weltspitze, als er während der gesamten Saison über die 200 Meter ungeschlagen blieb. Dabei erzielte er am 16. Juni mit 19,90 s das erste Mal eine Zeit unter 20 Sekunden. Am Saisonende führte er schließlich mit 19,85 s die Jahresweltbestenliste an und belegte mit einer Zeit von 44,21 s über die doppelte Distanz Platz drei.

Bei den Weltmeisterschaften in Tokio ein Jahr später gewann Johnson über die 200 Meter die Goldmedaille. Mit 20,01 s distanzierte er dabei den Zweitplatzierten Frank Fredericks (Namibia) um mehr als drei Zehntelsekunden. Für die im darauffolgenden Jahr stattfindenden Olympischen Spiele in Barcelona galt Johnson als Anwärter auf die Goldmedaille.

Am 9. Juni 1992 musste Johnson in Rom gegen Frank Fredericks seit über zwei Jahren in einem 200-Meter-Rennen wieder eine Niederlage einstecken. Trotzdem galt der US-Amerikaner weiterhin als der Topfavorit auf den Olympiasieg, nicht zuletzt durch seinen überzeugenden Auftritt bei den nationalen Ausscheidungskämpfen knapp drei Wochen später. Doch unmittelbar vor den Olympischen Spielen erkrankte Johnson an einer Lebensmittelvergiftung, in deren Folge er stark an Gewicht verlor. Aufgrund der dadurch eingelegten Zwangspause trat Johnson in Barcelona nicht in Bestform an und verpasste den Endlauf über 200 Meter. Als Trost gewann er mit der 4-mal-400-Meter-Staffel zumindest eine olympische Goldmedaille. In der Besetzung Andrew Valmon, Quincy Watts, Johnson, Steve Lewis lief dabei das Quartett eine Zeit von 2:55,74 min, was einen neuen Weltrekord bedeutete.

1993 startete Johnson bei den Weltmeisterschaften in Stuttgart nur über die 400 Meter. Auch über diese Strecke galt er als Topfavorit, da er bei den US-Ausscheidungen mit 43,74 s eine Weltklassezeit lief. Schon ein Jahr zuvor sorgte Johnson über die Stadionrunde für Aufsehen, als er in London erstmals unter 44 Sekunden blieb. Damit war er weltweit erst der siebte Läufer, dem dieses gelang. In Stuttgart wurde Johnson seiner Favoritenrolle gerecht und gewann seine erste Goldmedaille über 400 Meter. Er verbesserte dabei erneut seine Bestzeit auf 43,65 s. Außerdem gewann er wie schon ein Jahr zuvor in Barcelona die Goldmedaille mit der 4-mal-400-Meter-Staffel. In einer im Vergleich zu Barcelona leicht veränderten Besetzung (Andrew Valmon, Quincy Watts, Harry Reynolds, Johnson) stellte das US-Team wiederum einen neuen, heute (Stand: 10. August 2024) noch geltenden Weltrekord von 2:54,29 min auf.

Bei den Weltmeisterschaften in Göteborg zwei Jahre später übertraf Michael Johnson seinen Triumph von Stuttgart sogar, als er neben seinen Siegen über die 400 Meter und in der 4-mal-400-Meter-Staffel auch noch Gold über die 200 Meter holte. Über 400 Meter näherte sich Johnson mit neuer persönlicher Bestleistung von 43,39 s dem „Jahrhundertweltrekord“ seines Landsmannes Harry „Butch“ Reynolds auf eine Zehntelsekunde an.

Das Jahr 1996 war das erfolgreichste in Johnsons Karriere. Bereits bei den US-Meisterschaften, die wie die kurze Zeit später stattfindenden Olympischen Spiele ebenfalls in Atlanta abgehalten wurden, lief Johnson über 400 Meter in 43,44 s seine bis dato zweitschnellste Zeit überhaupt. Drei Tage später stellte er seine überragende Verfassung auch über der halben Strecke unter Beweis und unterbot, bei Außentemperaturen um die 42 Grad Celsius, mit 19,66 s den 17 Jahre alten Weltrekord des Italieners Pietro Mennea um sechs Hundertstelsekunden.

Doch wie schon vier Jahre zuvor verlor Michael Johnson auch diesmal über 200 Meter gegen seinen Dauerrivalen Frank Fredericks, als beide Anfang Juli in Oslo das erste Mal in diesem Jahr aufeinandertrafen. Doch nur drei Tage später nahm Johnson in Stockholm erfolgreich Revanche.

Einen knappen Monat später gewann Johnson bei den Olympischen Spielen in Atlanta die Goldmedaillen über beide Strecken. Verfehlte er über 400 Meter seine persönliche Bestzeit knapp um eine Zehntelsekunde, steigerte er drei Tage später über 200 Meter seinen eigenen Weltrekord um mehr als drei Zehntelsekunden auf 19,32 s. Für diese beiden Leistungen wurde Johnson unter anderem mit der Sportler-des-Jahres-Auszeichnung von Associated Press geehrt.

Da Johnson bei seinem Weltrekordlauf über 200 Meter mit einer höheren Durchschnittsgeschwindigkeit lief als der damalige Olympiasieger über 100 Meter Donovan Bailey (CAN), kam die Frage auf, wer von beiden als „der schnellste Mann der Welt“ anzusehen sei. Aus diesem Grund wurde am 1. Juni 1997 in Rogers Centre in Toronto ein exklusives Rennen zwischen beiden über die selten gelaufene 150-Meter-Strecke ausgetragen (siehe unten). Donovan Bailey führte von Anfang an und gewann, während Michael Johnson nach gut der Hälfte der Strecke verletzt aufgeben musste. Im selben Jahr wurde Johnson von der französischen Sportzeitung L’Équipe zum Weltsportler des Jahres gewählt.

So sehr die Niederlage gegen Bailey auch schmerzte, das eigentliche Drama war die Verletzung, die sich schließlich als Oberschenkelzerrung herausstellte und einen Start bei den kommenden Weltmeisterschaften in Athen in Frage stellte. Johnson, der sich seit Atlanta vorrangig auf die 400 Meter konzentrierte, musste daraufhin tatsächlich auf die Ausscheidungskämpfe verzichten und durfte nur durch eine Wildcard durch den Weltverband an den Welttitelkämpfen teilnehmen. Anders als in den Jahren zuvor galt er diesmal nicht als der alleinige Favorit. Nicht zuletzt auch deshalb, da er Ende Juni in Paris ein Rennen mit indiskutablen 45,76 s nur auf Platz 5 abschloss und somit erstmals seit acht Jahren einen wichtigen Wettkampf über die 400 Meter nicht gewinnen konnte. Dennoch gewann Johnson in Athen seine dritte Goldmedaille über die Stadionrunde mit für seine Verhältnisse mäßigen 44,12 s. Dies blieb aber seine einzige Medaille, da er aufgrund seines Startverzichts bei den Trials für die Staffel nicht berücksichtigt wurde.

Ein Jahr später konnte Johnson bei den Goodwill Games im New Yorker Vorort Hempstead als Schlussläufer mit der US-Staffel wiederholt einen Weltrekord über die 4-mal 400 Meter markieren. Die dabei erzielte Zeit von 2:54,20 min war bis zum Jahr 2008 Weltrekord. Im Sommer 2008 wurde dieser Weltrekord jedoch aufgrund mehrerer Dopingfälle in der Weltrekordstaffel – außer Johnson wurden alle des Dopings überführt – aberkannt. Gültiger Weltrekord sind nun wiederum die 2:54,29 min von den Weltmeisterschaften 1993 in Stuttgart.

Bei den Weltmeisterschaften 1999 in Sevilla gewann Michael Johnson erneut den WM-Titel über 400 Meter. Mit dem Gewinn seiner mittlerweile achten Goldmedaille gelang ihm nach mehreren Anläufen zudem, den elf Jahre von seinem Landsmann Harry Reynolds gehaltenen Weltrekord in seinen Besitz zu bringen. Mit einer Zeit von 43,18 s blieb er dabei elf Hundertstelsekunden unter der alten Bestmarke.

Ein Jahr später gewann Johnson, wie schon bei den Weltmeisterschaften ein Jahr zuvor in Sevilla, bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney die Goldmedaille über 400 Meter. Ursprünglich gewann er auch Gold mit der Staffel, diese Medaille wurde ihm jedoch 2008 wegen der Dopingaffäre um Antonio Pettigrew aberkannt. Der Auftritt in Sydney war Johnsons letzte internationale Meisterschaften. Im darauffolgenden Jahr gab er seinen Rücktritt bekannt, ohne an den Weltmeisterschaften 2001 in Edmonton teilgenommen zu haben.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken