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Michael Jackson

US-amerikanischer Musiker (1958–2009)

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Michael Joseph Jackson (* 29. August 1958 in Gary, Indiana; † 25. Juni 2009 in Los Angeles, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Pop-, Soul-, R&B-, Funk-, Disco- und Rocksänger, Tänzer und Songwriter. Er arbeitete auch als Musik- und Filmproduzent sowie Musikmanager. Er gilt mit über 500 Millionen verkauften Tonträgern nach den Beatles als Künstler mit den zweitmeisten verkauften Tonträgern weltweit und erhielt aufgrund seines prägenden Erfolges den Beinamen „King of Pop“. Mit Tänzen wie dem Moonwalk und seinen Musikvideos prägte er auch die visuelle Popkultur nachhaltig.

Als achtes Kind der Jackson-Familie trat er bereits 1966 als Siebenjähriger mit den Jackson 5 auf. Der internationale Durchbruch gelang ihm 1982 mit dem Soloalbum Thriller, das zum bisher meistverkauften Album wurde. Zu seinen weiteren Erfolgen zählen Bad, Dangerous und HIStory. Ab den späten 1980ern geriet Jackson zunehmend wegen seines veränderten Aussehens, seines exzentrischen Verhaltens und wegen Missbrauchsvorwürfen in die Schlagzeilen. Er starb 2009 an einer Sedativa-Überdosis; der verantwortliche Arzt Conrad Murray wurde zu einer Haftstrafe verurteilt. Jacksons Tod löste weltweite Aufmerksamkeit aus – über eine Milliarde Menschen verfolgten die Trauerfeier in den Medien.

Michael Joseph Jackson kam 1958 als achtes von zehn Kindern in Gary (Indiana) im Mittleren Westen zur Welt. Sein Vater Joseph (1928–2018) war Kranführer, die Mutter Katherine (* 1930) Verkäuferin. Michaels Geschwister sind:

Brandon (*/† 1957; Zwillingsbruder von Marlon, starb wenige Stunden nach der Geburt)

Joh’Vonnie Jackson (* 1974; eine uneheliche Halbschwester väterlicherseits, die bei ihrer Mutter aufwuchs).

Joseph Jackson sorgte von frühester Kindheit an für die musikalische Förderung seiner Kinder. Er trieb sie immer wieder zu Höchstleistungen und der Teilnahme an verschiedenen Talentwettbewerben an. Michael Jackson beschrieb diese Beziehung später als hochproblematisch: Der Vater habe ihm mit dem Drill sowie seinen physischen und psychischen Übergriffen die Kindheit geraubt. 1964 gründete der Vater das Kindertrio The Jackson Brothers, aus dem 1966 die Band The Jackson Five hervorging. Die Band hatte große Erfolge und bestand aus den fünf Brüdern Jackie, Tito, Jermaine, Marlon und Michael Jackson als Hauptsänger. Von den Jackson-Geschwistern, die 1968 von Motown unter Vertrag genommen wurden, waren außer Michael noch Janet, La Toya und Jermaine als Solokünstler erfolgreich.

Nach Welterfolgen mit den Jackson Five startete Michael Jackson 1971 im Alter von 13 Jahren seine Solokarriere. Er blieb jedoch Mitglied der Jackson Five, mit denen er noch bis 1984 Alben veröffentlichte und auf Tournee ging.

Jacksons erste Single Got to Be There/Maria, erschienen im Herbst 1971, erreichte Platz 4 der amerikanischen und Platz 5 der britischen Charts. Sein Musikstil war damals noch klassischer R&B. Mit der zweiten Single, dem Remake von Bobby Days Rockin’ Robin, erreichte Jackson 1972 Platz 2 der US-Charts. Anfang 1972 folgte das erste Soloalbum Got to Be There, das Platz 3 der US-Charts erreichte.

Die Single Ben/You Can Cry on My Shoulder wurde Jacksons erster Nummer-eins-Hit als Solokünstler. 1973 wurde das Stück mit dem Golden Globe Award als bester Filmsong ausgezeichnet, 1973 erhielt es eine Oscar-Nominierung. Auch das zweite Soloalbum Ben (1972) war sehr erfolgreich. Das dritte Soloalbum Music & Me erschien 1973, das vierte, Forever, Michael, 1975. Beide verkauften sich eher mäßig.

Michael Jackson konzentrierte sich in der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre auf die Jackson Five, die 1976 von Motown Records zu Epic Records (heute Sony) gewechselt waren. 1977 trat Jackson in Glasgow anlässlich des 25-jährigen Kronjubiläums von Elisabeth II. auf, die er auch persönlich traf. Im selben Jahr übernahm Jackson eine Rolle im Film The Wiz – Das zauberhafte Land, einer Musical-Fassung des Zauberers von Oz, wo er neben Diana Ross und anderen ausschließlich afroamerikanischen Künstlern auftrat.

Bei den Dreharbeiten zu The Wiz lernte Jackson den Produzenten Quincy Jones kennen. Mit ihm produzierte er sein fünftes Soloalbum Off the Wall. Neben dem gewohnten R&B tauchten erstmals Lieder im Disco-Stil auf, wie die erste Single-Auskopplung Don’t Stop ’til You Get Enough. Jacksons Stimmlage war so hoch wie nie zuvor.

Off the Wall wurde 1979 mit den zwei Nummer-eins-Hits Don’t Stop ’til You Get Enough und Rock with You und zwei weiteren Top-Ten-Hits in den USA, She’s out of My Life und Off the Wall, ein großer Erfolg. Bis heute wurden von Off the Wall mehr als 20 Millionen Einheiten verkauft.

Im November 1982 erschien das ebenfalls von Quincy Jones produzierte Album Thriller, das jahrzehntelang als weltweit meistverkauftes Album galt. Schätzungen reichen von 65 Millionen bis zu 110 Millionen verkauften Exemplaren. Ab Frühjahr 1983 führte das Album monatelang nahezu alle Charts an. Jackson wurde mit diesem außergewöhnlichen Erfolg zum Welt- und Medienstar. Insgesamt wurden sieben Singles aus dem Album ausgekoppelt: The Girl Is Mine, Billie Jean, Beat It, Wanna Be Startin’ Somethin’, Human Nature, P.Y.T. (Pretty Young Thing) und Thriller. Alle Singles schafften es in die Top Ten der US-Charts, zwei davon auf Platz 1. Die Titel wurden von aufwendigen Videoproduktionen begleitet, darunter das über 13 Minuten lange Musikvideo zum Song Thriller, unter der Regie von John Landis, das auf Videokassette erfolgreich wurde. Mit dem Album entfernte sich Jackson deutlich vom Rhythm and Blues und wandte sich der Popmusik zu. Beeindruckt durch die erfolgreiche Promotion-Kampagne für Thriller engagierte Jackson den Epic-Records-Mitarbeiter Frank DiLeo als seinen Manager.

Jacksons Markenzeichen wurden ein weißer Glitzerhandschuh, der Griff in den Schritt, weiße Socken, sein schwarzer Hut und der sogenannte Moonwalk, ein Tanz, der auf den Pantomimen von Jean-Louis Barrault und Marcel Marceau basiert. Diesen Tanz präsentierte Michael Jackson erstmals am 25. März 1983 bei einer Performance von Billie Jean im Rahmen der Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen der Plattenfirma Motown Motown 25: Yesterday, Today, Forever.

Anfang 1984 erreichte Jackson eine Rekord-Nominierung von zwölf Grammy Awards und gewann davon acht für Thriller. Im Mai 1984 wurde er von Präsident Ronald Reagan im Weißen Haus empfangen. Von Juli bis Dezember 1984 unternahm Jackson nochmals eine Tour mit seinen Brüdern, die Victory Tour durch die USA. Im selben Jahr wurde er mit einem Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood ausgezeichnet. 1985 war USA for Africa Jacksons einziges musikalisches Projekt. Das Lied We Are the World wurde mit Unterstützung von Lionel Richie binnen zwei Stunden geschrieben und mit vielen anderen Stars aufgenommen, unter anderem Diana Ross, Stevie Wonder und Bruce Springsteen. Die Single dazu verkaufte sich weltweit über 20 Millionen Mal, womit sie zu den meistverkauften Singles der Geschichte zählt. Im selben Jahr erwarb Jackson für 47,5 Millionen US-Dollar die Rechte aller Songs der Beatles, was zum jähen Ende der Freundschaft zwischen Jackson und Ex-Beatle Paul McCartney führte.

Im Juli 1985 begann Jacksons Zusammenarbeit mit dem Disney-Konzern. Unter der Regie von Francis Ford Coppola entstand der etwa 17 Minuten lange 3D-Film Captain EO, der 1986 nur in Disney-Parks aufgeführt wurde. Zum ersten Mal waren hier die Songs Another Part of Me und We Are Here to Change the World zu hören.

Im August 1987 erschien das Album Bad. Sofort nach seiner Veröffentlichung avancierte es zum Bestseller und erreichte in 25 Ländern die Spitze der Charts. Das Video zum Titelsong Bad dauert in seiner Originallänge etwa 18 Minuten, in einer Nebenrolle taucht der junge Wesley Snipes auf, Regie führte Martin Scorsese. Für Furore sorgte auch der Clip zu Smooth Criminal, in dem Jackson seine „Anti-Gravity Illusion“ zeigte, eine Tanzpose, die er durch einen patentierten technischen Trick umsetzen konnte. Aus dem Album Bad wurden bis Mitte des Jahres 1989 neun Singles ausgekoppelt, von denen fünf zu amerikanischen Nummer-eins-Hits wurden: I Just Can’t Stop Loving You, Bad, The Way You Make Me Feel, Man in the Mirror und Dirty Diana. Mittlerweile sind über 35 Millionen Einheiten des Albums verkauft worden.

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