An diesem Tag

Michael Fisch

Deutscher Literatur- und Textwissenschaftler und Schriftsteller

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Michael Fisch (* 13. Juli 1964 in Gerolstein, Eifel) ist ein deutscher Literaturwissenschaftler und Schriftsteller.

Michael Fisch absolvierte nach dem Abitur 1984 eine dreijährige Ausbildung zum Sortimentsbuchhändler. Seit 1988 studierte er Germanistik und Philosophie an der Bergischen Universität Wuppertal und der Freien Universität Berlin, an der er 1994 seinen Magisterabschluss machte. Nach Tätigkeiten in Verlagen arbeitete er bei den Berliner Festspielen. 1999 wurde Fisch an der Freien Universität Berlin über die Bedeutung des Reisens für Leben und Werk von Hubert Fichte promoviert. 2000 war er Projektleiter in der Literaturwerkstatt Berlin und kuratierte unter anderem beim ersten internationalen Poesiefestival die Abschlussveranstaltung „Weltklang – Nacht der Poesie“ in Berlin. Von 2001 bis 2004 lebte er in Hamburg und arbeitete dort für den Europa Verlag. Außerdem hatte er an der Universität Hamburg zwei Lehraufträge (2003 über Hubert Fichte und 2004 über Gerhard Rühm). 2004 kehrte er nach Berlin zurück und arbeitete bis 2007 erneut in einem Buchverlag. Hier entstanden unter seiner Herausgeberschaft die Werkausgaben von Michael Roes, Gerhard Rühm und Robert Wolfgang Schnell. An der Freien Universität Berlin hatte er überdies zwei Lehraufträge (2006 über Gerhard Rühm und 2007 über die Wiener Gruppe).

Von Oktober 2008 bis Juni 2011 war er DAAD-Lektor an der Universität von Manouba in Tunis. Dort hielt er 2009 unter anderem Vorlesungen über „Literatur von 1818 bis 1848“ und „Lyrik von 1945 bis 1965“ und hatte seit 2010 Seminare unter anderem über Georg Büchner, Peter Handke, Franz Kafka, Heinrich von Kleist, Gotthold Ephraim Lessing und Friedrich Nietzsche. 2008 erschien seine Foucault-Bibliographie, 2011 seine Biographie über Michel Foucault. Von Oktober 2011 hatte er einen Lehr- und Forschungsaufenthalt am Institut für Semitistik und Arabistik an der Freien Universität Berlin. Hier forschte er zum Thema „Qur'ān als Text“, das er mit einem ersten Vortrag im August 2011 beim ganaa-workshop in Leipzig vorstellte. Zeitgleich verfasst er ein Verzeichnis über die deutschsprachigen Ausgaben des Qur'ān und deren Textgeschichte. 2011 erschien seine Bibliographie zu Leben und Werk von Jacques Derrida und eine Sammlung von Aufsätzen zum Werk von Jacques Derrida 2018. Seit 2007 schreibt Michael Fisch an einem mehrbändigen Erzähl-Zyklus mit dem Titel Eine Neue Welt. Das auf sieben Bände angelegte Roman-Projekt behandelt Fragen (pluraler) Identität und (transkultureller) Reisebewegung. Die sieben Romane sind in den fünfzehn Jahren zwischen 2009 und 2024 erschienen, womit der Zyklus als abgeschlossen gilt.

Seit September 2012 hatte er eine als DAAD-Lektorat geförderte Gastprofessur an der Helwan-Universität inne. In akademischen Seminaren in Kairo behandelte er unter anderem Themen wie „Interkulturalität versus Transkulturalität“, „Texttheorie und Textverständnis“, außerdem die Philosophie von Immanuel Kant und Georg Wilhelm Friedrich Hegel. Seminare über deutschsprachige Literatur im 18. Jahrhundert bis zur Literatur der Gegenwart folgten. Neben seinem Qur'ān-Verzeichnis verfasste er Texte über Ibn al-Dschauzī (Abû Al-Faradj Ibn al-Djauzi) und Averroes (Ibn Ruschd). In einer Kooperation mit Nachwuchs-Wissenschaftlern aus der arabischen Welt arbeitet er seit 2013 an einem transkulturellen Tafsîr, also an einer Qur'ān-Übersetzung und Qur'ān-Interpretation aus einer nicht-europäischen Perspektive, deren Realisation und Fertigstellung innerhalb eines Clusters auf zwanzig Jahre angelegt ist. Ein Quellenverzeichnis zur internationalen Qur'ān-Wissenschaft erschien 2018.

Seit September 2013 arbeitete er überdies als Hochschuldozent an der Abteilung für Germanistik der Universität Kairo. Seit 2016 war er Gutachter der ägyptischen Hochschulkommission zur Besetzung von Professuren, zudem Mitherausgeber von Band 22 (2016) und Band 23 (2018) des ägyptischen Germanistik-Periodikums Kairoer Germanistische Studien (KGS). Ein für ihn bedeutender Forschungsschwerpunkt liegt in der Literatur aus Österreich nach 1945. Zu diesem Thema hat er unter anderem Aufsätze über die Autoren Ingeborg Bachmann, Marianne Fritz, Elfriede Gerstl, Friederike Mayröcker, Gerhard Roth und Gerhard Rühm verfasst.

Von Oktober 2018 bis Juni 2024 bekleidete Michael Fisch die Position eines Gastprofessors auf dem „Walter Benjamin-Lehrstuhl für deutsch-jüdische Literatur- und Kulturwissenschaft“ im Rahmen einer DAAD-Langzeitdozentur an der Hebrew University in Jerusalem. Hier hielt er unter anderem Vorlesungen zu den Themen „Cultural Turns“, „Hermeneneutics“, „Orient and Canon“, „Qur'ân-Translation“. Außerdem hatte er Seminare zu Theodor W. Adorno, Hannah Arendt, Walter Benjamin und Kurse zu Ingeborg Bachmann, Paul Celan, Georg Büchner. Von Oktober 2024 bis Juni 2025 hatte er einen Lehr- und Forschungsaufenthalt am Berliner Institut für islamische Theologie (BIT) an der Humboldt-Universität zu Berlin haben. Hier erarbeitete er eine Edition zum Werk von Rudi Paret.

1990–2015: Arbeitsgemeinschaft für Germanistische Edition

1993–2023: Martin-Heidegger-Gesellschaft

2006–2016: Marcel Proust Gesellschaft

2010–2015: German-African Network of Alumni and Alumnae – ganaa

2011–2021: Gesellschaft für Interkulturelle Germanistik – GIG

2015–2021: Internationale Vereinigung für Germanistik – IVG

2019–2024: Deutsche Morgenländische Gesellschaft

seit 2022: Österreichischer PEN-Club (PEN Austria)

Gerhard Rühm – Ein Leben im Werk 1954–2004. Aisthesis, Bielefeld 2005, ISBN 3-89528-489-0.

Hubert Fichte – Explosion der Forschung. Bibliographie zu Leben und Werk von Hubert Fichte (= Bibliographien zur deutschen Literaturgeschichte. Band 16). Unter Berücksichtigung des Werkes von Leonore Mau. Aisthesis, Bielefeld 2006, ISBN 3-89528-545-5 (den Zeitraum 1955–2005 umfassend).

Michel Foucault. Bibliographie der deutschsprachigen Veröffentlichungen in chronologischer Folge – geordnet nach den französischen Erstpublikationen – von 1954 bis 1988. Aisthesis, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-89528-677-3.

„Ich“ und „Jetzt“. Theoretische Grundlagen zum Verständnis des Werkes von Gerhard Rühm und praktische Bedingungen zur Ausgabe seiner „Gesammelten Werke“. Transcript, Bielefeld 2010, ISBN 978-3-8376-1501-2.

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