Michael Apitz (* 4. Juli 1965 in Eltville am Rhein) ist ein deutscher Maler und Comiczeichner. Bekannt wurde er durch die Wein‑Comicfigur „Karl, der Spätlesereiter“, die ab 1988 erschien und überregionale Aufmerksamkeit erhielt. Apitz entwickelte sich als Landschaftsmaler weiter und seine Werke waren in zahlreichen Ausstellungen zu sehen.
Auf dem Gymnasium zeichnete er seine ersten Karikaturen von Mitschülern und vor allen Dingen von Lehrern. Parallel entwickelte er erste Comicfiguren sowie Geschichten und veröffentlichte Zeichnungen zunächst in der Schülerzeitung Miraculum, später in der Jugendzeitschrift Wühlmaus, mit immerhin einer Auflage von 5.000 Exemplaren.
Nach der Bundeswehrzeit erfand er gemeinsam mit Patrick Kunkel und dessen Vater Eberhard die Figur „Karl, der Spätlesereiter“ (1988), die ein solcher Erfolg wurde, dass er sich fast gänzlich dem Comic-Zeichnen widmete. Er studierte Grafik‑Design an der Fachhochschule Wiesbaden und schloss sein Studium im Jahr 2000 mit einem Diplom zum Thema Landschaftsmalerei ab. Aufgrund seines Erfolges im Comicbereich erhielt er regelmäßige Lehraufträge an der Hochschule Rhein‑Main in Wiesbaden.
Apitz lebt und arbeitet in Hausen vor der Höhe im Rheingau-Taunus-Kreis.
Zwischen 1988 und 2004 erschienen zwölf Bände der Comicserie Karl, der Spätlesereiter, die sich humoristisch mit Weinbau und Rheingauer Kultur auseinandersetzt. Die Geschichten enthalten zahlreiche Karikaturen prominenter Persönlichkeiten. Von der Reihe wurden fast eine Million Alben verkauft, und sie erhielt ziemlich schnell den Beinamen „Der deutsche Asterix“.
Weitere Comic‑Arbeiten umfassen u. a. die Motorradserie Chris & Marty sowie die Semicomic‑Reihe Rheingauner, bei der zu Gedichten von Eberhard Kunkel jeweils eine Zeichnung von Apitz zu sehen ist. Zudem fertigte Apitz Auftragsarbeiten als Karikaturist für Zeitschriften, Firmen und Privatpersonen.
Eine dieser Arbeiten waren die Comic-Geschichten im Auftrag der ESWE Versorgungs AG: Michael Apitz erweckte 2011 die Comicfiguren Elektro Susi und Wasser Eddi, die beiden Stadtwerker aus Wiesbaden, zum Leben. 2022 erschienen deren Abenteuer in Buchform.
Von 2007 bis 2012 zeichnete Apitz die Comicserie Im Adler‑Olymp, die zu jedem Heimspiel von Eintracht Frankfurt im Stadionmagazin erschien. Die einseitigen Folgen entstanden gemeinsam mit dem Medienbeauftragten Michael Feick und karikierten aktuelle und ehemalige Eintracht‑Spieler sowie weitere Fußballpersönlichkeiten. 2012 kontaktierte die Frankfurter Rundschau Michael Apitz und seitdem zeichnet er weiter und erkennbar karikierend das fußballerische Tagesthema aus Sicht eines Eintracht‑Fans. Die Folgen werden im Web veröffentlicht und oft im Stadionheft gedruckt. Ab der Saison 2026/27 enthält jedes Stadionheft zusätzlich den Comic „Schöppche 2.0. Neue Geschichten vom alten Gaul“. Die Originalzeichnung wird zum jeweiligen Spiel im Museum ausgestellt, und das Motiv ist zusätzlich als Postkarte erhältlich. Als weiteren Beitrag zu Eintracht Frankfurt brachte Apitz als Illustrator zusammen mit Henni Nachtsheim das Buch „Adlerträger - Lillie Pfaff und die Geschichte von Eintracht Frankfurt“ heraus.
Mitte 2021 bis Frühjahr 2022 zeigte das Struwwelpeter-Museum Frankfurt die Ausstellung „Die Comic‑Welten des Michael Apitz“. 2026 fand ebenfalls eine Ausstellung unter diesem Motto in der Volksbank Groß-Gerau statt.
2006 entstand das Gemälde Welterbe‑Wein‑Triptychon, das unter anderem im Kloster Eberbach, im Wiesbadener Kurhaus und im Garten in der Hessischen Landesvertretung in Berlin ausgestellt wurde.
2008 gestaltete Apitz in Zusammenarbeit mit dem VDP‑Deutschland (Verband Deutscher Prädikatsweingüter) die Gemäldeserie 13 – 13 Erste Lagen mit einem Porträt zu jedem deutschen Weinbaugebiet. Zudem entstanden Gemälde berühmter Weinbergslagen, die im Kunstband Farben des Weines abgebildet sind.
2009 malte Apitz das Gemälde 9. November zum Thema 20 Jahre Mauerfall, das im Foyer des Hessischen Landtags in Wiesbaden ausgestellt ist. 2011 folgte der Zyklus Rheinreise, eine Auseinandersetzung mit der Landschaft des Welterbes Oberes Oberes Mittelrheintal.
2013 entstand die Stadtlandschaften‑Serie urban, ein malerisches Duett der Städte Mainz und Wiesbaden. 2015 präsentierte Apitz gemeinsam mit der Grafikerin Jutta Hofmann das Kunstwerk Eltvil 1465, eine aus 56 beweglichen Eichenholzteilen bestehende Darstellung Johann Gutenbergs.
2017 schuf Apitz das monumentale Gemälde Luther95, ein Porträt des Reformators Martin Luther. Es ist 400 cm hoch und 360 cm breit und besteht aus 95 Einzelteilen. Am 31. Oktober 2017, dem 500. Reformationstag, wurde das Gemälde in der Frankfurter Paulskirche aufgebaut und war an Allerheiligen zu sehen.
2022/2023 entwickelte Apitz die Serie BLUES, ein Rhein-Polyptychon mit zeitgenössischen Landschaften aus dem Welterbe Oberes Mittelrheintal. Die skizzenhaften, malerischen Arbeiten sind alle im Grundton BLAU gehalten, mit Tusche gezeichnet und dann mit Rheinwasser laviert (aquarheniert). Apitz fertigte Fotos an und bearbeite sie anschließend digital. Die finalen Motive wurden auf großformatige, wetterfeste Platten gedruckt und bilden ein Panorama des Rheintals von Rüdesheim/Bingen bis Koblenz.
Seit 2013 arbeitet Apitz an der Porträtserie Chromofonie, die Musiker in abstrahierter Form zeigt. Das erste Bild zeigte Richard Wagner in Acrylfarben auf Leinwand. 2023 wurden 8 Komponistenporträts im Laienrefektorium des Klosters Eberbach im Rheingau ausgestellt.
2024 entstand das Gemälde Waldstück IV im Rahmen der Gemälde-Serie Waldstücke, welche die Landschaft des Taunus zum Thema hatte. Das erwähnte Gemälde wurde von der ARTOTHEK des Deutschen Bundestags angekauft.
Apitz gehört seit 2005 zur Mannschaft der WEINELF Deutschland, der deutschen Fußballnationalmannschaft der Winzer; 2014 wurde er deren Teammanager.