Mettmann ist die Kreisstadt des Kreises Mettmann im nordrhein-westfälischen Regierungsbezirk Düsseldorf.
Die Stadt liegt im Niederbergischen Land und blickt auf eine über 1100-jährige Geschichte zurück. Überregional ist Mettmann durch das weltberühmte Neandertal bekannt und trägt daher den Beinamen Neanderthal-Stadt.
Als Teil der Metropolregion Rhein-Ruhr gehört Mettmann zu einem Verdichtungsraum mit über zehn Millionen Einwohnern.
Mettmann liegt etwa 15 km östlich von Düsseldorf auf den ersten Höhen des rheinischen Schiefergebirges, den Mettmanner Lößterrassen. Historisch, geographisch und nach heutigem Regionalbewusstsein zählt die Stadt zum Bergischen Land. Der niedrigste Punkt im Stadtgebiet mit 75 m ü. NN befindet sich im Neandertal im Bereich des Museums, der höchste an der Stadtgrenze zu Wülfrath (203 m ü. NN, Kreuzung Meiersberger Str./Mettmanner Str.). Daraus ergibt sich ein Höhenunterschied von 128 Metern innerhalb des Stadtgebietes.
Die bergische Großstadt Wuppertal liegt rund 15 Kilometer östlich von Mettmann, die Ruhrgebietsmetropole Essen ist in nördlicher Richtung etwa 30 Kilometer entfernt, und die Millionenstadt Köln liegt rund 40 Kilometer südlich der Stadt Mettmann. Mit einer Bevölkerungsdichte von 911 Einwohnern pro km² ist Mettmann nach der Nachbarstadt Wülfrath die am zweitdünnsten besiedelte Stadt des Kreises Mettmann.
Von Wülfrath kommend, fließt die Düssel im Bereich des Neandertals durch Mettmanner Stadtgebiet und markiert auf einigen Kilometern die Grenze zu den Nachbarstädten Haan und Erkrath.
Das Stadtgebiet Mettmanns besteht zum größten Teil aus der Kernstadt mit dem dicht besiedelten Stadtzentrum, der historischen Oberstadt und den umliegenden Wohngebieten. Im Osten schließt sich das Gewerbe- und Industriegebiet Zur Gau an, im Westen befindet sich direkt an der B 7 das Gewerbegebiet Neanderpark. Nordwestlich des Stadtzentrums liegt der Stadtteil Metzkausen, der 1975 eingemeindet wurde. Nördlich des Stadtzentrums liegt die Außenbürgerschaft mit dem daran angrenzenden Stadtteil Obschwarzbach. Das Umland Mettmanns ist geprägt von landwirtschaftlichen Flächen mit zahlreichen Bauern- und Gutshöfen.
Im Landesentwicklungsplan Nordrhein-Westfalen ist Mettmann, wie auch die übrigen Städte des Kreises Mettmann, als Mittelzentrum ausgewiesen.
Die Stadt grenzt im Westen an die Landeshauptstadt Düsseldorf. Es folgen im Uhrzeigersinn die Städte Ratingen, Wülfrath, Wuppertal, Haan und Erkrath.
Mettmann liegt in der gemäßigten Klimazone. Durch die Lage am Rand der Niederrheinischen Tiefebene ist das Klima ozeanisch geprägt. Westwinde tragen oft feuchte Luftmassen heran. Daher sind die Winter in der Regel verhältnismäßig mild, die Sommer mäßig warm und feucht. Der wärmste Monat ist mit 18,0 °C Durchschnittstemperatur der Juli, am kältesten ist es mit durchschnittlich 1,5 °C im Januar. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 9,7 °C. Die Niederschläge verteilen sich gleichmäßig über das ganze Jahr mit einem Maximum im Juni (88 Millimeter) und einem Minimum im Februar (55 Millimeter). Pro Jahr fallen im Durchschnitt 856 Millimeter Niederschlag.
Im Jahr 1856 wurden im Neandertal Knochen des Homo neanderthalensis – des Neanderthalers – gefunden. Dieser soll vor etwa 40.000 Jahren in der Region rund um die heutige Stadt Mettmann gelebt haben.
Der Name „Mettmann“ kommt aus dem Altniederfränkischen oder Altsächsischen, von „*Medaman-aha“, was so viel wie „Am mitteleren Bach“ bedeutet. Die erste urkundliche Erwähnung der Siedlung erfolgte im Jahr 904 als „Medamana“. In einer Urkunde von König Ludwig dem Kind werden dem Kloster Kaiserswerth diverse bereits früher übertragene Kaiserhöfe am Niederrhein bestätigt. Einer der angeführten Höfe ist ein Kaiserhof im Gebiet von Mettmann. Diesen Hof erhielt später (1248) Graf Adolf II. von Berg zusammen mit einem Königshof in Rath vom deutschen König Wilhelm von Holland geschenkt.
In einer weiteren Urkunde von 1072 schenkte König Heinrich IV. der Collegiatskirche in Kaiserswerth diverse „villare“ im westlichen Bereich zwischen Wupper und Ruhr. Eine der angeführten Siedlungen, in dem die Gehöfte lagen, war Mettmann. Im 12. Jahrhundert lag wie später unter den Herzögen von Berg vermutlich bereits ein Gericht der Herrschaft Hardenberg in Mettmann. Zu dieser Zeit hatte das Kloster Kaiserswerth unverändert zehntpflichtiges Eigentum in Mettmann, da Erzbischof Adolf von Köln dies dem Kloster erneut geschenkt hatte.
Im Jahre 1363 war Mettmann Sitz der Amtsverwaltung eines von acht Ämtern im Bergischen Land, es sind die acht Ämter, die in der Urkunde zur Übertragung des Landes Blankenberg an Berg genannt sind. Spätestens im 13./14. Jahrhundert erhielt der Ort eine eigene Stadtmauer, die bis in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges bestand. Teile der Stadtmauer sind bis heute an verschiedenen Stellen in der Innenstadt sichtbar. Im August 1424 erhob Herzog Adolf VII. Mettmann mit der zugehörigen Honschaft zu einer Freiheit. Dies war durch die neu erworbenen Rechte mit erheblichen Steuer- und Marktprivilegien verbunden, die dem Ort zu wirtschaftlicher Blüte verhalfen.
Aus einer Steueraufstellung von 1624 ist ersichtlich, dass das Amt Mettmann zu dieser Zeit relativ wohlhabend war. Das Steueraufkommen betrug 827 Reichsthaler/Jahr. Hierin enthalten waren 80 Reichsthaler von der „Freiheit Mettmann“. Zum Vergleich: das Steueraufkommen der bergischen Metropole Düsseldorf lag bei nur 348 Reichsthaler.
1806 kam das Herzogtum Berg und mit ihm auch das Amt Mettmann unter Napoleon zum Großherzogtum Berg. Mettmann war einer der sechs Kantone im Arrondissement Düsseldorf. Im Amt Mettmann lebten zu dieser Zeit laut einer Volkszählung von 1804 9484 Personen. 4664 davon waren Katholiken, 4065 Reformierte, 716 Lutheraner, elf Juden und 28 Sonstige. Von den größeren Höfen waren neun Rittergüter.
Nach Ende der Franzosenzeit in Deutschland wurde ab 1815 das Großherzogtum und damit Mettmann ein Teil von Preußen. Der Kreis Mettmann, bestehend aus den fünf Bürgermeistereien Haan, Hardenberg, Mettmann, Velbert und Wülfrath, entstand. Seit 1846 bildete die Bürgermeisterei Mettmann eine Gemeinde gemäß der Gemeinde-Ordnung für die Rheinprovinz vom 23. Juli 1845. Am 23. Oktober 1856 wurde der Gemeinde Mettmann von König Friedrich-Wilhelm IV. von Preußen die Rheinische Städteordnung und damit das Stadtrecht verliehen.
Nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten im Jahr 1933 diente die Villa Koburg der SA als Sammelstelle und Folterkeller für Verhaftete aus dem Kreis Mettmann. Zum Gedenken an die vielen getöteten und misshandelten Opfer befindet sich am zentralen Lavalplatz in Mettmann ein Denkmal.