Der Metropolitan Police Service (MPS; üblicherweise als Metropolitan Police oder umgangssprachlich auch als The Met bezeichnet) ist die Polizeibehörde von Greater London (mit Ausnahme des Stadtteils City of London, der seine eigene Polizei, die City of London Police, unterhält). Ende 2021 zählte die Metropolitan Police 33.076 Polizeibeamte.
Das Hauptquartier der Metropolitan Police befindet sich im New Scotland Yard in Westminster. Scotland Yard wird häufig auch als Metonym für den Metropolitan Police Service verwendet. Die British Transport Police sorgt auf sämtlichen öffentlichen Verkehrsmitteln für Sicherheit. Die für die Sicherheit in den königlichen Parks zuständige Royal Parks Constabulary ist mittlerweile in die Metropolitan Police eingegliedert. Polizeipräsident ist der Commissioner of Police of the Metropolis (normalerweise einfach als Commissioner bezeichnet).
Die Metropolitan Police wurde am 29. September 1829 durch den damaligen Innenminister Robert Peel gegründet, wodurch die Polizeibeamten die Spitznamen „Peelers“ und „Bobbies“ erhielten. Die Metropolitan Police war die erste offizielle, nicht-paramilitärische Polizeibehörde der Welt.
Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts gab es in London überhaupt keine Polizei. Ruhe und Ordnung wurden durch Magistraten, freiwillige Wachtmeister (constables), Nachtwächter und – wo nötig – durch das Militär aufrechterhalten. Falls das Opfer eines Verbrechens die Verfolgung des Täters wünschte, konnte er einen thief taker („Diebesjäger“) engagieren, der seinen Lebensunterhalt durch Belohnungen und Kopfgelder verdiente.
Der Schriftsteller Henry Fielding wurde 1748 zum Magistraten der City of Westminster ernannt. Sein Haus an der Bow Street 4 war 1739 von seinem Vorgänger Thomas de Veil zu einem Gerichtssaal umfunktioniert worden. Fielding scharte eine Gruppe von acht vertrauenswürdigen Wachtmeistern um sich und autorisierte diese, die Entscheidungen der Magistraten durchzusetzen. Fieldings blinder Halbbruder John Fielding folgte 1754 als Magistrat und wandelte die Patrouille in die erste wirklich effektive Polizeitruppe um, die „Bow Street Runners“. 1798 wurde in Wapping die Marine Police ins Leben gerufen, eine private Sicherheitsgesellschaft, die in den Docks patrouillierte und Frachtdiebstählen nachging. Diese Polizeitruppe ging später in der „Thames Division“ der Met auf und ist heute die Flusspolizei.
Während des frühen 19. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung Londons wegen der industriellen Revolution rasant an. Das System von lokal organisierten Polizeitruppen erwies sich zunehmend als ineffizient für eine ständig wachsende Metropole. 1829 verabschiedete das Unterhaus den Metropolitan Police Act, der das Polizeiwesen in der Hauptstadt direkt dem Innenministerium unterstellte. Zu Beginn bestand die Metropolitan Police aus 1000 Polizeibeamten, deren Aufgabe es war, in einem Radius von sieben Meilen rund um Charing Cross Verbrechen zu verhindern und aufzuklären.
Vor dem Jahr 2000 unterstand die Met der direkten Kontrolle des Innenministeriums und war damit die einzige britische Gebietspolizei, die von der Zentralregierung verwaltet wurde. 2000 bis 2012 lag die Verantwortung bei der neu geschaffenen Greater London Authority. Die Aufsicht erfolgte durch eine Behörde namens „Metropolitan Police Authority“. Diese war zusammengesetzt aus dem Mayor of London und mehreren unabhängigen Mitgliedern. Seit Januar 2012 ist der Bürgermeister von London über das Mayor's Office for Policing and Crime (MOPAC) für die Aufsicht über die Metropolitan Police verantwortlich. Der Bürgermeister kann eine Person benennen, die in seinem Namen handelt. Seit November 2024 wird dieses Amt von der stellvertretenden Bürgermeisterin für Polizei und Kriminalität, Kaya Comer-Schwartz, ausgeübt. Die Arbeit von MOPAC wird vom Police and Crime Committee (auch als police and crime panel bezeichnet) der London Assembly überwacht. Diese Strukturen wurden durch den Police Reform and Social Responsibility Act 2011 geschaffen und ersetzten das durch den Greater London Authority Act 1999 eingesetzte, von der Metropolitan Police Authority getragene Gremium aus dem Jahr 2000. Der Polizeipräsident wird aber noch immer durch den Innenminister ernannt.
Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Homophobie
Im April 1993 wurde in London der schwarze Jugendliche Stephen Lawrence von mehreren weißen Jugendlichen aus rassistischen Motiven ermordet. Die Anklage gegen zwei der Beteiligten wurde zunächst fallengelassen. Im Juli 1997 kündigte der damalige Innenminister Jack Straw eine Untersuchung an. Der Untersuchungsbericht kam zu dem Schluss, dass die Ermittlungen in dem Mordfall »durch eine Kombination aus fachlicher Inkompetenz, institutionellem Rassismus und Führungsversagen beeinträchtigt« worden seien; mehrere Beamte der Metropolitan Police wurden namentlich genannt, und die gesamte Polizei wurde kritisiert. Der Bericht wurde zunächst geheim gehalten; bei seiner Veröffentlichung erregte er großes Aufsehen. Erst im Januar 2012 wurden zwei Täter wegen des Mordes and Stephen Lawrence verurteilt.
Im März 2021 entführte ein Londoner Polizist eine Frau, vergewaltigte und ermordete sie. Die Metropolitan Police gab daraufhin eine breiter angelegte Untersuchung in Auftrag. In dem Untersuchungsbericht vom März 2023 wird die Metropolitan Police als institutionell rassistisch, frauenfeindlich und homophob beschrieben; sie sei kaputt, verrottet und habe das Vertrauen der Bevölkerung verloren.
Eine interne Untersuchung über Rassismus gegen Schwarze, die zwei Jahre später von der Metropolitan Police selbst in Auftrag gegeben wurde, kam zu dem Schluss, dass rassistische Diskriminierung – Vorurteile, rassistische Stereotypisierung und Ungleichheit bei Einstellungs-, Beförderungs- und Beschwerdeverfahren – tief im Personalwesen der Polizei verankert ist und vor allem schwarze Mitarbeiter betrifft. Der Bericht zirkulierte seit Juli 2025 in der Führung der Metropolitan Police, wurde jedoch geheim gehalten und gelangte erst im Oktober 2025 an die Öffentlichkeit.
Die Metropolitan Police besteht aus fünf Hauptdirektoraten, die jeweils von einem Assistant Commissioner beziehungsweise, im Falle des Verwaltungsdirektorats, einem Direktor der Polizei (Director of Police) geleitet werden. Es bestehen die Hauptdirektorate Territorial Policing (Territoriale Polizei), Specialist Crime Directorate (Direktorat für besondere Straftaten), Specialist Operations (Sondereinsätze), Central Operations (Zentrale Einsätze) und Administration and Support (Verwaltung und Unterstützung).
Die Metropolitan Police wird von einem Management Board geleitet, das aus dem Commissioner, dem Deputy Commissioner und den Leitern der Hauptdirektorate besteht. Bis zu seinem Rücktritt am 17. Juli 2011 war Sir Paul Stephenson Polizeipräsident, als er aufgrund des Telefon-Abhörskandals bei News of the World in Kritik kam. Cressida Dick CBE wurde 2017 die erste weibliche Leiterin der Behörde (Commissioner). Ihr folgte im Juni 2022 Sir Mark Peter Rowley nach.
Das Direktorat Territorial Policing (TP) wird von Assistant Commissioner Simon Byrne geleitet. Es ist für die alltägliche Arbeit zuständig. Der Zuständigkeitsbereich der Metropolitan Police (Metropolitan Police District) wird in 32 Borough Operational Command Units (BOCU) unterteilt. Die Aufteilung der Polizeibezirke ist deckungsgleich mit den Stadtbezirken. Die Polizeibezirke werden von einem Chief Superintendent oder Commander (BOCU Westminster) geleitet. Die BOCU sind für alle Polizeiaufgaben in ihrem Bezirk zuständig. Dem Direktorat Territorial Policing unterstehen außerdem das Royal Parks Operational Command Unit und das Safer Transport Command.
Vor dem 1. April 2000 war die Metropolitan Police auch in einigen Gebieten außerhalb von Greater London tätig, in Teilen von Essex, Hertfordshire und Surrey. Seither entspricht die Grenze des Polizeibezirks Metropolitan Police District genau jener von Greater London, mit Ausnahme der City of London.
Borough Operational Command Units
Die in Klammern angegebenen Buchstaben werden auf Schulterklappen als Kennzeichnung der Zugehörigkeit getragen, die Zahl gibt die Anzahl der Beamten an: