Meta Menz (* 11. April 1906 in München; † 10. Jänner 1990 in Wien) war eine deutsch-österreichische Balletttänzerin. Sie war ab Ende der 1920er-Jahre Tänzerin und Perkussionistin in Mary Wigmans Truppe, begleitete Wigman auf Tourneen in Deutschland, Frankreich, Österreich, USA und war ab 1931 zusätzlich Lehrende an der Mary-Wigman-Schule in Dresden. Anschließend war sie Solotänzerin am Stadttheater in Münster, an den Städtischen Bühnen in Freiburg im Breisgau sowie Ballettmeisterin und Solotänzerin am Stadttheater Baden bei Wien. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sie mit ihrem Mann, dem Cafetier Hans Weigel, den Familienbetrieb „Café Koralle“ in der Wiener Porzellangasse geleitet.
Obwohl Meta Menz die Aufnahmeprüfung an der Akademie der bildenden Künste in München bestanden hatte, besuchte sie stattdessen ab 15. April 1926 Mary Wigmans Dresdner Schule für modernen Tanz. Ihr Studium finanzierte sie „zum großen Teil durch geräuschrhythmische Begleitung [von Wigmans] Solo-Programme[n].“ Wigman ließ sich bei ihren Solo-Auftritten von Meta Menz am Schlagwerk begleiten. Die erhaltene historische Filmaufnahme von Wigmans „Hexentanz“ belegt, wie stark Meta Menz den rhythmisch-akustischen Teil der Aufführung geprägt hat. Anlässlich der USA-Tournee 1931 hat die Journalistin Ruth Seinfel (1905–1997) in der New York Evening Post Menz' Bedeutung als Wigmans Schlagwerkerin beschrieben:
1930 wirkte Menz beim Münchner Tänzerkongress als Tänzerin in dem von Mary Wigman choreografierten und von Albert Talhoff geschaffenen Chorwerk Das Totenmal zu Ehren der Toten im Ersten Weltkrieg mit. An der Wigman-Schule in Dresden war Menz „als Assistentin, Lehrerin für Geräuschrhythmik und Leiterin des Tanz-Gruppenstudios“ tätig. 1931 leitete sie das neu gegründete „Geräusch-Orchester“ des „Geräuschrhythmischen Studios“. Im Oktober 1931 choreografierte Menz die Tänze für die in der Dresdner „Komödie“ erfolgte Aufführung des von Georg Kaiser geschriebenen und von Mischa Spoliansky komponierten „Revuestück[s] in neun Bildern“ Zwei Krawatten, die von „Damen der Wigmanschule“ [Katia Bakalinskaja, Marjory Hyder, Edith Lenk, Meta Menz, Ursula Schaube und Ruth Wilton] umgesetzt wurden. Im Winter 1930/31 und im Winter 1932/33 begleitete Menz Mary Wigman auf zwei mehrmonatigen Amerika-Tourneen und sorgte mit diversen Perkussionsinstrumenten, wie Gongs, Zimbeln, Trommeln und Klanghölzern, für die musikalische Begleitung von Wigmans Solo-Tänzen. Zwischen 1934 und 1936 war Menz 1. Solotänzerin am Stadttheater in Münster. Anlässlich der Olympia-Festspiele tanzte sie 1936 erneut in der Mary-Wigman-Gruppe in Berlin und studierte daneben bei Tatjana Gsovsky. Anschließend war sie 1. Solotänzerin und stellvertretende Tanzmeisterin an den Städtischen Bühnen in Freiburg im Breisgau. Ende 1939 übersiedelte Meta Menz nach Wien, wo sie im August 1941 den Cafétier Hans Weigel (1902–1978) heiratete. Er war Cousin und Pflegebruder der Tänzerin Vera Zahradnik, die in den 1930er-Jahren gemeinsam mit Meta Menz mit Mary Wigman zusammengearbeitet und diese auf deren Tourneen begleitet hat. Zwischen September 1941 und September 1942 war Meta Menz Ballettmeisterin und Solotänzerin am Stadttheater Baden in Baden bei Wien, bevor sie sich um ihre sterbenskranke Schwester, die Cembalistin Julia Menz (1901–1944), gekümmert hat. Nach deren Tod hat sich Meta Menz im April 1944 an der Akademie der bildenden Künste Wien beworben und wurde in die Allgemeine Malerschule von Herbert Dimmel aufgenommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sie gemeinsam mit ihrem Mann Hans Weigel das familieneigene „Café Koralle“ in der Wiener Porzellangasse geleitet.
Meta Weigel wurde am 29. Jänner 1990 am Neustifter Friedhof (Gruppe J, Reihe 14, Nummer 19) begraben.
Als Tochter des Münchner Architekten Friedrich Ludwig Menz (1864–193?) und seiner Gattin Anna Maria Menz (geborene Welk) (1869–1949) war Meta Menz die Schwester der Pianistin, Cembalistin und Reiseschriftstellerin Julia Menz sowie Schwägerin der Trickfilmzeichnerin, Graphikerin und Kinderbuchillustratorin Susi Weigel, deren Bruder sie 1941 geheiratet hat. Er war zugleich Cousin und Pflegebruder der Tänzerin Vera Zahradnik, die in den 1930er-Jahren gemeinsam mit Meta Menz mit Mary Wigman zusammengearbeitet und diese auf deren Tourneen begleitet hat.
Meta Menz: Meta Menz (1. Solotänzerin), um 1936. enthält Fotografie.
Deutsches Bühnenjahrbuch (Jahrgänge 1935–1945)
Walter Sorell: Mary Wigman – ein Vermächtnis. Noetzel, Wilhelmshaven 1986. ISBN 3-7959-0464-1.
Mary Wigman: Liebe Hanya: Mary Wigman's letters to Hanya Holm. University of Wisconsin Press 2004.
Andreas Weigel: Menz, Meta. In: Ilse Korotin (Hrsg.): biografıA. Lexikon österreichischer Frauen. Band 2: I–O. Wien/Köln/Weimar 2016, ISBN 978-3-205-79590-2, S. 2235f.
Andreas Weigel: Off topic: Wien, Hohe Warte 29. Johann und Gisela Weigels Wiener Villa, Hohe Warte 29.
Deutsches Tanzarchiv Köln: Digitalisate eines Albums von Meta Menz im Familienarchiv Mary Wigman.
An Impressive Moment in “Der Weg”. In: The Emporia Daily Gazette, 2. Februar 1933, S. 5 (Der Artikel nennt Meta Menz als Mitglied von Mary Wigmans Amerika-Tournee-Truppe im Jahr 1932/33.)
Literatur von und über Meta Menz im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Ruth Seinfel: Congo Drum Booms Rhythm for Miss Wigman's Dances. (PDF; 491 kB). In: New York Evening Post, 19. Januar 1931, S. 7 (Anlässlich der 1931 erfolgten Amerika-Tournee porträtiert der Artikel Mary Wigmans Rhythmusduo Hanns Hastings und Meta Menz, die zudem auf einer Fotografie zu sehen sind.)
Information zu Mary Wigman tanzt (1932) (Memento vom 18. Dezember 2012 im Webarchiv archive.today). Musik: Hanns Hasting, Meta Menz.
Mary Wigmans „Hexentanz“. Meta Menz: Perkussion, Trommelklänge und Schlagwerk.
Meta Weigel (geb. Menz, 1906-1990). Kurzbiografie. In: „Off topic: Wien, Hohe Warte 29. Johann und Gisela Weigels Wiener Villa, Hohe Warte 29“. Enthält eine USA-Fotografie von „Mary Wigman and her group of twelve dancers“.