Mesut Özil [ˈmesut ˈœzil] (* 15. Oktober 1988 in Gelsenkirchen) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. Der Spielmacher wurde überwiegend bei Rot-Weiss Essen und beim FC Schalke 04 ausgebildet, mit dem er den Sprung in die Bundesliga schaffte. Über Werder Bremen wechselte er 2010 zu Real Madrid. Beim spanischen Rekordmeister gewann Özil 2011 die Copa del Rey und wurde 2012 spanischer Meister. Von September 2013 bis Januar 2021 spielte er für den FC Arsenal, mit dem er viermal den FA Cup gewann. Anschließend war er bis zu seinem Karriereende im März 2023 in Istanbul bei Fenerbahçe und Başakşehir unter Vertrag.
Der Sohn türkischer Eltern war bis zu seinem 18. Lebensjahr türkischer Staatsbürger, entschied sich jedoch für eine Karriere in der deutschen Nationalmannschaft und die deutsche Staatsangehörigkeit. Er bestritt für Deutschland insgesamt 92 Länderspiele und wurde 2014 in Brasilien Weltmeister. Er gehörte dabei zu den sechs Spielern der deutschen WM-Auswahl, die zuvor 2009 mit der U21 Europameister geworden waren. 2018 trat er infolge einer Kontroverse um ein Foto mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan aus der Nationalmannschaft zurück. 2025 wurde Özil Mitglied des Parteivorstands von Erdogans Partei, der AKP.
Özils Vater Mustafa kam in den 1960er Jahren als Sohn eines türkischen Gastarbeiters aus Devrek an der türkischen Schwarzmeerküste nach Gelsenkirchen, weshalb Özil die türkische Staatsangehörigkeit besaß. Diese legte er Ende 2007 ab, um in Deutschland eingebürgert zu werden. Özil wuchs mit einem älteren Bruder und zwei jüngeren Schwestern im Gelsenkirchener Stadtteil Bismarck auf. Aus einer außerehelichen Affäre seines Vaters hat er eine Halbschwester. Der Vater agierte von Juli 2011 bis Oktober 2013 als sein sportlicher Berater und Manager, eine Aufgabe, die zuletzt Özils Bruder Mutlu ausführte. In der Familie wurde Türkisch gesprochen, und statt eines Kindergartens besuchte Özil eine Vorbereitungsschule, wo die Mitschüler zumeist ebenfalls ausländischen, oft türkischen, Ursprungs waren. Laut Özil wurde nur mit dem Lehrer Deutsch gesprochen, unter den Schülern überwiegend Türkisch, weshalb Özil Schwierigkeiten beim Erlernen der deutschen Sprache hatte.
Özil besuchte von 2000 bis 2005 die Gesamtschule Berger Feld in seiner Geburtsstadt, die er mit der Mittleren Reife verließ. Er gilt in der Öffentlichkeit als zurückhaltend und schüchtern. Zu seinen Vorbildern zählt er den französischen Fußballspieler Zinédine Zidane.
Zur immer wiederkehrenden Frage seiner Staatsangehörigkeit und nationalen Identität äußerte sich Özil im Jahr 2012 wie folgt:
Bis 2010 bildete Özil ein Paar mit der sieben Jahre älteren Anna-Maria Lagerblom, einer später mit dem Rapper Bushido verheirateten Schwester der Sängerin Sarah Connor. Von Januar 2013 bis Oktober 2014 war er mit der Sängerin Mandy Capristo liiert. Im November 2015 wurde bestätigt, dass Özil und Capristo erneut ein Paar sind. Im Juli 2017 wurde seine Beziehung mit der türkisch-schwedischen Schauspielerin und Miss Turkey 2014, Amine Gülşe, bekannt. Im Januar 2019 verlobte sich das Paar. Die Hochzeit fand am 7. Juni 2019 in Istanbul im Beisein des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan, der als Trauzeuge fungierte, statt. Im März 2020 wurde ihre Tochter Eda geboren.
In seiner Jugendzeit spielte der Linksfuß zunächst für mehrere Gelsenkirchener Vereine und später fünf Jahre lang für Rot-Weiss Essen. Im Sommer 2005 wechselte Özil in die Jugendabteilung des FC Schalke 04. 2008 folgte der Transfer zu Werder Bremen, von wo er 2010 zu Real Madrid wechselte. Von 2013 bis Anfang 2021 spielte er für den FC Arsenal, den er jedoch durch eine Vertragsauflösung in Richtung Fenerbahçe verließ.
Mit den A-Junioren des FC Schalke 04, für die er in der Saison 2005/06 zehn Treffer erzielte, gewann Özil am 4. Juni 2006 die deutsche A-Junioren-Meisterschaft (2:1 im Finale gegen Bayern München). Ab der Spielzeit 2006/07 gehörte er dem Kader der Schalker Profimannschaft an. Seine ersten Pflichtspiele im Seniorenbereich bestritt Özil gegen Bayer 04 Leverkusen und Bayern München im DFL-Ligapokal 2006. Am 12. August 2006 (1. Spieltag) gab er beim 1:1-Unentschieden im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt sein Bundesligadebüt, als er in der 80. Spielminute für Hamit Altıntop eingewechselt wurde. Insgesamt kam Özil in seiner Premierensaison, in der er mit Schalke 04 Vizemeister wurde, auf 19 Einsätze in der Bundesliga.
In der Hinrunde der Saison 2007/08 hatte er sich noch nicht endgültig etabliert, obwohl er sechs seiner elf Einsätze in der Startelf bestritt und auch in der Champions League auf vier Einsätze kam. Im Januar 2008 gab der Verein bekannt, den noch bis zum 30. Juni 2009 laufenden Vertrag nicht zu verlängern. Vorausgegangen waren Unstimmigkeiten bei den anstehenden Vertragsverhandlungen zwischen Özils Vater als Spielerberater auf der einen und der Vereinsführung auf der anderen Seite. Daraufhin wechselte Özil am 31. Januar 2008, dem letzten Tag der Wintertransferperiode, vorzeitig zu Werder Bremen, bei denen er einen bis zum 30. Juni 2011 datierten Vertrag unterschrieb. Am 26. April 2008 schoss er mit seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 2:1 beim 3:3-Unentschieden im Auswärtsspiel gegen den Karlsruher SC sein erstes Tor in der Bundesliga. Zwölfmal kam er in der Rückrunde zum Einsatz, sechsmal davon im Startaufgebot. Wie auch in seinem ersten Profijahr beim FC Schalke 04 wurde Özil mit Werder Bremen Vizemeister.
In der Saison darauf wurde er von Anfang an eingesetzt und spielte sich bis zum fünften Spieltag in die Stammformation. Mit 14 Vorlagen war er der wichtigste Torvorbereiter im Team. Am Ende der Saison stand Werder Bremen in der Liga auf einem Mittelfeldplatz. Der Pokalwettbewerb 2008/09 verlief erfolgreich, man gewann den DFB-Pokal. Dabei schoss Özil im Finale das entscheidende Tor zum 1:0-Sieg über Bayer 04 Leverkusen. International spielte er in dieser Saison 14-mal für Werder: Nach dem Ausscheiden aus der Champions League nach der Gruppenphase erreichte er mit der Mannschaft das Finale im UEFA-Cup, das gegen Schachtar Donezk verloren wurde.
In der Bundesliga 2009/10 wurde Özil zu einem Schlüsselspieler im Werder-Team. Er war erneut erfolgreichster Vorlagengeber und erzielte neun Tore. Am 1. Mai 2010 absolvierte er in der Schalker Veltins-Arena sein 100. Bundesligaspiel und erzielte beim 2:0-Auswärtssieg gegen seinen ehemaligen Verein in der 55. Spielminute den 1:0-Führungstreffer. Am Ende erreichte Werder den dritten Platz in der Tabelle. Werder stand auch, zum zweiten Mal in Folge, im DFB-Pokalfinale; es endete 0:4 gegen den FC Bayern München.
Im August 2010 wechselte Özil für rund 15 Millionen Euro zu Real Madrid. Sein Debüt in der Primera División gab er am 29. August 2010 zum Saisonauftakt, als er im Rahmen eines 0:0-Unentschiedens beim RCD Mallorca nach der Halbzeit eingewechselt wurde. Beim 1:0-Heimsieg über den CA Osasuna am darauffolgenden Spieltag stand Özil erstmals in der Startelf. Am sechsten Spieltag erzielte er beim 6:1-Heimsieg über Deportivo La Coruña sein erstes Tor in der Primera División. Insgesamt absolvierte Özil in seiner ersten Saison in Spanien 36 Ligaspiele, davon 30 von Beginn an. Er erzielte sechs Treffer, gab 19 Vorlagen und wurde mit Real Madrid Vizemeister hinter dem FC Barcelona. Die Katalanen behielten auch im Halbfinale der Champions League die Oberhand. In der Gruppenphase hatte Özil zuvor gegen den AC Mailand sein erstes Tor in der Champions League erzielt. Das Duell mit Barcelona im spanischen Pokalfinale gewannen die Madrilenen. Der Gewinn der Copa del Rey bedeutete für Özil seinen ersten spanischen Vereinstitel. Er hatte sich in Madrid auf Anhieb als Stammspieler etabliert.
In seinem zweiten spanischen Jahr geriet Özil, der zu Saisonbeginn die Rückennummer 10, traditionell die Nummer des Spielmachers, erhalten hatte, nach einer schwachen Hinrunde in die Kritik. Der Rang des Spielmachers wurde ihm in dieser Zeit von seinem Mannschaftskameraden Ángel Di María abgelaufen. Als Di María in der Rückrunde lange verletzungsbedingt fehlte, gelang es Özil, wieder an die Leistungen der Vorsaison anzuknüpfen. Er gehörte zum Kern der Mannschaft und absolvierte 35 Saisonspiele. Mit 121 Toren stellte der Real-Sturm um Cristiano Ronaldo einen neuen Ligarekord auf, Özil war mit 17 Torvorlagen der beste Vorbereiter der Liga. Real Madrid gewann 32 der 38 Saisonspiele und sicherte sich mit dem neuen Rekord von 100 Punkten die spanische Meisterschaft. Im Halbfinale der Champions League traf Özil mit Real auf den FC Bayern München und erzielte bei der 1:2-Hinspielniederlage in München ein Tor; nach dem 2:1 im Rückspiel in Madrid wurde das Elfmeterschießen verloren, damit reichte es Real Madrid zum zweiten Mal in Folge nicht zum Einzug in das Finale.