Mercedes de Acosta (* 1. März 1893 in New York City; † 9. Mai 1968 ebenda) war eine US-amerikanische Schriftstellerin und Modedesignerin. Sie wurde vor allem durch ihre Liebesaffären mit Isadora Duncan, Anna Pawlowa, Eva Le Gallienne, Salka Viertel und Marlene Dietrich bekannt. Wie eng sie mit Greta Garbo befreundet war, lässt sich nicht nachweisen.
Mercedes de Acosta war das Kind der von den Herzögen von Alba abstammenden Spanierin Micaela Hernández de Alba y de Alba und des wohlhabenden Geschäftsmannes und Schiffsmagnaten wurde in Kuba als Sohn spanischer Eltern geboren, Ricardo de Acosta (1837–1907). Sie wuchs in einem exzentrischen, reichen Milieu auf, wehrte sich aber bereits früh gegen kirchliche und moralische Zwänge der Gesellschaft und kämpfte bereits als ganz junges Mädchen öffentlich für Frauenrechte.
1919 erschien "Moods", der erste von drei in schneller Folge erscheinenden Gedichtbänden. Die Theateragentin Bessie Marbury entdeckte sie und läutete den Beginn einer bemerkenswerten Karriere ein. Marbury, die über gute Kontakte in Hollywood verfügte, vermittelte ihr Verträge mit MGM und einigen anderen großen Studios, wo sie Marlene Dietrich und Greta Garbo kennenlernte.
Trotz ihrer bereits manifiesten lesbischen Orientierung heiratete sie 1920 den ebenfalls homosexuellen Maler Abram Poole (1882–1961). Im selben Jahr lernte sie Eva Le Gallienne kennen und ging eine Beziehung mit ihr ein.
Nach der Scheidung 1935 von Poole widmete Acosta ihr amouröses Leben ganz den Frauen. Sie unternahm einige Reisen nach Europa sowie nach Indien, wo sie sich von dem Guru Ramana Maharshi unterrichten ließ, und arbeitete während des Zweiten Weltkriegs als Kriegsberichterstatterin in Frankreich. 1960 erschien ihre Autobiografie Here lies the heart, die zunächst kaum beachtet wurde. Ihr weiteres literarisches Werk umfasst Gedichte sowie einige Theaterstücke.
Sie starb 1968 verarmt und von ihren früheren Freunden vergessen in New York. Begraben wurde sie neben ihrer Mutter und ihrer Schwester Rita de Alba de Acosta (die unter dem Namen Rita Lydig als außergewöhnliche Schönheit bekannt war) auf dem Trinity Cemetery in Washington Heights (New York City).
Zehn Jahre nach dem Tod von Greta Garbo wurden, einem Vermächtnis Acostas entsprechend, ihre 55 Liebesbriefe veröffentlicht. Dieser Briefwechsel befindet sich im Original in der Mercedes de Acosta Collection des Rosenbach Museum & Library in Philadelphia. Acosta hatte ihren Nachlass 1960 an das Museum verkauft.
Ihr lyrisches Œuvre besteht im Wesentlichen aus den drei Büchern, die zu ihren Lebzeiten erschienen: Moods (prose poems) (1919), Archways of Life (1921) und Streets and Shadows (1922). Eine kommentierte Gesamtausgabe dieser drei Bücher erschien zum ersten Mal in spanischer Übersetzung unter dem Titel Imposeída (46 poemas) (Eds. La Mirada, Las Cruces, NM 2016, ISBN 978-0-9911325-4-6), herausgegeben von Jesús J. Barquet und Carlota Caulfield, von denen sowohl die Einleitung des Buches (Mercedes de Acosta en traje de poeta") als auch (in Zusammenarbeit mit Joaquín Badajoz) die Übersetzungen ins Spanische stammen.
Robert A. Schanke: That Furious Lesbian: The Story of Mercedes de Acosta. Southern Illinois University Press, Carbondale 2004, ISBN 0-8093-2579-9.
Mercedes de Acosta (2016). Imposeída (46 poemas). Las Cruces, NM: Eds. La Mirada, ISBN 978-0-9911325-4-6.
Literatur von und über Mercedes de Acosta im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Aslan Brooke: Mercedes de Acosta: Name-Dropper Par Excellence (Memento vom 23. Januar 2008 im Internet Archive)