An diesem Tag

Mekka

Stadt in Saudi-Arabien, islamischer Wallfahrtsort

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Mekka (arabisch مكة, DMG Makka) ist eine Stadt mit etwa 2,4 Millionen Einwohnern (Stand 2022) im westlichen Saudi-Arabien, und mit der Heiligen Moschee und der Kaaba der zentrale Wallfahrtsort des Islams: Jedes Jahr pilgern rund 2,5 Millionen Muslime zur Haddsch nach Mekka, während Nicht-Muslimen das Betreten der Stadt verboten ist. Mekka ist Hauptstadt der Provinz Mekka in der Region Hedschas. Wegen ihrer großen religiösen Bedeutung wird die Stadt im Arabischen üblicherweise mit einem ehrenden Beinamen versehen und als مكة المكرّمة Makka al-Mukarrama ‚Mekka, die Ehrwürdige‘ bezeichnet.

Im übertragenen Sinn werden im Deutschen Orte als „ein Mekka“, also gleichsam als Pilgerort bezeichnet, die eine Hochburg eines kulturellen Phänomens darstellen und viele Besucher anziehen. So kann man symbolhaft Italien als ein Mekka der Kunst, das französische Lyon als eines der Nouvelle Cuisine oder die Algarve als Mekka der Windsurfer bezeichnen.

Mekka gilt als die Geburtsstadt Mohammeds, des Propheten des Islam. Das wichtigste Wallfahrtsziel bildet die Kaaba, ein fensterloses quaderförmiges Gebäude im Hof der Hauptmoschee, das nach islamischer Auffassung erstmals vom Propheten Adam erbaut und dann vom Propheten Abraham wiedererbaut wurde. Historisch gesichert ist, dass die Kaaba schon in vorislamischer Zeit ein zentrales Heiligtum der arabischen Stämme des Umlandes war, denn bereits in vorislamischen Gedichten, den Muallaqat, wird sie als Heiligtum beschrieben. In ihrer südöstlichen Ecke befindet sich der Schwarze Stein, den der Überlieferung nach der Prophet Abraham vom Engel Gabriel empfing.

Mekka liegt im Westen der Arabischen Halbinsel innerhalb des geologischen Gebiets des Arabisch-Nubischen Schildes. Dieser besteht im Wesentlichen aus Felsformationen aus Granit, Diorit und Granodiorit. Vom Georelief her liegt die Stadt in der mittleren Zone zwischen der sich über die gesamte Küste des Roten Meeres erstreckenden Küstenebene der Tihāma im Westen und dem Hochgebirge der Sarawāt im Osten. Die Entfernung zur Tihama beträgt 75 Kilometer, die Entfernung zu den Sarawat-Bergen 90 Kilometer.

Die Stadt liegt auf einem kreisförmigen Plateau, das durch Berge, Täler und Ebenen strukturiert ist. Im Norden wird dieses Plateau, das 900 Quadratkilometer umfasst und in großen Teilen dem Heiligen Bezirk entspricht, durch das Wādī Fātima und das Wādī Dschiʿrāna begrenzt, im Osten durch das Wādī ʿUrana, im Süden durch das Wādī Naʿmān, das Wādī ʿUrana und das Wādī Malkān und im Westen wiederum durch das Wādī Fātima. 36 Prozent der Fläche Mekkas werden durch Berge eingenommen, 40 Prozent durch Täler und 24 Prozent durch ebene Flächen.

Hinsichtlich des Reliefs wird das Gelände der Stadt insgesamt in drei Zonen unterteilt, die sich jeweils von Norden nach Süden erstrecken:

Die westliche Zone mit einer Höhe von 200 bis 250 Metern, wobei einige Berggipfel eine Höhe von 400 Metern über dem Meeresspiegel erreichen.

Die mittlere Zone, die ungefähr auf der Höhe von 300 Metern liegt und aus der eine Reihe bekannter historischer Berge herausragen, darunter der Abū Qubais (372 Meter ü. d. M.) unmittelbar östlich der Heiligen Moschee, der sich südöstlich daran anschließende Dschabal Chandama mit 420 Metern Höhe, der Dschabal Thaur (759 Meter ü. d. M.) fünf Kilometer südlich der Moschee und der Quʿaiqiʿān (427 Meter ü. d. M.) unmittelbar nördlich und nordwestlich der Heiligen Moschee.

Die östliche Zone mit einer Grundhöhe von mehr als 400 Metern über dem Meeresspiegel und Bergen von mehr als 800 Metern Höhe, wie zum Beispiel dem östlich von Minā gelegenen Dschabal at-Tāriqī mit einer Höhe von 900 Metern. Er ist der höchste Berg auf dem Stadtgebiet von Mekka.

Der wohl bekannteste Berg Mekkas ist der relativ isoliert nordöstlich der Heiligen Moschee liegende Dschabal an-Nūr („Berg des Lichts“), auf dem sich die Hirā'-Höhle befindet. Er liegt am Übergang zur östlichen Zone und hat eine Höhe von 642 Metern. Wegen der zahlreichen in das Stadtgebiet hineinragenden Berge und Hügel wurden zur Erleichterung des Verkehrs mehrere Straßentunnel gebaut.

Die Berge der östlichen Zone bilden die Ausgangspunkte von Tälern, in denen bei Regenfällen das Regenwasser in Richtung der Heiligen Moschee abläuft, was bisweilen sturzflutartig erfolgt. Bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein wohnten die meisten Bewohner der Stadt in diesen Tälern bzw. an ihren Abhängen. Die Viertel, die in diesen Tälern liegen, werden immer wieder bei Unwettern von heftigen Sturzfluten (suyūl) heimgesucht. Das wichtigste Tal von Mekka ist das Wādī Ibrāhīm, in dessen Mitte sich die Heilige Moschee befindet. Dieses Wadi hat sogar eine quasi-heilige Bedeutung, weil das „unfruchtbare Tal“ (wādī ġair ḏī zirʿ) bei Gottes „Heiligem Haus“, in dem nach Aussage des Korans (Sure 14:37 ) Abraham seine Nachkommenschaft angesiedelt haben soll, mit diesem Tal identifiziert wird. Das Wādī Ibrāhīm erstreckt sich von Nordosten nach Südwesten: Es nimmt sein Wasser am Dschabal at-Tāriqī in der Nähe von asch-Scharā'iʿ auf, verläuft dann in der Mitte zwischen dem Dschabal an-Nūr im Norden und dem Dschabal ath-Thabīr im Süden nach al-Abtah, und von dort aus über al-Maʿābida und die Oberstadt (al-Miʿlāt) zur Heiligen Moschee. Hinter dieser Moschee setzt sich sein Verlauf fort zur Unterstadt (al-Misfala) und Kaʿkīya, bis es schließlich in das Wādī ʿUrana einmündet. Vom Wādī Ibrāhīm aus gehen mehrere Seitentäler und Schluchten ab, so auf der östlichen Seite das Wādī Adschyād, das südlich der Heiligen Moschee in das Wādī Ibrāhīm einmündet, das Schiʿb ʿAlī zwischen Abū Qubais und Dschabal Chandama und das Schiʿb ʿĀmir nördlich des Dschabal Chandama.

Ein weiteres bekanntes Tal ist dasjenige von Minā, in dem die Haddsch-Pilger am 10. Dhū l-Hiddscha ihre Schlachtopfer darbringen und anschließend die „Tage des Fleischtrocknens“ (aiyām at-tašrīq) verbringen, die dem 11.–13. Dhū l-Hiddscha entsprechen. Es liegt auf der östlichen Seite von Mekka, erstreckt sich in ost-westlicher Richtung und hat die Form eines Dreiecks, das in westlicher Richtung spitz zuläuft. Weitere Täler sind das Wādī Muhassar, das die Grenze zwischen Muzdalifa und Minā bildet, das Wādī ʿUrana, das zwischen ʿArafāt und Muzdalifa liegt und den Haram von seiner östlichen und südlichen Seite einschließt, und das Wādī Naʿmān östlich von ʿArafāt an der Straße nach Taif, das sein Wasser vom Karā-Berg bezieht und sich in seinem oberen Teil in zahlreiche Seitentäler aufgliedert.

Einige Täler sind so weitläufig, dass man sie als Ebene bezeichnen kann. Hierzu gehören die ʿArafāt-Ebene östlich des Stadtzentrums, in der die Haddsch-Pilger am 9. Dhū l-Hiddscha den Wuqūf vollziehen, und die Scharā'iʿ-Ebene im Nordosten, die die weitläufigste Ebene von Mekka ist. Außerdem gehören dazu die Tanʿīm-Ebene im Norden und die Ebene von ʿAzīzīya im Osten, die im Norden von den Bergen von Minā und im Süden vom Dschabal Chandama begrenzt wird.

Die Bevölkerung Mekkas wuchs in den letzten Jahren rasant an. Sie überschritt in den 1990er Jahren erstmals die Millionengrenze und lag im Jahre 2022 bei 2,4 Millionen. Im selben Jahr lebten in der Stadt knapp 55,5 % Ausländer und knapp 44,5 % Saudis. Aufgrund des hohen Anteils an Arbeitsmigranten besteht ein deutlicher Männerüberschuss (63,1 % der Einwohner waren Männer).

Um die Stadt Mekka erstreckt sich ein heiliger Bezirk, der von Nichtmuslimen nicht betreten werden darf; seit dem Beginn des Huthi-Konflikts (2015) auch nicht mehr von Jemeniten. Straßensperren schirmen die Stadt vor dem Besuch von Nichtmuslimen ab.

In den vergangenen Jahrhunderten gelang es jedoch einigen europäischen Reisenden, meist als Muslime getarnt, nach Mekka zu kommen. Dazu gehörten der versklavte Landsknecht Hans Wild (zwischen 1607 und 1609), der deutsche Forschungsreisende Ulrich Jasper Seetzen (1809), der Basler Jean Louis Burckhardt (1814), der unter anderem durch die Entdeckung der alten Nabatäerhauptstadt Petra bekannt wurde, sowie der deutsche Orientalist und Forschungsreisende Heinrich von Maltzan, der im Jahre 1860 als Muslim getarnt mit einem durch Bestechung eines Arabers erhaltenen Pass Mekka besuchte, worüber er in einem 1865 erstmals erschienenen und bis heute mehrfach neu aufgelegten Buch berichtete. 1853 lieferte der englische Abenteuerreisende Richard Francis Burton eine detaillierte Beschreibung von Mekka, nachdem er dort als Derwisch verkleidet an allen wichtigen religiösen Zeremonien teilgenommen hatte. Der niederländische Islamwissenschaftler Christiaan Snouck Hurgronje hielt sich im ausgehenden 19. Jahrhundert ebenfalls unter falscher Identität in Mekka auf. Ergebnis seiner Studienreise war ein zweibändiges Werk (Mekka, erschienen 1889), das aus einem Text- und einem Bildband mit Fotografien besteht.

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