Meike Stoverock (* 19. August 1974 in Göttingen; zeitweise auch Meike Lobo) ist eine deutsche Biologin und Autorin von Sachbüchern sowie auch Krimis. Bekanntheit erlangte sie 2021 durch ihr Sachbuch Female Choice, das die intersexuelle Selektion durch die Frauen beim Menschen beschreibt.
Stoverock studierte von 1994 bis 2001 an der Universität Hamburg Biologie mit den Schwerpunkten Zoologie, Evolutionsökologie und Naturschutz und schloss mit dem Diplom ab. 2002 bis 2005 schrieb sie eine Doktorarbeit im Bereich Parasitologie/Epidemiologie an der Tierärztlichen Hochschule Hannover.
Mit Female Choice. Vom Anfang und Ende der männlichen Zivilisation veröffentlichte Stoverock im Februar 2021 ein erstes Sachbuch, in dem sie sich mit der intersexuellen Selektion des Menschen, deren jahrtausendelange Unterdrückung sowie Veränderungen in der modernen Gesellschaft auseinandersetzt.
Stoverock erläutert zunächst den wissenschaftlichen Konsens, dass beim Menschen, wie bei den meisten anderen Tierarten auch, bis zur Sesshaftwerdung die „Female Choice“ gegolten hat, also die Wahl der Sexualpartner durch die Frauen. Bis dahin haben sich beim Menschen die Frauen stets für nur 20–30 Prozent der Männer entschieden und nacheinander mit mehreren dieser Männer Kinder gezeugt, während die übrige Mehrheit der Männer keinen Fortpflanzungserfolg hatte. Erst mit der Sesshaftwerdung und den ersten Zivilisationen entstand unabhängig voneinander weltweit das Patriarchat, das Leben in Häusern nur mit der Kernfamilie und die Institution der Ehe. Frauen verloren viele Freiheiten, wurden aus dem öffentlichen Leben in das private Haus zurückgedrängt und von ihren Ehemännern abhängig gemacht. Für diejenigen Gesellschaften, die die lebenslange monogame Ehe einführten, hatte sie den Vorteil, dass damit der breiten Masse an Männern der Zugang zu Sex gesichert und so männliche Sexualkonkurrenz und damit auch Gewalt eingedämmt wird. Diese Monogamie habe die moderne Zivilisation überhaupt erst ermöglicht, der menschlichen Natur aber widersprochen und das zuvor vorherrschende Prinzip der „Female Choice“ weitestgehend unterdrückt. Biologisch und psychologisch habe sich der Mensch bis heute nicht verändert. Bspw. haben Männer insgesamt einen größeren Sexualtrieb und finden im Schnitt auch rund die Hälfte der Frauen attraktiv, Frauen aber nur etwa 14–17 % der Männer. Den Hang zum Partnerwechsel könne man u. a. an der starken Abnahme der Verliebtheit (bei beiden Geschlechtern) nach wenigen Monaten bis Jahren Beziehung erkennen sowie der geringen sexuellen Angezogenheit in langfristigen Beziehungen (vor allem bei der Frau).
Erst seit der Verbreitung der Antibabypille und steigende Frauenemanzipation kehre in der westlichen Welt langsam die „Female Choice“ zurück. Auch dies untermauert Stoverock mit Statistiken aus Studien, bspw. dass Scheidungen immer früher eingereicht werden (meist von der Frau), im Median mittlerweile nach 4–7 Jahren Beziehung, und dass sich in den letzten Jahrzehnten der Anteil kinderloser Männer deutlich erhöht hat (bspw. in Norwegen zwischen 1985 und 2012 von 14 auf 23 Prozent), während der Anteil kinderloser Frauen fast konstant blieb (von 10 auf 12 %). Stoverock prophezeit, dass schon in naher Zukunft wieder ein Großteil der Männer keine Partnerin finden wird.
Im Allgemeinen fordert Stoverock, mit der androzentrischen Zivilisation zu brechen. Diese verursache viel Leid vor allem bei Frauen, aber auch bei Männern. Da „friedliches Zusammenleben und hohe Sexualkonkurrenz“ einander ausschließen würden, plädiert sie unter anderem dafür, unfreiwillig sexuell enthaltsam lebenden Männern die sexuelle Betätigung zu ermöglichen, bspw. mit von Krankenkassen mitfinanzierten Prostituierten und Sexualtherapeutinnen. Pornographie solle zwar stärker reguliert werden, sei aber hilfreich bei der Triebabfuhr. Ebenso solle die Benutzung von Sexpuppen und Sexrobotern zu diesem Zweck normalisiert werden. In der Erziehung sollte bereits jüngeren Jungen beigebracht werden, dass es der Normalfall sei, wenn sie nie eine Partnerin finden. Das Auffangen dieser Männer begründet sie auch damit, dass diese sonst „häufig rechtskonservative Parteien“ wählen würden, „die an der patriarchalen Ordnung festhalten“. Die Manosphere, bspw. Jordan Peterson und die Incel-Bewegung, verstünde die Female choice beim Menschen nämlich in Grundzügen richtig, Stoverock lehnt aber deren konservative patriarchale Schlussfolgerungen entschieden ab.
Monika Dittrich urteilte im Deutschlandfunk, das Buch sei „aufwühlend [...]“, „radikal“ und provoziere. Stoverock argumentiere „klug“. Das Buch rege an, „völlig neu über das Verhältnis von Männern und Frauen nachzudenken und auch: zu streiten.“
Marlen Hobrack hält das Buch in Der Freitag zwar für „leichtfüßig und verständlich“, die biologischen Zusammenhänge seien jedoch „auch spekulativ“. Insbesondere aus feministischer Perspektive sei gegen die Thesen einzuwenden, dass beim Menschen beobachtete Verhaltensweisen nicht zwangsläufig auf biologische Ursachen zurückzuführen sein müssen, sondern auch kulturell bedingt sein können. Sie zieht außerdem Parallelen zum konservativen Psychologen Jordan Peterson, der eine „männliche Suprematie“ mit ähnlichen biologischen Zusammenhängen „wissenschaftlich“ zu untermauern versuche, allerdings unterscheide sich Stoverock insofern von Peterson, dass sie keine „männliche Suprematie“ anstrebe.
In der FAS kritisiert Helena Raspe die Behauptung, wonach das „‚female choice‘-Muster bis heute in unserer DNA gespeichert“ sein solle. Sie hält diese Behauptung für unbelegt; Stoverock nenne lediglich Indikatoren, aber keine Beweise. In einigen Bereichen des Buches argumentiere sie zudem „unwissenschaftlich und beschränkt sich auf simplifizierende Polemik“. Sie kritisiert ferner, dass Stoverock das Incel-Phänomen einzig auf fehlende „sexuelle Erfahrungen“ zurückführe und dabei den Wunsch nach „Wertschätzung und Intimität“ übersehe.
Anselm Neft sieht in der Berliner Zeitung Stoverocks Versuch, das Patriarchat zu erklären, als „gekonnt gescheitert“ an. In Anlehnung an den Historiker Wolfgang Behringer bewertet er die Hexenverfolgung nicht wie Stoverock als von der Obrigkeit systematisch geleitete Gewaltwelle gegen Frauen, sondern als Graswurzelbewegung, und sieht im Monotheismus von Christentum und Islam eher eine Stärkung der Rechte der Frauen im Vergleich zur Antike. Ihre Interpretation der weiblichen Figurinen der Steinzeit als Pornomaterial für Männer findet er nicht plausibel. Er sieht in der männlichen Erfindung der Ehe einerseits und dem männlichen Trieb, den Samen möglichst weit streuen zu wollen andererseits, einen Widerspruch, weshalb er fragt, ob das Incel-Problem wirklich auf Triebstau zurückzuführen sei, und nicht vielmehr, wie es die Patriarchatsforscherin Gabriele Uhlmann erklärt, auf Selbstwertprobleme, Anspruchshaltung und den Wunsch nach Zugehörigkeit. In Anlehnung daran kritisiert er, Stoverock würde keine Belege dafür liefern, dass Männer vor der Emanzipation weniger gewalttätig gewesen seien und die Ehe die Männer friedlich gemacht hätte. Er greift auch Uhlmanns Hinweise auf, dass Stoverocks Ansicht, Männer würden ohne Sex eher zu Gewalt und Vergewaltigung neigen, fragwürdig sei und dass in jungsteinzeitlichen Siedlungen wie Çatal Höyük auch nach Jahrtausenden der Sesshaftigkeit Gleichberechtigung geherrscht habe. Das Buch illustriere aber trotz aller Schwächen, dass Feministinnen Kultur und Biologie, Geistes- und Naturwissenschaften miteinander in Diskurs setzen sollten.
„Ein Fall für Skarabäus Lampe“ ist eine Krimi-Fantasy-Buchreihe, die seit 2022 beim Verlag Klett-Cotta erscheint. Die Serie spielt in der fiktiven Stadt Überstadt, einer anthropomorphen Tierwelt, in der Tiere wie Menschen leben, Kleidung tragen und komplexe soziale Strukturen bilden. Protagonist ist der Hase Skarabäus Lampe, ein exzentrischer Detektiv und Hobby-Entomologe, der von seinem ehemaligen Kindermädchen Helene Pick (ein Huhn) und dem Straßenkater Teddy unterstützt wird. Die Bücher verbinden klassische Krimi-Elemente wie „Whodunit“- und „Locked-Room“-Mysteries mit gesellschaftskritischen Themen wie Armut, Korruption und sozialer Ungleichheit.