Mefistofele ist die einzige vollendete Oper des italienischen Komponisten Arrigo Boito. Sie besteht aus einem Prolog, vier Akten und einem Epilog, beruht auf Goethes Faust-Dichtungen und wurde am 5. März 1868 in der Mailänder Scala uraufgeführt. Eine zweite überarbeitete und gekürzte Version wurde am 6. Oktober 1875 im Teatro Comunale in Bologna uraufgeführt, nachdem die ursprüngliche Fassung stark kritisiert worden war.
Die folgende Inhaltsangabe bezieht sich auf die Zweitfassung von 1875.
Der Gelehrte Dr. Heinrich Faust stößt an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit, sein Wissen weiter zu vermehren. Deprimiert sucht er nach der Erkenntnis vom Sein. Davon erweckt, geht Mefistofele, Fausts personifiziertes Böse, mit Gott eine Wette ein, ihn davon abbringen zu wollen. Gelinge ihm dies, so siege er über Gott und somit das Sein.
Frankfurt am Main, vor dem Stadttor
Faust und sein Schüler Wagner gesellen sich zu dem lustigen Treiben der Bürger und Bauern, die der Ausfahrt des Kurfürsten beiwohnen. Es ist Ostersonntag. Mit zunehmender Dämmerung fällt Faust ein zwielichtiger schwarzer Mönch auf, der umherstreift.
Zurück in seinem Studierzimmer erscheint der Mönch: Es ist Mefistofele. Er bietet Faust einen Pakt an, der daraus besteht, Faust im Leben zu dienen. Nach dem Tod solle es dafür umgekehrt sein. Der glücksuchende Faust willigt ein, woraufhin Mefistofele seinen Mantel ausbreitet und die beiden davonschweben.
Durch Mefistofele hat Faust seine Jugend wiedererlangt und versucht, der unschuldigen Margherita zu imponieren. Er bringt sie dazu, ihrer Mutter einen Schlaftrunk zu verabreichen, um sich mit ihr in die Kammer zurückzuziehen. Unterdessen tut Mefistofele es ihm mit Marta gleich.
Walpurgisnacht im Talgrund von Schierke und Elend
Nun findet sich Faust auf dem Brocken wieder, wo die Hexen ihren Sabbat feiern. Plötzlich hat er jedoch eine Vision von Margherita, die gefesselt in einem Kerker liegt. Mefistofele reißt ihn jedoch herb aus seinen Träumen.
Margherita hat im Wahn ihre Mutter vergiftet und ihr Kind ertränkt. Sie ist gefesselt im Kerker und erwartet ihr Urteil. Als sie Faust erblickt und der sie anhalten will zu fliehen, ist sie entzückt. Als Mefistofele jedoch auftritt, ändert sich ihre Laune. Sie weist Faust voller Grauen zurück. Margherita wendet sich an Gott mit der Bitte um Erlösung, die himmlischen Heerscharen erklären sie für erlöst.
Klassische Walpurgisnacht, an den Felsbuchten des Ägäischen Meeres
Im fernen Griechenland umwirbt Faust die schöne Helena, die den Kampf um Troja besingt. Letztendlich gesteht er ihr seine Liebe.
Die Zeit ist vergangen, der alte Faust befindet sich wieder in seinem Studierzimmer und sinniert über die Geschehnisse der Suche nach dem vollendeten Glück. Er fängt an zu begreifen, dass nur die Liebe zu Gott und zu sich selbst ihm dieses Gefühl geben kann. Er überwindet seinen Schatten, Mefistofele, und steigt ebenfalls erlöst in den Himmel auf.
Die Orchesterbesetzung der Zweitfassung enthält die folgenden Instrumente:
Holzbläser: zwei Flöten (2. auch Piccolo), zwei Oboen (2. auch Englischhorn), zwei Klarinetten (2. auch Bassklarinette), zwei Fagotte
Blechbläser: vier Hörner, zwei Trompeten, drei Posaunen, Serpent (auch Ophikleide und Cimbasso)
drei Pauken, Schlagzeug: Donnermaschine, große Trommel, Becken, Tamtam, Triangel, Hängebecken
Bühnenmusik (Banda): zwei Hörner, zwei Trompeten, drei Posaunen, Schlagzeug (drei kleine Trommeln, Becken, Tamtam, Donnermaschine), fünf Glocken, kleines Glockenspiel