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Maya-Kalender

Astronomisches Kalendersystem der Maya

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Der Maya-Kalender ist als astronomischer Kalender das historische Kalendersystem der Maya. Es ist der am weitesten entwickelte Kalender der mesoamerikanischen Ureinwohner.

Die Maya nutzten für unterschiedliche Zwecke verschiedene, einander ergänzende Kalender, die auf einer Tageszählung im Zwanzigersystem beruhen:

den rituellen Tzolkin-Kalender

die Lange Zählung, mit der längere Zeiträume erfasst werden konnten, die für Himmelsbeobachtungen und historische Aufzeichnungen eine große Rolle spielten.

Die Kombinationen von Tzolkin- und Haab-Daten wiederholen sich nach einer 52 Jahre dauernden Kalenderrunde.

Der Haab ähnelt zwar mit seinen 365 Tagen einem Sonnenkalender, ohne belegte Schalttage-Regelung kann man ihn allerdings nicht als solchen bezeichnen; die 5 Extra-Tage des 19. Monats sind keine Schalttage, sondern haben den Charakter von Epagomenen. Ohne Bindung an die Mondphasen ist der Haab auch kein Lunarkalender.

Auch der Tzolkin-Kalender ist – im Unterschied zu den meisten anderen historischen und modernen Kalendersystemen – nicht an den Sonnen- oder Mondrhythmus gebunden.

Es gab zahlreiche Spekulationen, welchen astronomischen oder sonstigen Vorgaben dieses komplexe System folgt.

Die Lange Zählung der Tage benötigten die Maya für astronomische Berechnungen und die Geschichtsaufzeichnung. Dabei laufen die einzelnen Stellen (wie 9.12.11.5.18) jeweils von [0..19], [0..19], [0..19], [0..17], [0..19]; das erste Baktun des Kalenders wurde statt 0 Baktun einmalig abweichend 13 Baktun genannt. Die lange Zählung stellt daher eine Datumsangabe dar, mit der jeder Tag seit dem Kalenderanfang am 11. August 3114 v. Chr. (13.0.0.0.0 4 Ahau 8 Cumku) eindeutig angegeben werden kann. Das älteste bisher gefundene Maya-Monument mit dem Datum 7 Baktun 16 Katun 3 Tun 2 Uinal 13 Kin lässt sich demnach auf den 5. Dezember 36 v. Chr. datieren.

Es fällt auf, dass der Beginn des Kalenders (13.0.0.0.0 4 Ahau 8 Cumku) und der Beginn des nächsten Baktun (13.0.0.0.0 4 Ahau 3 K'ank'in = 21. oder 23. Dezember 2012) den Datumsbestandteil 4 Ahau des Tzolkin-Kalenders enthalten. Dieses Tzolkin-Datum 4 Ahau bezieht sich nach der Mythologie der Maya auf die vier ersten Menschen bzw. Herren (Ahau) der gegenwärtigen Schöpfung, den Menschen aus Mais. Die Wiederholung dieses Datumsbestandteils nach 13 Baktun ist kein Zufall, denn nach 13 Baktun (= 1.872.000 Tagen) ist das kleinste gemeinsame Vielfache des 260-tägigen Tzolkin-Kalenders und eines 144.000 Tage dauernden Baktun erreicht. Mathematisch lässt sich zeigen, dass diese Eigenschaft auch für alle anderen Zeiteinheiten der Langen Zählung ab dem Uinal gilt; das bedeutsame Tzolkin-Datum 4 Ahau tritt also auch nach 13 Uinal, 13 Tun, 13 Katun; 13 Pictun, 13 Calabtun etc. wieder auf.

Darin soll dem Autor Marcel Polte zufolge zugleich die Antwort auf die bislang ungeklärte Frage liegen, warum die Maya bei der Langen Zählung als „Jahr“ bzw. Tun einen Zeitraum von 360 Tagen zugrunde legten, obwohl sie eine sehr genaue Kenntnis von der tatsächlichen Dauer des Sonnenjahres hatten und auch der Haab-Kalender 365 Tage umfasste. Durch die Verkürzung des „Jahres“ auf ein Tun mit 360 Tagen konnte sich das 4-Ahau-Datum nach 13 Tun-Zyklen wieder einstellen; für ein Tun mit 365 Tagen hätte dies nicht funktioniert.

Kin (Tag, wörtl. Sonne), Uinal, Tun, Katun, Baktun, Pictun, Calabtun, Kinchiltun und Alautun sind Bezeichnungen für Zeiträume in der Langen Zählung des Maya-Kalenders. Die Bezeichnungen höher als Baktun sind moderne Erfindungen von Forschern, die ursprünglichen Bezeichnungen sind nicht bekannt. Diese hohen Zahlenwerte kommen nur in einigen wenigen Inschriften und im Dresdner Mayacodex vor.

Das Haab diente den Maya zu zivilen Zwecken wie zur Berechnung der Saat- und Erntezeiten und ähnelt unserem Kalender, da es mit 365 Tagen rund ein Sonnenjahr umfasst. Im Haab-Kalender wird das Jahr in 18 „Monate“ mit je 20 Tagen und den 19. „Monat“ mit 5 „Unglückstagen“ unterteilt.

Nach Diego de Landa haben die Maya zusätzlich in jedem vierten Jahr einen Schalttag eingeschoben. Jedoch macht de Landa keine Angaben darüber, wie dabei der parallele Lauf von Haab und Tzolkin erhalten blieb. Ob tatsächlich Schalttage verwendet wurden, ist mangels anderer Quellen deshalb nicht bekannt. Aus diesem Grund kann auch keine Aussage über den Jahresbeginn des Haab in vorspanischer Zeit gemacht werden.

Für rituelle Zwecke benutzten die Maya den Tzolkin („Zählung der Tage“), bei dem jeder Tag (Kin) durch eine Kombination einer Zahl (Ton) von 1 bis 13 mit dem Namen einer von 20 Schutzgottheiten (oder Tagesnamen) bezeichnet wird. Ein Tzolkin-Datum bezeichnet daher einen bestimmten Tag in einer Periode von 260 Tagen und wird beispielsweise als 6 Edznab angegeben.

Da der Haab-Kalender 365 Tage und der Tzolkin-Kalender 260 Tage umfasst, wiederholen sich alle 18.980 Tage (kleinstes gemeinsames Vielfaches) oder 52 Haab-Jahre bzw. 73 Tzolkin-Jahre die Kombinationen von Haab- und Tzolkin-Daten. Dieser Zeitraum wird als Kalenderrunde bezeichnet, innerhalb deren eine Kombination aus Haab- und Tzolkin-Datum eindeutig ist.

Vollständige Datumsangabe und Umrechnung

Der Todestag des Herrschers Pakal I. von Palenque lautet im Maya-Kalender 9.12.11.5.18 6 Edznab 11 Yax:

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