Maximilian Eugen „Max“ Krah (* 28. Januar 1977 in Räckelwitz) ist ein rechtsextremer deutscher Politiker (AfD) und Jurist. Er ist seit 2025 Mitglied des Deutschen Bundestages (MdB), nachdem er von 2019 bis 2025 Mitglied des Europäischen Parlaments war.
Er war Spitzenkandidat seiner Partei für die Europawahl 2024. Mehrere Kontroversen um ihn führten im Mai 2024 dazu, dass die ID-Fraktion im Europaparlament alle AfD-Abgeordneten ausschloss, zu Krahs Rückzug aus dem AfD-Bundesvorstand sowie zu einem Auftrittsverbot im Europawahlkampf.
Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft Äußerungen Krahs als völkisch-nationalistisch, islamfeindlich, fremdenfeindlich und verfassungsfeindlich ein. Er vertritt ethnopluralistische Positionen und verkehrt in Kreisen der Neuen Rechten.
Maximilian Krah wurde als jüngstes von drei Kindern der Sonderschulpädagogin Sibylle Krah und des Ingenieurs Peter Krah (1941–2024) in der Oberlausitz geboren, wuchs aber in Dresden auf. Sein Großvater Martin Krah war Mitglied der NSDAP sowie des NSD-Ärztebundes und freiwilliger Arzt der Hitlerjugend in Hindenburg (Oberschlesien). Entgegen der gesicherten Faktenlage wurde dies von Maximilian Krah bestritten. Sein Vater Peter Krah war CDU-Mitglied und wurde nach der Wende 1990 Referent im wiedererrichteten sächsischen Innenministerium sowie Vorsitzender des Diözesanrats des Bistums Dresden-Meißen.
Krah legte 1995 das Abitur am Dresdner Kreuzgymnasium ab. Nach dem Wehrdienst studierte er ab 1996 Rechtswissenschaften an der TU Dresden. Er legte 2002 und 2004 die beiden juristischen Staatsexamen ab. 2011 wurde er an der TU Dresden mit einer rechtsvergleichenden Arbeit zum Unternehmenskauf zum Doctor iuris promoviert. Von 2010 bis 2012 absolvierte er ein postgraduales MBA-Studium, das gemeinsam von der London Business School und der Columbia Business School (New York) getragen wurde.
Krah lebt in Dresden, ist römisch-katholischer Konfession und verwitwet. Aus seiner Ehe gingen vier Kinder hervor. Er hat außerdem vier weitere Kinder aus zwei anderen Beziehungen.
Krah wurde 2005 als Rechtsanwalt zugelassen und betrieb u. a. mit Kollegen eine eigene Kanzlei in Dresden. Im Januar 2024 gab er seine Anwaltszulassung zurück. Dies wurde von der Rechtsanwaltskammer Tübingen bestätigt; er wird nicht mehr im offiziellen Anwaltsregister geführt.
Krah führte ab 2008 im Rahmen seiner Anwaltstätigkeit jahrelang millionenschwere Vermögenstransaktionen im Auftrag der Piusbruderschaft aus. Im Zuge einer Erbschaftsübernahme der Bruderschaft errichtete er eine Firma in Liechtenstein, eine Privatstiftung in Wien sowie eine Aktiengesellschaft in der Schweiz zum Zweck der Steuervermeidung. Laut seiner Aussage sei es damals darum gegangen, „eine elegante und verschwiegene Möglichkeit zu finden, das Erbe im Sinne der Bruderschaft zu verwalten“. Für die Piusbruderschaft war er ab 2009 im Prozess gegen den später wegen Volksverhetzung verurteilten britischen Piusbruder Bischof Richard Williamson tätig – so versuchte Krah, die Verbreitung eines von Williamson in Schweden gegebenen Interviews, das Aussagen der Holocaustleugnung enthielt, in Deutschland zu verhindern.
Krah übernahm eine Reihe politisch brisanter Fälle. So vertrat er die Männer, die 2016 vor einer Kaufhalle im sächsischen Arnsdorf einen irakischen Flüchtling an einen Baum gefesselt hatten. Eine weitere Mandantin war Susanne Dagen, Dresdner Buchhändlerin (Buchhaus Loschwitz) und Stadträtin der Freien Wähler, die gegen ihren Ausschluss von einem Workshop zu „rechten Netzwerken“ im Hygiene-Museum klagte. Des Weiteren vertrat er den als „Hutbürger“ bekannt gewordenen ehemaligen LKA-Mitarbeiter und Pegida-Anhänger Maik G. in einem Zivilverfahren gegen das ZDF.
Krah war nach Angaben der Rechtsanwaltskammer Tübingen in dem Bundesweiten Amtlichen Anwaltsverzeichnis (2023) der Bundesrechtsanwaltskammer am Kanzleisitz der Kanzlei Solutio Schneider Rechtsanwaltsgesellschaft mbH in Biberach an der Riß als Rechtsanwalt zugelassen. Der Kanzleichef Armin Schneider erklärte im August 2023, dass Krah „kein Mitarbeiter/Angestellter unserer Kanzlei“ und „null Komma null aktiv“ sei, er halte lediglich seine anwaltliche Zulassung über die Kanzlei. Auf der Internetseite der Kanzlei wurde Krah nicht aufgeführt. Alle Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, die in Deutschland zugelassen sind, müssen gegenüber einer der 27 regionalen Rechtsanwaltskammern – bei Krah die in Tübingen – oder der Rechtsanwaltskammer (RAK) beim BGH einen Kanzleisitz nachweisen, an dem sie ein Büro unterhalten und über dessen Adresse sie erreichbar sind. Die Rechtsanwaltskammer Tübingen nahm daher Ermittlungen auf. Sie sind laut RAK Tübingen abgeschlossen, das Ergebnis werde vertraulich behandelt. Im März 2024 wurde bekannt, dass Krah nicht mehr als Rechtsanwalt tätig ist. Sein Pressesprecher gab an, Krah habe seine Anwaltszulassung zurückgegeben, weil er keine Zeit mehr habe, neue Mandate anzunehmen; in letzter Zeit seien ohnehin nur Altmandate abgewickelt worden. Die Rückgabe der Anwaltszulassung erfolgte nach Angaben Krahs bereits Ende Januar 2024.
Nach der Wiedervereinigung trat Krah 1991 als 14-Jähriger der Jungen Union und 1996 der CDU bei. Während seines Jura-Studiums war er Vorsitzender des lokalen RCDS und Studentenvertreter im Fachschafts- und Fakultätsrat. 1998 war er studentischer Mitarbeiter bei der CDU-Bundestagsabgeordneten Christa Reichard und war in den folgenden Jahren u. a. Pressesprecher des CDU-Kreisverbandes Dresden. 2012 und 2016 strebte Krah jeweils vergeblich eine Bundestagskandidatur für die Dresdner CDU an.
Krah trat im September 2016 aus der CDU aus. Dabei schaltete er eine Homepage, um andere CDU-Mitglieder dazu zu bewegen, es ihm gleichzutun.
Im November 2016 trat er der AfD bei und wurde im Februar 2018 zum stellvertretenden Vorsitzenden der AfD Sachsen gewählt. Krah publiziert auf dem AfD-nahen Internetportal Deutschland-Kurier unter dem Titel Hier kräht der Krah. Im Juni 2022 wurde er vom 13. Bundesparteitag der AfD zum 4. Beisitzer des Bundesvorstandes gewählt. Mitte Mai 2024 zog sich Krah aus dem AfD-Bundesvorstand zurück.
Mitglied des Europäischen Parlaments
Im November 2018 wurde Krah von der Europawahlversammlung der AfD in Magdeburg auf den Listenplatz 3 der Wahlliste für die Europawahl 2019 gesetzt und zog im Mai 2019 als Abgeordneter ins Europaparlament ein. Dort gehörte Krah der Fraktion Identität und Demokratie (ID) an, war Delegierter für die Beziehungen zu den USA, stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für internationalen Handel (INTA) und stellvertretendes Mitglied der Delegation in der Parlamentarischen Versammlung Euronest.
Er war von 2019 bis 2022 stellvertretender Vorsitzender der AfD-Delegation im Europaparlament.
Wegen fraktionsschädigenden Verhaltens wurde Krahs Mitgliedschaft in der ID-Fraktion im Europäischen Parlament von April bis September 2022 suspendiert, weil er im französischen Präsidentschaftswahlkampf nicht Marine Le Pen unterstützt hatte, die dem zur ID-Fraktion gehörenden Rassemblement National vorsteht, sondern ihren rechtsextremen Konkurrenten Éric Zemmour.
Am 8. Februar 2023 wurde Krahs Mitgliedschaft in der ID-Fraktion erneut für drei Monate suspendiert, weil er die Vergabe eines PR-Auftrags der Fraktion an eine Agentur manipuliert haben soll. Die Suspendierung wurde im Mai verlängert.