An diesem Tag

Maximilian I. Joseph

König von Bayern (1806-1825)

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Maximilian I. Joseph oder kurz Max Joseph (* 27. Mai 1756 in Mannheim; † 13. Oktober 1825 auf Schloss Nymphenburg) aus dem Haus Wittelsbach war von 1776 bis 1793 Graf von Rappoltstein, von 1795 bis 1797 Herzog von Pfalz-Zweibrücken, von 1799 bis 1806 als Maximilian IV. (auch Max IV. Joseph) Kurfürst zu Pfalzbayern, letzter regierender Herzog von Berg, formal von 1799 bis 1801 Herzog von Jülich und ab 1806 als Maximilian I. (auch Max I. Joseph) König von Bayern.

Er begründete die Herrschaft der Wittelsbacher-Linie Pfalz-Birkenfeld-Bischweiler-Rappoltstein über Bayern. Durch ein Bündnis mit dem napoleonischen Frankreich stieg er am 1. Januar 1806 zum ersten König von Bayern auf. Durch die einschneidenden Reformen und territorialen Veränderungen seiner Zeit entstand unter seinem Minister Maximilian von Montgelas der moderne bayerische Staat. Mit der fortschrittlichen Konstitution des Königreichs Bayern von 1808 erließ Max Joseph eine der ersten Verfassungen in den deutschen Staaten. Von seinen Untertanen wurde er „der gute Vater Max“ genannt.

Max Joseph, mit vollem Namen Maximilian Maria Michael Johann Baptist Franz de Paula Joseph Kaspar Ignatius Nepomuk, stammte aus der Hauptlinie des Hauses Pfalz-Birkenfeld, die wiederum eine Seitenlinie von Pfalz-Zweibrücken aus dem pfälzischen Zweig der Familie der Wittelsbacher war, und wurde in Mannheim geboren. Seine Eltern waren Friedrich Michael (1724–1767), Herzog von Pfalz-Birkenfeld-Bischweiler, und Maria Franziska von Pfalz-Sulzbach (1724–1794), eine Enkelin des Pfälzer Kurfürsten Karl III. Philipp.

Max Joseph kam nach dem Tod seines Vaters in die Obhut seines Onkels, des Herzogs Christian von Zweibrücken. Seine Mutter war „ob ihres losen Lebenswandels“ verstoßen worden. So wuchs er in Frankreich, vor allem in Straßburg auf, wo er später auch Oberst im Corps d’Alsace der französischen Armee war. Zu seinen Erziehern zählten der französische Theologe Pierre de Salabert und der französische Offizier Agathon Guynement de Keralio. Sein Vater Friedrich Michael war erst 1746 zum Katholizismus konvertiert. Während seiner Zeit in Straßburg beherbergte Maximilian Joseph für einige Zeit Klemens von Metternich, der an der dortigen Universität studierte. Auch Maximilians erster Sohn Ludwig wurde in Straßburg geboren. Ursprünglich war Maximilian Joseph nicht zum Thronfolger vorgesehen, das war sein älterer Bruder Karl II. August von Pfalz-Zweibrücken, aber dessen einziger Sohn Karl August Friedrich starb bereits 1785 im Kindesalter. Zunächst wurde Max Joseph 1776 die Grafschaft Rappoltstein von seinem Bruder übertragen. 1781 wurde er Ehrenmitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Während der Französischen Revolution floh Max Joseph zunächst mit seiner Familie von Straßburg nach Darmstadt, der Heimat seiner Gemahlin, und schließlich nach Mannheim. In Mannheim lebte die Familie unter sehr bescheidenen Verhältnissen. Kurfürst Karl Theodor von Bayern hatte der Familie das Exil in Bayern versagt. Max Joseph ebenso wie sein Bruder Karl August hatten es sich wegen ihres Widerstandes gegen die Pläne Karl Theodors, Bayern gegen die österreichischen Niederlande zu tauschen, endgültig mit Karl Theodor verdorben, der seine Vettern aus Zweibrücken angeblich ohnehin mit Missgunst und Neid ansah. Karl Theodor lehnte Max Joseph auch deshalb ab, weil dieser den Illuminaten angehört haben soll, wie auch der aus Bayern vertriebene Illuminat Maximilian von Montgelas.

Kurfürst Karl Theodor hatte keinen legitimen Erben, seine Ehefrau Kurfürstin Maria Leopoldine von Österreich-Este weigerte sich, mit ihm zu schlafen. Den Zweibrückener Herzog verhöhnte er: „Will der mir die Hände binden und schon Erbe sein, so soll er sich schändlich betrogen haben.“ Als im April 1795 Max Joseph nach dem plötzlichen Tod seines Bruders als Regent das Zweibrücker Ländchen übernommen hatte, konnte er München einen offiziellen Besuch abstatten. Dabei soll er, wie Krauss-Meyl darlegte, Maria Leopoldine „beschlafen“ haben. Unmittelbar nach dem Tod von Karl Theodor informierte Maria Leopoldine Max von den Geschehnissen über spezielle, geheime Kuriere. Max wartete vor den Grenzen Bayerns und sofort nach der Todesnachricht begab er sich nach München. Später war Max Joseph Leopoldine gegenüber materiell durchaus auch großzügig. Max Joseph und Karl August stammten ebenso wie Karl Theodor von Wolfgang von Pfalz-Zweibrücken ab und waren somit seine nächsten Erben.

1795 erbte Max Joseph von seinem verstorbenen Bruder Karl II. August das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken, welches aber durch den Ersten Koalitionskrieg von der französischen Revolutionsarmee besetzt war. Nachdem auch in Mannheim Unruhen ausgebrochen waren, wählte er das damals preußische und nach dem Frieden von Basel neutrale Brandenburg-Ansbach zu seiner Exilresidenz. Zusammen mit seinem Mitarbeiter Maximilian von Montgelas plante er bereits weitreichende Verwaltungsreformen (Ansbacher Memoire). 1797 schloss er den Ansbacher Hausvertrag mit Wilhelm von Pfalz-Gelnhausen, dem Haupt der einzigen noch bestehenden weiteren Nebenlinie der Wittelsbacher, in dem die Einheit und Unteilbarkeit der wittelsbachischen Länder festgelegt wurde.

Nach dem Tod des bayerischen Kurfürsten Karl Theodor wurde Max Joseph als nächster Verwandter und entsprechend den Wittelsbacher Hausverträgen im Februar 1799 als Maximilian IV. Joseph dessen Nachfolger in allen Gebieten der Wittelsbacher. Die Personalunion Pfalz-Baiern war damals der drittgrößte Länderkomplex des Reiches. Als am 16. Februar 1799 Karl Theodor nach einem wenige Tage vorher erlittenen Schlaganfall starb, standen knapp 110.000 Mann österreichischer Truppen in Bayern. Der neue Kurfürst hatte das bayerische Heer bei seinem Regierungsantritt 1799 in erbärmlichem Zustand vorgefunden: Kaum eines der Regimenter hatte annähernd Sollstärke, der Ausbildungsstand der Truppen war schlecht und die Rumford-Uniformen waren unbeliebt und unpraktisch. Die allgemein als wenig brauchbar eingestuften etwa 17.000 Mann bayerischer Truppen waren über das ganze Land verstreut und in die österreichischen Verbände integriert. Dass Österreich in dieser Situation nicht unmittelbar Zugriff auf Bayern zu erreichen versuchte, war der allgemeinen politischen Lage (Preußen und Russland opponierten diplomatisch, andere Staaten hätten sich ebenfalls gegen Österreich gestellt) und wohl auch dem begonnenen Zweiten Koalitionskrieg zuzuschreiben, dessen Ausgang Österreich abwarten wollte. So blieb es bei letzten Versuchen des österreichischen Gesandten in München Graf Joseph Johann von Seilern noch auf dem Sterbebett Unterschriften Karl Theodors unter für Österreich günstige Abmachungen zu erreichen (wahrscheinlich Abtretungsvereinbarungen oder vergleichbare Testamentsklauseln), die die höchst eigenwillige zweite Frau Karl Theodors, die 22-jährige Maria Leopoldine von Österreich-Este, eine Habsburgerin, energisch vereitelte.

Max Joseph fordert von seinen Untertanen noch am Sterbetag von Karl Theodor am 16. Februar 1799 in seinem „Besitz-Ergreifungs-Patent“ als der „angebohrene rechte Landesherr unverbrüchliche Treue und unweigerlichen Gehorsam wie es frommen und christlichen Unterthanen gegen ihre „von Gott verordnete“ Landesherrschaft und Obrigkeit gebühret“. Am 17. April 1799 ordnet Max Joseph die Titulatur „von Gottes Gnaden“ auf allen churfürstlichen Schreiben an. Max Joseph konnte sein Erbe daher ohne Zwischenfälle antreten.

Einen Tag nach dem Eintreffen Max Josephs in München wurde Montgelas am 21. Februar 1799 zum Minister der Auswärtigen Angelegenheiten und des Landesherrlichen Hauses ernannt. Zwischen 1796 und 1817 bestand eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen Max Joseph und Montgelas. Montgelas’ Staatsauffassung war von einer geradezu ehrfürchtigen Haltung dem Souverän gegenüber geprägt, der formal allein alle Entscheidungen zu treffen und zu verantworten hatte. Umgekehrt stützte Max Joseph in dieser Zeit Montgelas nahezu bedingungslos gegen alle Kritiker und Intrigen. Es kann auf Grund der sehr unterschiedlichen Veranlagungen und Persönlichkeiten der beiden Männer kein Zweifel bestehen, dass theoretische Konzeptionen überwiegend von Montgelas ausgingen. Die konkreten Entscheidungen überließ Montgelas jedoch konsequent seinem Fürsten, den er der Form nach lediglich beriet. Es ist daher oft schwierig bei konkreten Entscheidungen letztlich mit Sicherheit auseinanderzuhalten, welche Sachverhalte Max Joseph persönlich zu verantworten hatte und welche auf Montgelas’ Einstellung zurückzuführen waren. Dies gilt insbesondere für einige schwierige Grundsatzentscheidungen, die durch langes Schwanken und Zögern geprägt waren.

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