An diesem Tag

Max Reger

Deutscher Komponist, Pianist und Dirigent

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Johann Joseph Maximilian Reger (* 19. März 1873 in Brand in der Oberpfalz; † 11. Mai 1916 in Leipzig) war ein deutscher Komponist, Organist, Pianist und Dirigent.

Der Großvater von Max Reger, Georg Reger, wurde am 7. Juli 1818 in Rannersdorf bei Pemfling geboren. Am 3. Mai 1843 heiratete er in Pemfling Katharina Jakob (* 3. Oktober 1810) aus Grafenkirchen.

Der Vater von Max Reger, Joseph Reger, wurde am 3. September 1847 „um 3 Uhr früh“ in Rannersdorf Nr. 5 geboren. Dessen Vater, Georg Reger, siedelte 1852 nach Pemfling über. Da er als Hilfsmesner an der St. Andreas-Kirche Zugang zur Orgel hatte, erwarb sein Sohn Joseph Kenntnisse in Klavier und Orgel.

Max Reger war der Sohn des Volksschullehrers („Ludimagister“) Joseph Reger und seiner Ehefrau Philomena Reger, geborene Reichenberger. Max hatte eine jüngere Schwester (Emma, 1876–1944). Drei Brüder starben noch im Kindesalter.

Frühe Förderung und Ausbildung

Max Reger wuchs in der seinem Geburtsort Brand in der Oberpfalz nahegelegenen Stadt Weiden auf. Er erhielt schon früh musikalische Unterweisung. Nach einem Besuch der Bayreuther Festspiele 1888 beschloss er (gegen den Wunsch seines Vaters) Musiker zu werden. Jeanette Ulrich, die ältere Schwester von Regers Mutter, war vermutlich die ausschlaggebende Person, die bei einem Besuch Regers bei seinen Pateneltern auf dem landwirtschaftlichen Gutshof Königswiesen maßgeblich seinen Entschluss unterstützte, ein Musikstudium zu beginnen.

Reger studierte am Konservatorium Sondershausen (bei dem Musiktheoretiker Hugo Riemann) und am Konservatorium in Wiesbaden (dort weiterhin bei Riemann und bei Albert Fuchs). Am Wiesbadener Konservatorium fand er eine sechs Jahre währende Anstellung als Lehrer für Musiktheorie, Klavier und Orgel. Zudem gab er in bürgerlichen Kreisen Klavierunterricht.

Seit seinem 17. Lebensjahr unterstand er der Wehrpflicht, was üblicherweise drei Jahre aktiven Dienst und mindestens vier weitere Jahre Verpflichtung als Reservist bedeutete. Aufgrund seines Bildungsgrades war es ihm möglich, stattdessen ein einjähriges „Freiwilliges Militärjahr“ abzuleisten und entsprechend länger Reservist sein zu müssen. Voraussetzung war, dass er die Kosten für dieses Jahr – im Gegensatz zu normalen Rekruten, die u. a. für Uniform, Unterbringung und Verpflegung beim dreijährigen Pflichtdienst nichts bezahlen mussten – komplett übernimmt. Nachdem sein Antrag von 1892 auf vorläufige Zurückstellung vom Dienst genehmigt wurde, trat er das Militärjahr zum spätmöglichsten Termin 1. Oktober 1896 an. Die Umstände bei der Armee (er war zum Gehorchen und Unterordnen völlig ungeeignet) griffen ihn so an, dass er alsbald für mehrere Wochen ins Lazarett kam. Zum anderen machte er beträchtliche Schulden in seinem Verwandten- und Bekanntenkreis, um das „Freiwillige Militärjahr“ bis zum Ende finanzieren zu können. Bis zum Ende der Militärzeit nahmen seine Hassausbrüche und Tobsuchtsanfälle sowie Trunksucht erheblich zu.

Infolge vorangegangener beruflicher Rückschläge (unter anderem zwei missglückte Bewerbungen um Kapellmeisterposten in Heidelberg und Bonn), zwei Operationen wegen einer damals als unheilbar geltenden Aktinomykose am Hals sowie aufgrund der Belastungen durch die Militärdienstpflicht erlitt er einen psychischen und physischen Zusammenbruch.

1898 holte Regers Schwester Emma ihren hochverschuldeten, alkoholabhängigen und kranken Bruder ins Elternhaus zurück. Seine Wiesbadener Jahre nannte er später seine „Sturm- und Trankzeit“. Seit dem 19. Juni 1898 wieder zu Hause, steigerte Reger seine musikalischen Aktivitäten enorm und rettete sich aus eigenen Kräften aus dem Tief. Bis März 1899 konnte er nahezu alle Schulden zurückzahlen. 1901 siedelte er nach München um, wo er sich mehr musikalische Anregungen erhoffte als in der Oberpfalz. 1902 heiratete Reger die geschiedene Protestantin Elsa von Bercken, die er schon 1893 in Wiesbaden kennengelernt hatte, aber erst in München wiedertraf. Die Trauung fand am 7. Dezember 1902 in Bad Boll statt. Die Ehe hatte seine Exkommunikation aus der katholischen Kirche zur Folge. Elsa stammte aus Kolberg; und Reger verbrachte dort in den Jahren von 1906 bis 1913 regelmäßig seine Sommeraufenthalte.

Als Komponist wie als konzertierender Pianist war Reger in dieser Zeit äußerst produktiv. 1905 wurde er als Nachfolger Rheinbergers an die Königliche Akademie der Tonkunst in München berufen, legte sein Amt aber bereits ein Jahr später wegen Unstimmigkeiten mit dem überwiegend konservativen Lehrkörper nieder. Während eines Konzertaufenthalts in Karlsruhe empfing Reger 1907 seine Berufung zum Universitätsmusikdirektor und Professor am Königlichen Konservatorium in Leipzig. Zu seinen Schülern zählten hier u. a. Joseph Haas, Wilhelm Rettich, Othmar Schoeck, Erwin Schulhoff, Johanna Senfter, Botho Sigwart zu Eulenburg, Hermann Keller, Hermann Grabner, Fritz Lubrich, Aarre Merikanto, Otto Didam, Ernst Smigelski sowie der spätere Filmkomponist Willy Schmidt-Gentner. Seine Konzert- und Kompositionstätigkeit behielt Reger bei.

Allerdings gab er den Posten des Universitätsmusikdirektors schon 1908 wieder auf. Stattdessen trat er 1911 die Stelle des Hofkapellmeisters bei der berühmten Meininger Hofkapelle an. Schon lange bevor er dieses Amt übernahm, formulierte er den Satz: „Es gibt nur ein Orchester, das ich haben möchte: Meiningen.“ Seine Leipziger Lehrtätigkeit übte er weiterhin aus. Im Jahr 1910 erfolgte in Berlin die Verleihung der Ehrendoktorwürde Dr. med. h.c.

Getrübt wurde seine Ehe ab 1906 zunehmend durch den überwunden geglaubten Alkoholismus, gegen den er bis an sein Lebensende kämpfte. Das Ehepaar adoptierte zwei Töchter: Marie-Marta Heyer (* 1905, adoptiert 1907) als Christa Reger und später Selma Charlotte Meinig als Lotti Reger (* 1905), um die sich jedoch hauptsächlich seine Frau Elsa kümmerte. Auch das große Arbeitspensum zwischen Lehrverpflichtung und Tourneen forderte seinen Tribut. Nach einem Konzert am 28. Februar 1914 in Hagen brach Reger zusammen. Er verbrachte eine einmonatige Kur in Meran, danach schloss sich ein Erholungsurlaub an. Am 1. Juli 1914 trat er von der Stellung als Hofkapellmeister zurück.

Die intensive Kompositions- und Konzerttätigkeit führte er jedoch bald wieder fort, auch nachdem er 1915 nach Jena gezogen war, von wo aus er einmal wöchentlich für seine Lehrveranstaltungen nach Leipzig fuhr. Auf einer dieser Reisen im Mai 1916 erlag Reger nach einem abendlichen Gaststättenbesuch mit Freunden in seinem Zimmer im Hotel Hentschel einem Herzversagen. Max Reger starb im Alter von 43 Jahren.

Regers Urne wurde – nach Aufbewahrung zu Hause in Jena – zum sechsten Todestag auf einem Weimarer Friedhof bestattet und schließlich 1930 zum 14. Todestag auf Wunsch seiner Witwe Elsa Reger, nachdem diese 1929 nach München zurückgekehrt war, in ein Ehrengrab auf den Münchner Waldfriedhof (Grab Nr. 131-W-14, ) überführt.

Berühmtheit erlangte Reger vor allem durch seine Kompositionen für Orgel. Bereits in seiner Wiesbadener Zeit hatte er, obwohl selbst „katholisch bis in die Fingerspitzen“, eine besondere Affinität für protestantische Choräle entwickelt, die ihn mit seinem großen Vorbild Johann Sebastian Bach verband. Reger entdeckte die alten barocken Gattungen Choralvorspiel, Fantasie und Fuge sowie Passacaglia wieder und entwickelte sie weiter. Besonders zu erwähnen sind die kühnen Choralfantasien. Geprägt wurde sein Kompositionsstil auch durch die Freundschaft zum Thomasorganisten und späteren Thomaskantor Karl Straube. Durch ihn lernte Reger die damals größten und modernsten Orgeln mit ihren vielseitigen Spielhilfen und technischen Neuerungen kennen. Seine Orgelwerke erfordern oft die Ausnutzung der technischen Möglichkeiten dieser Orgeln und enthalten beispielsweise mit solchen Instrumenten leicht realisierbare, große dynamische Spannen. Auch in den Bereichen Kammermusik (u. a. Literatur für Streichersolo), Lied, Chor- und Orchestermusik hat er Bedeutendes geleistet.

Während Regers formale Quellen im Barock liegen, steht er klanglich eher in der Tradition von Brahms und Liszt. Er schätzte auch Richard Wagner, dessen Parsifal ihn einst bewogen hatte, Musiker zu werden, erklärte aber: „Der Brahmsnebel wird bleiben – mir ist er lieber als die Gluthitze von Wagner.“

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