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Max Pommer (Architekt)

Deutscher Architekt und Bauunternehmer

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Emil Max Theodor Pommer (* 4. April 1847 in Chemnitz; † 5. Juli 1915 in Leipzig) war ein deutscher Architekt und Bauunternehmer, er gilt als einer der Pioniere des Stahlbetonbaus in Deutschland.

Max Pommer war der Sohn des Kaufmanns Emil Theodor Pommer (1816–1856) und der Gastwirtstochter Maria Emilie Thekla geb. Diesel (1826–1894). Nach der Konfirmation begann er eine Ausbildung zum Zimmermann und besuchte während der Wintermonate die Baugewerbeschule. 1864 ging er nach Hannover ins Atelier des Baurats Conrad Wilhelm Hase (1818–1902) und studierte dort an der damaligen Polytechnischen Schule. Nach dem Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger 1867/1868 in Dresden trat er in Duisburg eine Stellung als Bauzeichner an. 1869 leitete er in Paderborn den Wiederaufbau der Abdinghofkirche.

Nach dem Ende des Deutsch-Französischen Krieges, in dem er als Gefreiter das Eiserne Kreuz II. Klasse erhielt, fand er 1871 bis 1879 bei dem Leipziger Architekten Gustav Müller eine Anstellung. Als Pommer 1873 von Müller beauftragt wurde, die Ausführung und Bauleitung für die von ihm, Müller, entworfene Villa für den Verleger und Inhaber des Bibliographischen Institutes, Herrmann Julius Meyer, in der Plagwitzer Straße 44 (heute Käthe-Kollwitz-Straße 82) zu übernehmen, lernten Meyer und Pommer sich kennen und schätzen und der Verleger wurde Pommer väterlicher Freund, maßgeblicher Auftraggeber und Geschäftspartner.

1873 ging Pommer jedoch erst einmal nach Frankfurt am Main und übernahm die Leitung des Baues des Städelschen Kunstinstituts, kam nach dessen Fertigstellung nach Leipzig zurück und trat wieder in das Büro von Gustav Müller ein.

Am 11. Oktober 1875 heiratete er in der Geraer Salvatorkirche Helene Pauline Weber (1853–1928). Mit ihr zusammen hatte Pommer sechs Kinder. Die Töchter Käthe (geb. 1876), Helene (geb. 1877) und Marie Margarete (geb. 1886) halfen Max Pommer später bei den Bürotätigkeiten. Die Söhne Max (geb. 1879) und Hans (geb. 1882) sollten beruflich in seine Fußstapfen treten und sowohl als Architekten tätig werden wie auch die von Max Pommer aufgebaute, den Stahlbetonbau in Leipzig etablieren helfende Baufirma Max Pommer weiterführen. Der gleichnamige Dirigent ist sein Urenkel.

Selbstständigkeit und erste Bauten

Im Jahre 1879 kündigte Pommer nach einem Streit bei Müller und eröffnete sein eigenes Architekturbüro, zunächst im Gästezimmer seiner Wohnung. Sein erster Auftrag war die Errichtung der Villa Löblich für Kammwollwarenfabrikanten Paul Löblich in der Hainstraße 22 in Gera.

Im Jahre 1881/1882 konnte er bereits auf eigene Kosten seine erste Villa in der Hillerstraße 4 erbauen, in die er dann auch einzog. Ebenfalls in den Jahren 1881–1882 errichtete er für den Likörfabrikanten Eugen Häußler in der Geraer Bismarckstraße 9 (heute Friedrich-Engels-Straße 9) die Villa Häußler.

In den Jahren 1881–1883 errichtete er für den Leipziger Kaufmann Friedrich Willibald Ledig die heute Villa Thomana genannte Villa in der namensgebenden Sebastian-Bach-Straße für das Leipziger Bachviertel. 1882–1883 erbaute er für Feodor Otto Haraxim das Fabrikgebäude für dessen Firma Haraxim & Schmidt Glacé-, Carton- und Chromopapierfabrik in der Leipziger Brandvorwerkstraße 71 (heute Nr. 54).

Zusammenarbeit mit Hermann Julius Meyer

Die Villen Hermann Julius Meyer I bis IV

Die Zusammenarbeit mit dem Leipziger Verleger begann im Jahre 1872, als Pommer für das Architekturbüro Gustav Müller die Bauleitung für die von Müller für Meyer entworfene Villa Hermann Julius Meyer I in der heutigen Käthe-Kollwitz-Straße 82 übernahm. In der Folge sollte er mehrere Aufträger für Meyer selbst oder seine Firma übernehmen bzw. mit Meyer zusammen entwickeln, finanzieren und verkaufen.

Im Jahre 1883 kaufte er im Auftrag von Herrmann Julius Meyer ein Grundstück in der Plagwitzer Straße 55 (heute Käthe-Kollwitz-Straße 115 in Leipzig) an und errichtete dort in den Jahren 1885/1886 für Meyer die sogenannte Villa (Hermann Julius) Meyer II.

1886/1887 errichtete Pommer in der in unmittelbarer Nachbarschaft gelegenen Sebastian-Bach-Straße 44 eine weitere Villa, Villa Hermann Julius Meyer III, die Meyer im Jahre 1906 an Marie Voerster verkaufte. Die Villa brannte während des Kapp-Putsches vollständig aus und wurde in den Jahren 1921/1922 durch den Architekten Heinrich Moßdorf in veränderter Form wiederaufgebaut.

In denselben Jahren 1886/1887 erbaute Pommer für Meyer eine weitere Villa Hermann Julius Meyer (IV) in unmittelbarer Nachbarschaft zur Villa Meyer II in der Plagwitzer Straße 53 (heute Käthe-Kollwitz-Straße 113), die noch vor 1930 an Reinhold Müller verkauft wurde und bis heute erhalten ist.

Bereits im Jahre 1884 hatte Pommer zusammen mit dem Bildhauer Adolf Lehnert für Meyer auf dem Leipziger Südfriedhof (Abteilung III,5) eine Familiengrabstätte errichtet.

Bekannt wurde der Architekt Max Pommer vor allem durch seine ab 1887 für die von Herrmann Julius Meyer ins Leben gerufene „Stiftung zur Erbauung billiger Wohnungen“ entworfenen Kolonien Lindenau, Eutritzsch, Reudnitz und Kleinzschocher (die Meyer’schen Häuser). Im Jahre 1887 begann Pommer mit dem Bau der ersten Kolonie, der Meyerschen Häuser in Leipzig-Lindenau auf dem Areal Demmeringstraße 8–10, Erich-Köhn-Straße 17–39, Hahnemannstraße 6–28 und 15–21, Henricistraße 25b–53, Rietschelstraße 22 sowie Roßmarktstraße 5–7 und 6–8. Bis 1892 waren dort 35 Häuser errichtet, in den Jahren bis 1896 folgten weitere 17.

Weitere Kolonien Meyerscher Häuser folgten in Eutritzsch (1899–1901) und Reudnitz (1903–1908) sowie ab 1907 in der größten Kolonie Meyerscher Häuser in Kleinzschocher ab 1907 bis insgesamt 1937.

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