An diesem Tag

Max Eyth

Deutscher Ingenieur und Schriftsteller

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Eduard Friedrich Maximilian Eyth, seit 1896 Max von Eyth, (* 6. Mai 1836 in Kirchheim unter Teck; † 25. August 1906 in Ulm) war ein deutscher Ingenieur, Schriftsteller und Zeichner.

Max Eyth war bis 1882 über 20 Jahre lang in drei Weltteilen unterwegs zur Propagierung dampfgetriebener Maschinen, die in der Landwirtschaft und der Seilschifffahrt eingesetzt wurden. Durch vielfältige Erfindungen trug er zur Verbesserung der Maschinen bei. 1885 gründete er die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft, die er bis 1896 leitete.

In seinem letzten Lebensjahrzehnt in Ulm entstanden die meisten seiner literarischen Werke, von denen Hinter Pflug und Schraubstock, Der Kampf um die Cheopspyramide und Der Schneider von Ulm am erfolgreichsten waren. Max Eyth war auch ein begabter und produktiver Zeichner. Er hinterließ über 1000 Zeichnungen und Aquarelle, auf denen er Eindrücke nahezu aller Stationen seines bewegten Lebens festhielt.

Max Eyths Erfindungen überdauerten nicht das Zeitalter der Dampfmaschine. Seine schriftstellerischen und zeichnerischen Werke sicherten ihm hingegen einen Platz in der Literatur- und in der Kunstgeschichte.

Max Eyth wurde am 6. Mai 1836 als ältestes von drei Kindern in Kirchheim unter Teck geboren. Sein Vater war Eduard Eyth (1809–1884), Lehrer (Oberpräzeptor) an der Lateinschule in dem heutigen Max-Eyth-Haus (Erdgeschoss), in dem die Familie auch wohnte (1. Stock) und in dem Max Eyth geboren wurde. Der Vater betätigte sich auch als Schriftsteller und Übersetzer griechischer Klassiker. Seine Mutter Julie Eyth geb. Capoll (1816–1904) war eine erfolgreiche Autorin christlicher Aphorismen. Max Eyths Geschwister waren Julie Kraut verw. Conz geb. Eyth (1839–1896) und Eduard Wilhelm Eyth (1851–1875). Das Elternhaus war bestimmt „von pietistischer Christlichkeit und humanistischem Geist“.

1841 zog die Familie nach Schöntal, wo Max Eyths Vater als Professor für Griechisch und Geschichte an das Evangelisch-Theologische Seminar berufen und 1865 zum Direktor (Ephorus) ernannt wurde. In Schöntal erhielt Max Eyth von seinem Vater Privatunterricht, vielleicht auch im Klavierspiel, das er ein Leben lang mit großem Enthusiasmus praktizierte. Wahrscheinlich genoss er auch Privatunterricht im Freihandzeichnen, das er seit seiner Kindheit ausübte. Von 1848 an nahm Max Eyth als privater Gastschüler am Unterricht des altsprachlich ausgerichteten Seminars teil, wobei er sich besonders der Mathematik unter dem Lehrer Christian Zeller widmete.

In die Schöntaler Zeit fällt ein Erlebnis,

„wo der erste Funke des neuen Feuers, des Geistes unserer Zeit, auf mich fiel, um bald zur hellen Flamme zu werden, die mich durch ein langes, nicht müheloses Leben warm gehalten hat“.

Bei der Besichtigung eines wasserbetriebenen Eisenhammers (Hammerschmiede) in Ernsbach am Kocher im Alter von acht Jahren erfasste ihn eine tiefe Faszination für Maschinen und Technik, die ihn ein Leben lang nicht losließ. 1852 besuchte er in Heilbronn, wo die Eltern seines Vaters wohnten, noch ein halbes Jahr lang die Oberrealschule, um sich auf ein Studium an der Polytechnischen Schule in Stuttgart vorzubereiten. Von 1852 bis 1856 absolvierte er ein vierjähriges Studium an dieser Schule, wobei er als Schwerpunkt die Technische Mechanik wählte, aber auch allgemeinbildende Kurse besuchte. 1854 wurde er Mitglied des Corps Stauffia. Schon in Schöntal, vor allem aber während seines Studiums entstanden Max Eyths erste literarische Werke, Gedichte, Novellen, die Verserzählung „Volkmar“ und die Bauernkriegserzählung „Mönch und Landsknecht“.

Im November 1856 trat Max Eyth als Schlosserlehrling seine erste Stelle bei der Maschinenfabrik Hahn & Göbel in Heilbronn an, wurde jedoch nach sechs Wochen wieder gekündigt, weil er sich mit der eintönigen, untergeordneten Arbeit nicht anfreunden konnte. Seine nächste Stelle führte ihn nach Stuttgart-Berg, wo er im Januar 1857 bei der Dampfmaschinenfabrik Gotthilf Kuhn als Lehrling eingestellt und nach einem Jahr als Zeichner und Kundenmonteur eingesetzt wurde. 1860 schickte ihn sein Chef nach Paris, um dort den von Étienne Lenoir erfundenen Gasmotor auszuspionieren. Der Parisausflug weckte das Fernweh in ihm, und so beschloss er 1861 auf Wanderschaft zu gehen:

„Hinaus; lernen und lernend schaffen, war mein erster und letzter Gedanke. Alles andere mußte sich finden.“

1861 begann Max Eyth seine mehr als 20-jährige Odyssee als Vertriebsingenieur, die ihn durch die halbe Welt führte. Den Anfang seiner Wanderung bildete eine mehrwöchige Reise in große Städte des Ruhrgebiets und nach Belgien. Hier machte er sich mit den neuesten technischen Entwicklungen vertraut, konnte aber keine Stelle als Zeichner finden. Er beschloss daher, sich in das damalige Mekka der technischen Entwicklung nach England zu begeben.

Nach manchen fruchtlosen Versuchen, eine Anstellung als Zeichner zu finden, lernte er im Juli 1861 auf einer landwirtschaftlichen Ausstellung in Manchester John Fowler kennen, der ihn im September des Jahres in seiner Dampfpflugfabrik John Fowler & Co. in Leeds einstellte. Nach einer kurzen Werkstattpraxis und einem schweißtreibenden Praktikum im Dampfpflügen fand er alsbald Gelegenheit, sich als Zeichner und Konstrukteur zu bewähren, so dass Fowler ihn von Mai bis November 1862 zur Weltausstellung in London abordnete. Dort leitete er den Standaufbau, managte ein halbes Jahr lang den Firmenstand und betreute das internationale Publikum als Berater.

Anfang 1863 sandte Fowler seinen hochgeschätzten Mitarbeiter nach Ägypten, wohin er zwei seiner Dampfpflüge verkauft hatte. Die nächsten drei Jahre sollte Max Eyth nun in Ägypten verbringen. Er lernte Halim Pascha, den Enkel des verstorbenen Gouverneurs von Ägypten kennen, der viele Ländereien besaß und diese mit modernen Maschinen ausrüsten wollte. Als Oberingenieur leitete Max Eyth von Schubra am Nildelta aus den Einsatz der Dampfpflüge und anderer landwirtschaftlicher Maschinen, für die er selbst vielfältige Verbesserungen erfand. Daneben nutzte er die Gelegenheit, das von ihm seit seiner Jugend bewunderte alte Ägypten zu durchforschen. Rivalitäten mit dem ägyptischen Vizekönig führten 1866 zum wirtschaftlichen Zusammenbruch von Halim Pascha, so dass dieser Max Eyths Dreijahresvertrag nicht verlängern konnte. Im Mai 1866 verließ Max Eyth daher Ägypten.

Nach seiner Rückkehr auf den alten Kontinent nutzte Max Eyth die Zeit zu einem Aufenthalt in seiner Heimat und zu Reisen und Wanderungen. Nach einem halben Jahr brach er im November 1866 nach Nordamerika auf, um dort Fowlers Dampfpflüge und die Seilschifffahrt („Tauerei“) mit Fowlers Schleppmaschinen einzuführen. Trotz erfolgreicher Versuche auf dem Eriekanal verweigerten die Behörden die Konzession zur Installation des Systems in der Praxis. Auch die Einführung der Dampfpflüge blieb ohne Erfolg. Zurück in Europa gelang es Max Eyth in Belgien, auf der Maas ein Seilschiffahrtssystem zu installieren.

Von 1869 bis 1882 arbeitete Max Eyth wieder für Fowler in Leeds. Er beschäftigte sich mit der Konstruktion neuer und der Verbesserung bestehender Produkte und organisierte Fowlers Auftritt auf den jährlichen Landwirtschaftsausstellungen in England sowie auf den Weltausstellungen 1873 in Wien und 1878 in Paris. Zahlreiche Reisen führten ihn immer wieder in den Osten Europas, nach Amerika, Ägypten und Russland, wo er als Vertriebsingenieur die Fowlerschen Maschinen propagierte.

Zu Beginn der 1880er Jahre übernahm eine neue Generation die Geschäftsleitung der Firma Fowler. Spannungen mit der neuen Führung führten dazu, dass Max Eyth nach zwei Jahrzehnten 1882 die Firma verließ, um „to paddle my own canoe, wie es in einem netten englischen Lied heißt, mein eigenes Boot zu rudern“.

Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft

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