Massimiliano „Max“ Biaggi (* 26. Juni 1971 in Rom) ist ein ehemaliger italienischer Motorradrennfahrer.
Zwischen 1994 und 1997 gewann Biaggi in der 250-cm³-Klasse der Motorrad-Weltmeisterschaft vier Weltmeistertitel in Folge.
Ab 2009 ging Biaggi für Aprilia in der Superbike-Weltmeisterschaft an den Start, am 26. September 2010 wurde er, zwei Rennen vor dem Saisonfinale, Superbike-Weltmeister. Ebenso gewann er die Superbike-Weltmeisterschaft 2012.
Biaggis Hauptwohnsitz befindet sich in Monte Carlo. Er lebt mit dem italienischen Fotomodell Eleonora Pedron zusammen, am 22. September 2009 kam die erste gemeinsame Tochter zur Welt.
In seiner Kindheit interessierte sich Max Biaggi anfangs nur für Fußball, er wollte unbedingt Profifußballer werden und für seinen Lieblingsklub, den AS Rom, spielen. Sein Interesse für den Motorsport wurde von seinem Freund Daniele geweckt. Dieser nahm ihn an einem Sonntag einmal zur Rennstrecke von Vallelunga mit, wo Max seine ersten Runden auf einer Rennpiste drehte. Von diesem Tag an war Max ein Motorsportbegeisterter. Sein Vater Pietro war darüber nicht erfreut, da ihm der Sport zu gefährlich war, und verweigerte ihm anfangs seine finanzielle Unterstützung. Nachdem er sich später von der Ernsthaftigkeit der Absichten seines Sohnes überzeugt hatte, arbeitete er als sein Mechaniker.
1989, im Alter von 18 Jahren, bestritt Biaggi in Magione auf Honda sein erstes Rennen in der italienischen 125-cm³-Sport-Produktions-Meisterschaft und stürzte dabei. In der folgenden Saison gewann er die Meisterschaft mit sechs Siegen in sieben Rennen vor Lucio Cecchinello.
1991 gewann Biaggi auf Anhieb die 250-cm³-Europameisterschaft auf Aprilia.
Max Biaggi debütierte beim Grand Prix von Europa 1991 auf Aprilia in der 250-cm³-Klasse der Motorrad-Weltmeisterschaft, kam aber nicht ins Ziel. In diesem Jahr bestritt er noch drei weitere WM-Läufe, bei denen der 12. Platz beim Rennen in San Marino sein bestes Resultat war.
In der Saison 1992 startete er als Stammfahrer für das Valesi-Team auf Aprilia in der 250er-Klasse. Sein Teamkollege war Landsmann Pierfrancesco Chili. Beim fünften Saisonlauf, dem Großen Preis von Italien, gelang Biaggi mit dem dritten Platz seine erste Podiumsplatzierung, nachdem er mit Teamkollege Chili kollidiert war und diesen zu Sturz gebracht hatte. Beim letzten Saisonlauf im südafrikanischen Kyalami feierte sogar seinen ersten Sieg. Am Saisonende belegte er mit 78 Punkten Rang fünf in der Gesamtwertung.
Zur Saison 1993 wechselte Biaggi ins Team Rothmans Honda von Erv Kanemoto. Er erreichte einen Sieg beim Großen Preis von Europa, zwei zweite sowie zwei dritte Plätze und beendete die Saison mit 142 Punkten auf Rang vier der WM-Wertung.
In der Saison 1994 ging Max Biaggi zurück zu Aprilia und startete für das Chesterfield-Team mit einer komplett schwarz lackierten Maschine. Er gewann fünf Rennen, errang insgesamt zehn Podiumsplatzierungen und wurde mit 234 Punkten Weltmeister in der 250-cm³-Klasse.
In den folgenden Jahren dominierte Biaggi die 250er-WM. Er gewann auf Aprilia 1995 mit acht Siegen bei 13 Rennen überlegen den Titel. In der Saison 1996 setzte er sich mit nur sechs Punkten Vorsprung gegen den Deutschen Honda-Piloten Ralf Waldmann durch.
Zur Saison 1997 startete Biaggi wieder für Kanemoto-Honda auf der NSR 250, nachdem er von Aprilia weggeschickt worden war. Er gewann mit nur zwei Punkten Vorsprung den Weltmeistertitel, wiederum gegen Waldmann, der in diesem Jahr sein Teamkollege war. Die Titelentscheidung fiel erst beim letzten Saisonlauf im australischen Phillip Island, den Waldmann gewann, während Biaggi sich mit dem zweiten Platz aber den Titel sicherte.
Die zwischen 1994 und 1997 gewonnenen Weltmeisterschaften stellten einen neuen Rekord dar, noch nie zuvor hatte es ein Pilot geschafft, vier WM-Titel in Folge in der 250-cm³-Klasse zu gewinnen.
Zur Saison 1998 wechselte Max Biaggi mit dem Kanemoto-Team in die 500-cm³-Klasse. In seinem ersten Rennen in dieser Klasse, dem Großen Preis von Japan in Suzuka, gelang ihm als Debütant die Pole-Position, die schnellste Rennrunde und der Rennsieg, eine Leistung, die vor ihm zuletzt Jarno Saarinen 1973 gelang. Im tschechischen Brünn gelang Biaggi später ein weiterer Sieg. Nach seiner Disqualifikation beim Grand Prix von Katalonien in Barcelona, wo er eine Stop-and-Go-Strafe ignoriert hatte, hatte Biaggi keine Titelchancen mehr und wurde Vizeweltmeister hinter dem Titelverteidiger Mick Doohan.
Zur Saison 1999 wechselte Biaggi zu Yamaha und startete für das Marlboro Yamaha-Werksteam. Mit einem Sieg und sieben Podiumsplätzen belegte er in der Abschlusswertung den vierten WM-Rang.
In den folgenden beiden Jahren kämpfte Biaggi gegen die meist überlegenen Hondas, in der Saison 2000 wurde er WM-Dritter und sicherte Yamaha den Konstrukteurstitel, 2001 erreichte er den Vizeweltmeistertitel hinter Valentino Rossi.
Als zur Saison 2002 die 500-cm³- zur MotoGP-Klasse wurde und damit die bis dahin üblichen Zweitakter durch 990-cm³-Viertakter abgelöst wurden, pilotierte Biaggi im Yamaha-Werksteam die neue YZR-M1, die vor allem am Saisonbeginn der neuen Honda RC211V nicht ebenbürtig war. Trotzdem errang Biaggi zwei Siege und acht Podien und wurde wiederum Vizeweltmeister hinter Rossi.