Max Affolter (* 30. Dezember 1923 in Niedergerlafingen oder in Bern; † 8. März 1991 in Olten) war ein Schweizer Jurist und Politiker der Freisinnig-demokratischen Partei der Schweiz.
Max Affolter war der Sohn von Alfred Affolter, Direktor der Schweizerischen Strassenbau- und Tiefbau-Unternehmung AG (Stuag).
Er war mit Eva, die Tochter des Fabrikanten Fridolin Heer, verheiratet. Zu ihren drei Kindern gehört unter anderem die spätere Ärztin und Politikerin Franziska Schöni-Affolter.
Max Affolter verstarb an den Folgen eines Hirntumors; die Trauerfeierlichkeiten fanden in der Friedenskirche in Olten statt.
Nach dem Besuch der Kantonsschule Solothurn immatrikulierte sich Max Affolter zu einem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Zürich; später setzte er das Studium in Paris und an der University of Michigan in Ann Arbor im Bundesstaat Michigan in den USA fort und promovierte 1949 mit seiner Dissertation Der Eigenschaftsirrtum als Eheanfechtungsgrund nach schweizerischem Recht zum Dr. jur.
Nach seiner Rückkehr in die Schweiz war er als Fürsprecher, Notar und Rechtskonsulent in der Privatwirtschaft tätig, bevor er 1961 sein eigenes Anwaltsbüro in Olten eröffnete und vielfältig in der Wirtschaft tätig war; so war er unter anderem 1963 Fürsprecher des Schweizerischen Immobilienfonds Solinvest, 1970 erst Geschäftsführer und später Verwaltungsrat der Aktiengesellschaft vormals Schweizerischer Creditorenverband und 1971 Verwaltungsrat der Steinacker Holding AG in Olten. 1985/1986 und 1988 vertrat er als Anwalt die Usego-Trimerco-Holding. Seit 1986 war er Geschäftsführer der 1984 gegründeten Also-Holding AG in Hergiswil und wurde Präsident des Verwaltungsrates der ERO-Holding AG in Olten; dazu war er Vizepräsident der HIG-Anlagestiftung.
1984 verteidigte er die gesamte Solothurner Kantonsregierung, als diese wegen ihrer Teilnahme an einer umstrittenen Reise der Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG nach Spanien, angeklagt worden war; die Untersuchungsbehörde hatte ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der unerlaubten Annahme von Geschenken eröffnet. Die Verhandlung, in der seiner Forderung nach einem Freispruch gefolgt wurde, fand am 5. Januar 1983 statt.
Max Affolter war 1956 Hauptmann und Kommandant der Motorisierten Aufklärungs-Schwadron 36, die zur 6. Division gehörte; 1960 leitete er das Organisationskomitee 125 Jahre Offiziersgesellschaft des Kantons Solothurn. 1962 erfolgte seine Beförderung zum Major; sein letzter Dienstgrad war Oberst.
Als Fraktionspräsident der Freisinnigen war Max Affolter massgeblich an der Parlamentsarbeit beteiligt und der Initiant einer Parlamentsreform zur Stärkung der Legislative gegenüber der Exekutive. Während seiner Tätigkeit als Ständerat engagierte er sich vor allem in wirtschaftspolitischen Fragen und präsidierte unter anderem die aussenpolitische Kommission. Insgesamt gehörte er über einhundert parlamentarischen Kommissionen an.
Er war 1972 Präsident der Kommission, die im Auftrag des Oltner Gemeinderates einen Entwurf für eine neue Gemeindeordnung ausarbeitete.
Als Freisinniger war er von 1961 bis 1979 im Solothurner Kantonsrat; 1976 wurde er Kantonsratspräsident.
Seit 1975 stand er der Kommission des Kantonsrats für die Revision des Solothurner Parlamentsrechts vor, die im Dezember 1977 abgeschlossen wurde.
1978 wurde er Präsident der Kommission, die eine Totalrevision der Kantonsverfassung vorsah und deren Ergebnisse im Dezember 1979 und 1980 debattiert wurden.
Er war Vizepräsident des kantonalen Wirtschaftsrates, dem er seit 1976 angehörte; hierbei setzte er sich für möglichst wenige Staatseingriffe ein und er engagierte sich als Präsident des kantonalen Aktionskomitees für die Einführung des Frauenstimmrechts (siehe auch Frauenstimmrecht in der Schweiz).
Vom 26. November 1979 – er folgte dem zurückgetretenen Ulrich Luder – bis zu seinem Tod war er Mitglied des Ständerats, deren Vizepräsident er 1989 und Präsident er am 26. November 1990 wurde; sein Vorgänger war Luregn Mathias Cavelty und ihm folgte Arthur Hänsenberger.
1979 wurde er Mitglied der Gewährleistungskommission sowie im Dezember 1981 Mitglied der Aussenpolitischen Kommission des Ständerats, zu deren Präsident er im Dezember 1985 gewählt wurde, dazu erfolgte 1987 seine Wahl zum Mitglied der Geschäftsprüfungskommission des Ständerats.
1980 war er Präsident der Kommission des Ständerats, die sich mit der Bankkundensteuer befasste, sowie Kommissionspräsident der Kommission des Solothurner Kantonsrats, die sich mit der Totalrevision der Kantonsverfassung beschäftigte. Im selben Jahr war er Vizepräsident des Aktionskomitees für das Tragen der Sicherheitsgurten.
Er gehörte 1982 dem Initiativkomitee Für Ausgleich der kalten Progression an, das eine konsequente Durchsetzung des verfassungsmässigen Anspruchs auf Ausschaltung der kalten Progression forderte. 1983 war er Präsident des Initiativkomitees und erreichte, dass eine Kommission des Ständerats gebildet wurde, deren Präsident er wurde.