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Mauritiusfeldzug

Britischer Feldzug während der Napoleonischen Kriege

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Der Mauritiusfeldzug bezeichnet Maßnahmen zur gewaltsamen Sicherung der Seewege im Indischen Ozean und die dauerhafte Eroberung der Inseln Mauritius und Rodrigues durch das Vereinigte Königreich in den Jahren 1809 und 1810. Erobert wurde auch die Insel Réunion, die jedoch nach den Friedensverhandlungen im Jahr 1814 an Frankreich zurückgegeben wurde.

Am 12. November 1808 verließ die französische 40-Kanonen-Fregatte Venus unter Kommodore Hamelin Cherbourg, wobei sie die britische Blockade des Hafens durchbrach. Zur selben Zeit segelten drei weitere 40-Kanonen-Fregatten nach den französischen Inseln Mauritius (damals Île de France genannt) und Réunion (damals Île Bonaparte) die Fregatte Manche unter Kapitän Breton aus Cherbourg, die Bellone unter Kapitän Duperre und die Caroline aus Nantes. Diese vier Fregatten sollten die französische Position im Indischen Ozean stärken und Handelskrieg gegen die Britische Ostindien-Kompanie betreiben.

Am 31. Mai 1809 eroberte die französische Fregatte Caroline bei einem Angriff zwei von drei britischen Ostindienfahrern (Honourable East India Company Service). Mit den Ostindienfahrern HEICS Streatham und HEICS Europe geriet Handelsware von drei Millionen Pfund in französische Hände. Dem dritten Ostindienfahrer HEICS Lord Keith gelang die Flucht. Am 26. Juli 1809 eroberte die Venus ein Handelsschiff der Ostindischen Handelskompanie. Am 12. Oktober 1809 griff eine die Fregatten begleitende Sloop eine Handelsniederlassung der Ostindischen Handelskompanie an.

Am Kap der Guten Hoffnung befanden sich zu dieser Zeit folgende britische Kriegsschiffe:

die 36-Kanonen-Fregatten HMS Sirius und HMS Néréide,

das 64-Kanonen-Linienschiff HMS Raisonable und

die 18-Kanonen-Sloop HMS Otter.

Des Weiteren war die 38-Kanonen Fregatte HMS Boadicea auf dem Weg ans Kap der Guten Hoffnung.

Captain Josias Rowley übernahm in dieser Situation auf Befehl von Admiral Bertie das Kommando über dieses kleine Geschwader. Um den Verlust der zwei Ostindienfahrer auszugleichen, segelte Rowley mit dem Geschwader nach Rodrigues, wo 386 britische Soldaten unter Lieutenant Colonel Keating stationiert waren. Beide einigten sich auf einen sofortigen Angriff auf den Hafen von Saint-Paul auf Réunion. Die 386 britischen Soldaten wurden auf die 36-Kanonen Fregatte Néréide und die Sloop Otter verschifft. Am 21. August 1809 gingen 604 britische Soldaten (386 Infanteristen von Keating, 136 Royal Marines und 100 Seeleute) an Land und eroberten die französischen Küstenbatterien.

Derweil griff das britische Geschwader von See aus an. Diesem Angriff konnten die französischen Verteidiger nichts entgegenstellen, St. Paul wurde erobert. Die britischen Verluste beliefen sich auf 15 Tote, drei Vermisste und 58 Verletzte, während die französischen Verluste unbekannt sind. Die britischen Soldaten konnten die Ostindienfahrer HEICS Streatham, HEICS Europe und eine Sloop zurückerobern, sowie die französische Fregatte Caroline erbeuten. Die Caroline wurde repariert und als HMS Bourbonaise unter Captain Robert Corbett in Dienst gestellt. Nach einer Woche verließen die britischen Truppen den Hafen wieder, wobei die Infanteristen nach Rodrigues zurückgebracht wurden.

Weiterer französischer Handelskrieg

Währenddessen führten die beiden französischen Fregatten Venus und Manche begleitet von einer Sloop in der Bengalischen See Handelskrieg. Am 18. November 1809 eroberten die französischen Schiffe drei Ostindienfahrer – die HEICS Windham, die HEICS United Kingdom und die HEICS Charlton. Nur die HEICS Windham konnte nicht nach Mauritius gebracht werden, da sie Ende Dezember 1809 von der britischen 36-Kanonen-Fregatte HMS Magicienne zurückerobert wurde. Alle anderen Schiffe erreichten Mauritius. Die französische Fregatte Bellone eroberte in der bengalischen See am 2. November 1809 die britische 18-Kanonen-Sloop HMS Victor und am 22. November 1809 die portugiesische Fregatte Minerva. Diese drei Schiffe erreichten ebenfalls Mauritius. Nach der Hurrikansaison brachen die Bellone, die Minerve und die Sloop Victor in die bengalische See auf und eroberten trotz Widerstands am 3. Juli 1810 zwei reich beladene britische Ostindienfahrer – die HEICS Ceylon und die HEICS Windham. Ein weiterer Ostindienfahrer, die HEICS Astell, konnte entkommen. Insgesamt starben 22 britische Seeleute, 75 wurden verletzt. Auf französischer Seite waren 22 Tote und 38 Verletzte zu beklagen.

Währenddessen sammelte sich das britische Geschwader nach der Hurrikansaison vor Rodrigues:

die 36-Kanonen-Fregatte HMS Iphigenia unter Capt. Lambert,

die 36-Kanonen-Fregatte HMS Magicienne unter Capt. Curtis,

die 36-Kanonen-Fregatte HMS Néréide unter Capt. Nesbit Willoughby,

die 38-Kanonen-Fregatte HMS Boadicea unter Kommodore Josias Rowley, während

die 36-Kanonen-Fregatte HMS Sirius unter Capt. Samuel Pym Mauritius blockiert.

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