Matthias Matschke (* 17. Oktober 1968 in Marburg) ist ein deutscher Schauspieler, Theaterregisseur, Autor, Hörspiel- und Hörbuchsprecher. Er gehört zu den profiliertesten Charakterdarstellern im deutschsprachigen Raum und zeichnet sich durch ein vielseitiges Schaffen aus, das von anspruchsvollem Regietheater über tiefgründige Fernsehdramen bis zu populären Comedy-Formaten reicht.
Nach seinem Schauspielstudium in Berlin feierte Matschke Ende der 1990er-Jahre an der Berliner Volksbühne unter Frank Castorf und Christoph Marthaler seinen Durchbruch als Theaterschauspieler und spielte später an renommierten Häusern wie der Schaubühne am Lehniner Platz und dem Wiener Burgtheater. Einem Millionenpublikum wurde er ab 2002 durch Hauptrollen in preisgekrönten Comedy-Formaten wie Ladykracher, Pastewka und Sketch History sowie als Satiriker in der heute-show bekannt. Parallel etablierte er sich als ernsthafter Darsteller in bekannten Kriminalreihen, so als Kommissar Dirk Köhler im Magdeburger Polizeiruf 110 und in der Titelrolle als Kriminalpsychologen Jasper Thalheim der Serie Professor T. Neben seinen Arbeiten für Kino und Fernsehen ist er ein vielfach ausgezeichneter Hörbuchsprecher – 2020 erhielt er für die Bestseller-Vertonung Achtsam morden den Deutschen Hörbuchpreis. 2022 veröffentlichte er als Buchautor seinen Debütroman Falschgeld.
Matthias Matschke wurde als Sohn eines diplomierten Ingenieurs und einer Religionslehrerin in Marburg geboren und wuchs im Dorf Hahn (heute zu Ober-Ramstadt) bei Darmstadt auf. Er entwickelte bereits erstes Interesse am Schauspiel am Schultheater. 1988 machte er sein Abitur am Ludwig-Georgs-Gymnasium in Darmstadt; 1990 bewarb er sich zunächst für eine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München, wo er abgelehnt wurde. Danach studierte er die Fächer Deutsch und Religion auf Lehramt. Im Alter von 24 Jahren unternahm er an der Hochschule der Künste in Berlin einen weiteren Versuch, Schauspieler zu werden, und wurde angenommen. Zu seinen dortigen Dozenten gehörten Angelica Domröse und Andreas Kriegenburg. 1996 schloss er sein Schauspielstudium erfolgreich ab.
Nach seinem Studium erhielt Matschke sein erstes festes Engagement von 1996 bis 2000 an der Berliner Volksbühne. Unter der Intendanz von Frank Castorf avancierte er zu einem prägenden Gesicht des modernen Regietheaters. In dieser Zeit arbeitete er intensiv mit Regisseur Christoph Marthaler zusammen und spielte in dessen wegweisenden Inszenierungen wie Drei Schwestern von Anton Tschechow, Lieber Nicht. Eine Ausdünnung, Die zehn Gebote sowie in der Operette Pariser Leben von Jacques Offenbach. Auch Intendant Castorf besetzte ihn in zentralen Stücken, darunter Jean-Paul Sartres Die schmutzigen Hände, der Adaption von Irvine Welshs Trainspotting und Das obszöne Werk – Caligula. Für seine außergewöhnlichen Leistungen in diesen ersten Jahren wurde Matschke 1998 von der Kritikerjury der Fachzeitschrift Theater heute zum „Nachwuchsschauspieler des Jahres“ gewählt.
Nach der Jahrtausendwende weitete Matschke seine Theaterarbeit auf verschiedene freie Projekte und Gastengagements im deutschsprachigen Raum aus. So gab er im Jahr 2004 am Berliner Hebbel-Theater sein Debüt als Theaterregisseur und brachte dort eine eigene Bühnenfassung von Billy Wilders Filmkomödie Eins, zwei, drei zur Aufführung. Als Schauspieler folgten bedeutende Arbeiten an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin. Hier spielte er unter der Regie des australischen Regisseurs Benedict Andrews in Sarah Kanes Drama Gesäubert (2004), arbeitete mit dem flämischen Regisseur Luk Perceval für Marius von Mayenburgs Turista (2005) zusammen und stand für David Marton in Die Heimkehr des Odysseus (2011) sowie für Yael Ronen im generationenübergreifenden Projekt Dritte Generation (2014–2015) auf der Bühne. Regelmäßige Stückverträge führten ihn zudem an das Schauspielhaus Zürich, wo er 2004 erneut unter Christoph Marthaler in Georg Büchners Drama Dantons Tod zu sehen war.
Ab 2011 verlagerte sich ein Schwerpunkt seiner Theaterarbeit an das Wiener Burgtheater. Dort feierte Matschke große Erfolge unter der Regie von Barbara Frey, unter anderem in der Rolle des Lord Goring in Oscar Wildes Komödie Der ideale Mann. Unter der Spielleitung des Regisseurs Antú Romero Nunes übernahm er zudem tragende Rollen in zeitgenössischen Produktionen wie Wolfram Lotz’ Einige Nachrichten an das All. Neben Engagements bei den Salzburger Festspielen und dem Schauspiel Frankfurt zog es Matschke in den darauffolgenden Jahren vermehrt zum Musiktheater. Er übernahm Hauptrollen in humorvollen und anspruchsvollen Operetteninszenierungen, wie etwa in Jacques Offenbachs Die Banditen an der Oper Frankfurt unter der Regie von Katharina Thoma sowie in Ralph Benatzkys Im weißen Rössl an der Volksoper Wien unter der Regie von Jan Philipp Gloger.
1996 stand Matschke in einer Episodenrolle als Bandenchef in der ZDF-Krimiserie Die Stadtindianer erstmals vor der Kamera. Seit Ende der 1990er-Jahre ist er kontinuierlich auf der Kinoleinwand zu sehen. Sein Filmdebüt gab er 1999 in einer Nebenrolle als MfS-Parteimitglied Georg in Leander Haußmanns Komödie Sonnenallee. Nach frühen Rollen in Pop-Literaturverfilmungen und Komödien wie Soloalbum (2003) mit Matthias Schweighöfer spielte er in den Folgejahren in einer Vielzahl von Independent-Filmen, Dramen und Komödien mit. Zu seinen profiliertesten filmischen Arbeiten gehören Rollen in Boxhagener Platz (2010), der Tragikomödie Das Leben ist nichts für Feiglinge (2012) sowie im historischen Drama Der Staat gegen Fritz Bauer (2015), in dem er unter der Regie von Lars Kraume den Oberstaatsanwalt Kugler darstellte.
Sein komödiantisches Talent wurde früh von Anke Engelke entdeckt, was ab 2002 zu seiner langjährigen Mitwirkung in der mehrfach preisgekrönten Sat.1-Sketch-Comedy Ladykracher führte. Einem Millionenpublikum wurde er ab 2005 durch seine Rolle in der Kult-Sitcom Pastewka bekannt, in der er über fast fünfzehn Jahre hinweg Hagen Pastewka spielte – den glücklosen, leicht bieder wirkenden und permanent vom Pech verfolgten Halbbruder der Titelfigur (Bastian Pastewka).
Seine parodistische Wandlungsfähigkeit zeigt er seit Oktober 2015 als „Dr. Matthias Matschke“ in der satirischen Nachrichtensendung heute-show um Oliver Welke auf. Ebenfalls ist er seit 2015 Bestandteil des Ensembles der Sketch-Comedy-Serie Sketch History, in der historische Ereignisse parodiert wurden. Matschke schlüpfte dort unter anderem in die Rollen von Ludwig van Beethoven, Joseph Goebbels und John F. Kennedy.
Parallel zu seinen Comedy-Erfolgen etablierte er sich als ernsthafter Charakterdarsteller für das öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Seinen Einstand im klassischen Krimi-Genre gab er an der Seite von Anna Loos im ZDF-Samstagskrimi Helen Dorn, in der er von 2014 bis 2016 den Kriminalhauptkommissar Gregor Georgi verkörperte. Viel Aufmerksamkeit erhielt er durch die Titelrolle des Kriminalpsychologen Jasper Thalheim in der ZDF-Krimiserie Professor T. (2017–2020), in der er einen genialen, aber unter extremen Zwängen und Phobien leidenden Wissenschaftler spielte, der die Kölner Kriminalpolizei berät.
Von 2015 bis 2018 übernahm Matschke an der Seite von Claudia Michelsen die Rolle des Kommissars Dirk Köhler im Magdeburger Polizeiruf 110 für den MDR. Neben diesen festen Serienhauptrollen ist er regelmäßig in anspruchsvollen Fernsehdramen wie Matti Geschonnecks Südstadt sowie in Episodenhauptrollen bekannter Fernsehreihen wie dem Tatort oder Nord Nord Mord zu sehen. 2025 spielte er in der dritten Staffel der ARD-Serie Almania mit Phil Laude die Rolle des Philipp Daniel Schubert (Episode 4: Annikas Erzeuger).
Matschke betätigt sich zudem als Sprecher von Hörbüchern und Hörspielen. Seinen kommerziell und kritisch größten Erfolg als Solo-Sprecher feierte er mit der Vertonung der Bestseller-Reihe Achtsam morden von Karsten Dusse. Seine Interpretation des mörderischen, aber tiefenentspannten Anwalts Björn Diemel brachte ihm 2020 den Deutschen Hörbuchpreis in der Kategorie „Beste Unterhaltung“ ein und führte dazu, dass er auch die darauffolgenden Bände der Kriminal-Satire einsprach. Darüber hinaus vertonte Matschke ein breites Spektrum zeitgenössischer Belletristik wie Richard Ropers Das Beste kommt noch, Klassiker der Kinderliteratur wie Roald Dahls Charlie und die Schokoladenfabrik sowie den Coming-of-Age-Roman Frankie – Unter Menschen von Jochen-Martin Gutsch und Maxim Leo. Im Jahr 2022 las er zudem das Hörbuch zu seinem eigenen literarischen Debütroman Falschgeld für den Hoffmann und Campe Verlag ein. Im Rahmen aufwendig besetzter Großprojekte wirkte er außerdem im hochkarätigen Ensemble-Hörbuch zu Joanne K. Rowlings Harry Potter und der Stein der Weisen mit.