An diesem Tag

Matthias Helferich

Deutscher Politiker (AfD), MdL, MdB

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Matthias Helferich (* 14. Oktober 1988 in Dortmund-Hombruch) ist ein deutscher Rechtsanwalt und rechtsextremer Politiker (AfD). Zuvor gehörte er der CDU an und war Vorsitzender der Schüler Union Nordrhein-Westfalen; 2016 trat er der AfD bei. Helferich gehört seit 2021 dem Deutschen Bundestag an. In der 20. Wahlperiode war er fraktionslos, seit Februar 2025 gehört er der AfD-Bundestagsfraktion an.

Innerhalb der AfD wird Helferich dem völkisch-nationalen Parteiflügel um Björn Höcke zugerechnet und in Medien auch als „West-Höcke“ bezeichnet. Überregional bekannt wurde er 2021 durch veröffentlichte private Chatnachrichten, in denen er sich unter anderem als „freundliches Gesicht des NS“ und „demokratischen Freisler“ bezeichnet hatte. Helferich erklärte, die Äußerungen seien ironisch beziehungsweise persiflierend gemeint gewesen.

Helferich wuchs in Dortmund auf und bestand dort das Abitur. Nach dem Wehrdienst beim Wachbataillon der Bundeswehr in Siegburg begann Helferich 2009 ein Studium der Rechtswissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Eine Reserveoffizierslaufbahn konnte er nicht beginnen. Er trat der Bonner Burschenschaft Frankonia bei, aus der er 2021 ausgeschlossen wurde.

Ab Oktober 2011 setzte er sein Studium an der Ruhr-Universität Bochum fort. Im Jahre 2015 bestand er die erste juristische Staatsprüfung am Oberlandesgericht Hamm. Helferich war im Anschluss als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einem Lehrstuhl für Wirtschaftsrecht an der Ruhr-Universität Bochum und als Dozent für Staats- und Europarecht am Studieninstitut Ruhr für kommunale Verwaltung tätig. Ab 2018 absolvierte er das Rechtsreferendariat in Dortmund, Düsseldorf sowie Klagenfurt und bestand im Anschluss das zweite juristische Staatsexamen am Landgericht Dortmund. Seit 2020 arbeitet er als Rechtsanwalt in Dortmund.

Helferich ist eigenen Angaben nach ledig und gehört der evangelischen Kirche an.

Partei und politische Organisationen

Helferich war einige Zeit lang Mitglied und 2005 bis 2006 Vorsitzender der CDU-nahen Schüler Union NRW. Zentrale Themen während dieser Zeit waren unter anderem das Kopftuchverbot für muslimische Lehrkräfte sowie eine kritische Prüfung des Islamunterrichts an Schulen. Im Zusammenhang mit seinem Auftreten als Landesvorsitzender der Schüler Union wurden Helferich nach eigenen Angaben bereits im Jahr 2006 innerhalb von Junger Union und CDU rechtsextreme Tendenzen vorgeworfen. Zudem soll er laut der taz den damaligen JU-Landesvorsitzenden Hendrik Wüst auf einer Geburtstagsparty antisemitisch beleidigt haben. Helferich stritt diese Beleidigungen ab. Die CDU NRW wollte sich zu den Vorwürfen und möglichen rechtsextremen Tendenzen laut Artikel nicht äußern.

Im Dezember 2025 erklärte der CDU-Bundestagsabgeordnete Lukas Krieger in einer Erwiderung während einer Bundestagsdebatte, er habe Helferich als damaliger Bundesvorsitzender der Schüler Union Deutschlands aus der Organisation ausgeschlossen, weil dieser versucht habe, „rechtsradikale Umtriebe“ in die Schüler Union zu tragen. Helferich hatte zuvor auf ein 2005 während einer Fahrt der Berliner Schüler Union nach Riga entstandenes Video verwiesen, in dem Krieger und zwei weitere CDU-Nachwuchspolitiker in alkoholisierter Runde mit nationalsozialistischen Parolen und einem Hakenkreuz-Abzeichen zu sehen waren. Krieger, der von 2006 bis 2008 Bundesvorsitzender der Schüler Union war, trat nach Bekanntwerden des Videos im Jahr 2008 zunächst aus der CDU aus und 2012 wieder ein. Er bezeichnete den Vorfall später als den „schwersten Fehler“ seines Lebens und erklärte in derselben Bundestagsdebatte, er habe sich davon klar distanziert.

Laut einer Recherche der Ruhr Nachrichten versuchte die Junge Union Nordrhein-Westfalen im Jahr 2007, Helferich aufgrund zahlreicher umstrittener Aussagen aus der Organisation auszuschließen. Ihm wurden unter anderem antisemitische, homophobe und rassistische Äußerungen vorgeworfen. Mehrere Zeugen bestätigten diese Vorfälle, die sich unter anderem auf Veranstaltungen der Schüler Union ereignet haben sollen. Helferich bestreitet alle Vorwürfe. Ein Verfahren wegen Volksverhetzung vor dem Amtsgericht Dortmund endete mit einem Freispruch aus tatsächlichen Gründen. Das von der JU eingeleitete Parteiausschlussverfahren wurde nicht weiterverfolgt, und Helferich zog sich nach den Vorfällen aus der CDU zurück. Im Juli 2015 trat er offiziell aus der CDU aus.

Wenige Monate später wurde er Mitglied der AfD und schloss sich 2016 der Jungen Alternative an. Im Bundestagswahlkampf 2021 belegte ihn die AfD aufgrund eines Skandals um einige Äußerungen Helferichs (siehe Abschnitt #„Nazi-Affäre“) mit einer Ämtersperre und er trat nicht in die Bundestagsfraktion ein. Im Anschluss leitete auch die AfD ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn ein, das jedoch nicht zu seinem Ausschluss führte (siehe Abschnitt #Parteiausschlussverfahren).

Helferich ist Ratsmitglied in Dortmund und Bezirksvertreter in der Bezirksvertretung Dortmund-Scharnhorst.

Bundestagswahl 2021 und 20. Deutscher Bundestag

Für die Bundestagswahl 2021 am 26. September 2021 trat er als Direktkandidat im Bundestagswahlkreis Dortmund II sowie als Listenkandidat für die AfD in Nordrhein-Westfalen an. Er zog über Platz sieben der Landesliste in den 20. Bundestag.

Kurz nach der Bundestagswahl erhielten alle Abgeordneten des Deutschen Bundestags eine anonyme Mail aus der AfD oder deren Umfeld von einem Account mit dem Pseudonym Klaus Retter, in der vor Helferich gewarnt wurde. Während der konstituierenden Sitzung der neu gebildeten AfD-Bundestagsfraktion am 28. September 2021 wurde intern kontrovers über die Aufnahme von Helferich in der Fraktion diskutiert, woraufhin dieser freiwillig den Sitzungssaal verließ und kurz darauf durch den Ehrenvorsitzenden Alexander Gauland verlautbaren ließ, auf sein Angehören in der AfD-Bundestagsfraktion zu verzichten, sich aber vorzubehalten, einen Antrag auf ein Gastmandat zu stellen, das jedoch nicht genehmigt wurde. Im 20. Deutschen Bundestag verblieb Helferich als fraktionsloser Abgeordneter.

Im Januar 2023 beantragte Helferich in einem Schreiben an den AfD-Fraktionsvorstand erneut seine Aufnahme in die Bundestagsfraktion. Bevor jedoch in der darauffolgenden Fraktionssitzung über diese Anfrage abgestimmt werden konnte, beantragte der AfD-Bundestagsabgeordnete Gottfried Curio erfolgreich die Streichung dieser Abstimmung von der Tagesordnung. Somit wurde über die Aufnahme Helferichs nicht abgestimmt, weshalb er weiterhin seinen Status als fraktionslos beibehielt.

Bundestagswahl 2025 und 21. Deutscher Bundestag

Bei der Bundestagswahl 2025 erhielt Helferich im Wahlkreis Dortmund II 18,5 Prozent der Erststimmen und erreichte damit den dritten Platz hinter Sabine Poschmann (SPD, 32,4 Prozent) und Michael Depenbrock (CDU, 24,9 Prozent). Helferich zog über Platz sechs der Landesliste der AfD Nordrhein-Westfalen in den 21. Bundestag ein.

In der konstituierenden Sitzung der AfD-Fraktion nach der Bundestagswahl 2025 wurde Helferich am 25. Februar 2025 Teil der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag.

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