An diesem Tag

Matthias Eckoldt

Deutscher Schriftsteller, Dozent und Radioautor

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Matthias Eckoldt (* 24. Dezember 1964 in Berlin) ist ein deutscher Schriftsteller, Wissenschaftsautor und Radiomacher.

Matthias Eckoldt hat einen Sohn, lebt in Berlin und ist in zweiter Ehe verheiratet.

Eckoldt studierte Philosophie, Medienwissenschaft und Germanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er wurde über Systemtheorie und Foucault’sche Machtanalytik mit einer Schrift über Das Machtdispositiv der Massenmedien promoviert.

Im schriftstellerischen Werk von Matthias Eckoldt kann man bislang zwei Phasen ausmachen: Die erste lässt sich im Kontext der Postmoderne begreifen. In Romanen wie Moment of Excellence (Eichborn Verlag 2000) ironisiert, parodiert und dekonstruiert der Autor Schreibstile, Genre und Figurenpsychologien. Diese Phase findet ihren Abschluss mit dem Erzählband TopIdioten (Kulturverlag Kadmos 2009), der in der taz mit den Worten beschrieben wurde: „Eckoldts Protagonisten sind Konsumidioten – Gefangene im Reich der unbegrenzten Möglichkeiten, in dem Information zur Ware wird, zum Wert, von dem niemand genau sagen kann, wie hoch er eigentlich ist. Genau diese Optionsvielfalt, von der sie fasziniert sind, dieser unberechenbare Wert, der wie Aktienkurse zu steigen und zu fallen scheint, wird ihnen zum Verhängnis. Eckoldt zeigt sie in ihrem Scheitern. Ihre Hipness wird zur lächerlichen Pose, das Leben zu einem großen Zucken, ausgelöst durch den unablässig fließenden Reizstrom der Mediengesellschaft.“

Die zweite Phase beginnt mit dem 2010 erschienenen Boxerroman Letzte Tage (Dittrich Verlag, 2010), in dem Eckoldt von allen Brechungen und Parodien Abstand nimmt und feinsinnig die sehr menschliche Geschichte eines Boxtrainers erzählt, der sich selbst abhandenkommt. Im Deutschlandfunk hieß es über das Buch: „Matthias Eckoldt gelingt es, den Leser über 200 Seiten hinweg soghaft in die körperfixierte Welt der Faustkämpfer hineinzuziehen.“

In seinen medientheoretischen Arbeiten analysiert Matthias Eckoldt die reale und realitätsgebende Macht der Medien und widmet sich den Medientechniken moderner Machtausübung. Massenmedien begreift er als „task force“ der Disziplinarmacht. Grundlegend für diese Sichtweise der Massenmedien ist sein Buch „Medien der Macht – Macht der Medien“ (im Kulturverlag Kadmos, 2007), über das die Fachzeitschrift MEDIENwissenschaft schrieb: „Eckoldt kann sowohl auf innersystemische Beschreibungen als auch auf außersystemische Bezüge und Zusammenhänge zurückgreifen, um eine moderne, umfassende und schlüssige Theorie der Massenmedien zu formulieren.“

Seit 2013 beschäftigt sich Eckoldt verstärkt mit neurowissenschaftlichen Themen. Für sein Buch Kann das Gehirn das Gehirn verstehen? besuchte er neun renommierte Hirnforscher und befragte sie nach ihren Forschungsansätzen sowie den Grenzen der Erkenntnis des Faches. Aus dieser Arbeit entstand ein gemeinsames Projekt mit dem Neurowissenschaftler Randolf Menzel über die Intelligenz der Bienen. Es folgte die Monografie Eine kurze Geschichte von Gehirn und Geist und ein weiterer Gesprächsband Kann sich das Bewusstsein bewusst sein?

2019 erschien sein Buch Leonardos Erbe, in dem er die Erfindungen Leonardo da Vincis untersuchte. Dabei kam er zu dem Schluss, dass keiner der Entwürfe für eine Erfindung taugten und der Geniekult um Leonardo der faschistischen Propaganda von Benito Mussolini entstammt.

Für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten schrieb Eckoldt über fünfhundert Features, Essays und Hörspiele. Gemeinsam mit Matthias Baxmann kreierte er die wöchentlichen Sendereihen Mensch Müller, Alltag anders Typisch deutsch und Wozu Werte? bei Deutschlandradio Kultur.

In der Reihe „Aula“ des SWR hält er regelmäßig Vorträge über medientheoretische und neurowissenschaftliche Themen.

Seit 2021 gibt er die Reihe update gesellschaft im Carl-Auer-Verlag heraus. Hier erscheinen philosophische Essays zu aktuellen gesellschaftlichen Fragen. Das Motto: Wer abwartet, kommt heute notorisch zu spät.

Moment of Excellence. Roman, Frankfurt a. M. 2000.

Schreiben lehren und schreiben lernen an der Universität. Fachbuch, Ernst-Moritz-Arndt-Univ., 2002.

Medien der Macht – Macht der Medien. Fachbuch, Berlin 2007.

TopIdioten. Erzählband, Berlin 2009.

Wozu Tugend? – gemeinsam mit René Weiland. Essay, Kassel 2010.

Letzte Tage. Boxerroman, Berlin 2010.

Kann das Gehirn das Gehirn verstehen? Gespräche mit Wolf Singer, Gerald Hüther, Randolf Menzel, Henning Scheich, Angela Friederici, Christoph von der Malsburg, Gerhard Roth, Hans J. Markowitsch und Frank Rösler. Sachbuch, Heidelberg 2013.

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