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Matthew Perry (Schauspieler)

US-amerikanisch-kanadischer Schauspieler (1969–2023)

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Matthew Langford Perry (* 19. August 1969 in Williamstown, Massachusetts; † 28. Oktober 2023 in Los Angeles, Kalifornien) war ein US-amerikanisch-kanadischer Schauspieler, der durch seine Rolle als Chandler Bing in der Fernsehserie Friends (1994–2004) bekannt wurde.

Matthew Perry wurde 1969 in Massachusetts als Sohn des Schauspielers John Bennett Perry (* 1941) und dessen Frau Suzanne Marie Langford (* 1948) geboren. Nach der Scheidung seiner Eltern heiratete die Mutter den NBC-Nachrichtensprecher Keith Morrison; aus dieser Ehe hat Perry fünf Halbgeschwister.

Nach der Scheidung wuchs Matthew Perry zunächst in der kanadischen Hauptstadt Ottawa bei seiner Mutter und seinem Stiefvater auf. Er besuchte dort die Rockcliffe Park Public School und anschließend das Ashbury College, eine koedukative Privatschule mit Internat. Als Fünftklässler verprügelte Perry eigenen Angaben zufolge den späteren kanadischen Premierminister Justin Trudeau, der dieselbe Schule besuchte. In dieser Zeit spielte er erfolgreich Tennis für Kanada, wobei er es in der nationalen Jugendrangliste als Einzelspieler auf Platz 17 und im Doppel auf Platz drei schaffte.

Mit 15 Jahren zog er nach Los Angeles, wo sein Vater lebte und arbeitete. Hier besuchte Perry die Buckley School, eine bekannte private High School, und stand dort für mehrere Schulaufführungen auf der Bühne.

Bald nach seinem Umzug nach Los Angeles begann der Jugendliche, sich um Rollen in Hollywoods Filmindustrie zu bewerben. Seine Karriere begann beim Fernsehen, wo er vor allem mit seinem komödiantischen Talent überzeugte. Nach einigen Gastauftritten in diversen Fernsehserien war er 1987 in dem Fernsehfilm Morning Maggie zu sehen. Von 1987 bis 1988 spielte er eine Hauptrolle in der Serie Second Chance, die nach Muammar al-Gaddafis gewaltsamem Tod im Jahr 2011 im Internet zu spätem Ruhm gelangte: In der Eröffnungsszene der Pilotfolge tritt Gaddafi vor Petrus, der ihn in die Hölle schickt.

1988 war Perry in dem Film Jimmy Reardon an der Seite von River Phoenix zu sehen. Weitere Auftritte folgten in dem Film Hände weg von meiner Tochter und den Serien Home Free und Sydney. 1989 war Perry in drei Episoden der Serie Unser lautes Heim zu sehen. Den internationalen Durchbruch schaffte er 1994 mit der Rolle des Chandler Bing in der Sitcom Friends, die über 237 Folgen bis 2004 lief. Perry war der letzte der sechs Hauptdarsteller, der engagiert wurde, da es sich zuvor als sehr schwierig erwiesen hatte, die Rolle des Chandler passend zu besetzen.

Für seine schauspielerische Leistung wurde er 2002 für einen Emmy nominiert. Perry ist der einzige der Friends-Hauptdarsteller, der nie für die Goldene Himbeere nominiert wurde. Sein Vater hatte 1998 einen Gastauftritt in der Serie. Perry erhielt pro Folge bis zu 1,1 Millionen US-Dollar. Er verdiente auch weiterhin durch Friends, wenn die Serie erneut im Fernsehen ausgestrahlt wurde.

1997 standen Perry und sein Vater John für die Filmkomödie Fools Rush In – Herz über Kopf mit Salma Hayek vor der Kamera. Ein Jahr später war Perry in Fast Helden zu sehen. 1999 trat er mit Neve Campbell und Dylan McDermott in der romantischen Komödie Ein Date zu dritt auf. Hier mimte er einen Architekten, der sich in die Freundin seines eifersüchtigen Chefs verliebt, allerdings ahnt keiner der beiden etwas davon, da sie ihn für homosexuell halten.

Perry wurde ursprünglich die Rolle des Col. Don West in dem Science-Fiction-Film Lost in Space (1998) angeboten. Der Part wurde aber letztlich von seinem Friends-Kollegen Matt LeBlanc übernommen. Den Kinofilmen mit Perry als Hauptdarsteller war insgesamt weniger Erfolg beschieden als Friends, sodass er in späteren Hollywood-Filmen vor allem Nebenrollen spielte.

In dem Disney-Film The Kid – Image ist alles (2000) hatte Perry einen Cameo-Auftritt als Informatiker Mr. Vivian. In Keine halben Sachen aus demselben Jahr spielt Perry einen Zahnarzt, den seine eigene Frau töten lassen will. Zum Ensemble des Films gehörten außerdem Amanda Peet als Sprechstundenhilfe, Bruce Willis als ehemaliger Auftragskiller und Natasha Henstridge als dessen Frau. 2004 folgte die Fortsetzung Keine halben Sachen 2 – Jetzt erst recht!. Im selben Jahr spielten Matthew und John Perry in einer Folge der Serie Scrubs – Die Anfänger Vater und Sohn.

Im Jahr 2003 verkörperte Perry in drei Folgen der vielfach prämierten Serie The West Wing – Im Zentrum der Macht in einer Gastrolle die Figur des Joe Quincy. Perry war laut seinem Pressesprecher ein großer Anhänger der Serie und wurde für seine Leistung sowohl 2003 als auch 2004 jeweils für einen Emmy nominiert.

2009 stand er mit Zac Efron für 17 Again – Back to High School vor der Kamera. Er spielt den 37 Jahre alten Mike und Efron sein 17-jähriges Ich. 2011 kehrte Perry als Hauptdarsteller in Comedy-Serien auf den Bildschirm zurück, wobei den ersten Versuchen nur wenig Erfolg beschieden war. Zunächst spielte er in Mr. Sunshine den Manager einer Sportarena; die Serie wurde nach einer halben Staffel eingestellt.

Es folgte zwischen 2012 und 2013 die Comedyserie Go On für den Fernsehsender NBC, in der Perry einen Sportreporter spielte, der nach dem Tod seiner Frau einer Selbsthilfegruppe beitrat. Auch sie wurde trotz überwiegend positiver Kritiken im Mai 2013 nach einer Staffel eingestellt. Hierbei stand er in einer Folge zum ersten Mal nach Friends wieder mit seiner langjährigen Kollegin Courteney Cox vor der Kamera. Ab 2015 spielte er die Rolle des Oscar Madison in der Fernsehserie Odd Couple, einer Neuauflage der 1970er-Jahre-Serie Männerwirtschaft, die 2017 nach drei Staffeln eingestellt wurde. Im selben Jahr war er als Ted Kennedy in der Miniserie Die Kennedys: After Camelot zu sehen, außerdem in drei Folgen von The Good Fight. Danach trat er nicht mehr als Schauspieler in Erscheinung.

Gemeinsam mit Andrew Hill Newman gründete Perry die Produktionsfirma Velveteen Productions, die eng mit Warner Bros. zusammenarbeitet. Für den 2021 erschienenen Film Friends: The Reunion erhielten die Hauptdarsteller laut Berichten 2,5 Millionen Dollar.

Autobiografie, Drogen- und Alkoholsucht und weitere Erkrankungen

Perry war über Jahrzehnte schwer suchtkrank. In seinen im November 2022 erschienenen Memoiren Friends, Lovers and the Big Terrible Thing, die er nach eigenen Angaben ohne Ghostwriter schrieb, berichtet Perry von seiner jahrzehntelangen Drogen- und Alkoholsucht und davon, wie diese ihn beinahe das Leben gekostet habe. Alkoholabhängig sei er mit 18 geworden, als er täglich zu trinken begann. Durch Alkohol fühlte er sich „nicht verlassen“, vergaß den ständigen Streit mit seiner Mutter und schulische Probleme, fragte sich nicht, „worum es im Leben ging […]. Alles war weggespült.“ Bis zum Jahr 2022, ein Jahr, nachdem er eigenen Angaben zufolge clean geworden war, hatte er laut seinen Memoiren 64 Entzugskuren, 15 Rehas, einen Aufenthalt in einer Psychiatrie, rund 6000 Treffen der Anonymen Alkoholiker und 14 teils schwere Operationen durchgemacht.

Hinzu kam Medikamentenmissbrauch: Perrys permanenter Tablettenkonsum – unter anderem Oxycontin, Xanax und Hydrocodon – begann, nachdem er wegen eines Unfalls bei Dreharbeiten zu dem Film Fools Rush In – Herz über Kopf (1997) an der Bauchspeicheldrüse hatte operiert werden müssen, weshalb er starke Schmerzmittel bekam, die bei Perry ein High auslösten, nach dem er nach eigener Aussage fast sofort süchtig wurde. 2018 platzte sein Dickdarm; nach der Operation folgten eine Lungenentzündung und zwei Wochen im Koma – Ärzte hätten ihm, so Perry, eine Überlebenschance von zwei Prozent gegeben. Anschließend folgte eine Behandlung in einer Klinik am Genfersee, wo das verabreichte Propofol bei ihm zu einem Herzstillstand führte. Wegen der Darmerkrankung bzw. der erfolgten Operationen trug er neun Monate einen Stomabeutel.

Im Verlauf seines Lebens habe er, so Perry 2022, „gut und gern sieben Millionen Dollar dafür ausgegeben, clean zu werden“. Er habe sein „halbes Leben in irgendwelchen Suchtkliniken oder Einrichtungen verbracht“. Teilweise sei er für Dreharbeiten von der Klinik ins Studio gefahren und zurück. Den Vertrag für die Staffeln sechs und sieben von Friends unterschrieb er „mit einer Infusionsnadel im Arm und Dilaudid im Hirn“. Am Set von Friends konnte er „niemandem davon erzählen“, jedoch habe ihm Jennifer Aniston zu verstehen gegeben, dass sie um seine Alkoholsucht wisse, da man seine Alkoholfahne riechen könne. Nur während der neunten Staffel sei er nüchtern gewesen.

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