Mati Klarwein (* 9. April 1932 in Hamburg; † 7. März 2002 in Deià, Mallorca) war ein deutsch-französischer Maler.
Zur Zeit von Klarweins Geburt arbeitete sein Vater Ossip als Hauptentwurfsarchitekt im Architekturbüro Fritz Högers. Seine Mutter war die Opernsängerin Martha Else Kumme (13. November 1894–?), seit 26. Juli 1924 verh. Klarwein. Nach Beendigung des laufenden Auftrags seines Vaters – der expressionistischen Kirche am Hohenzollernplatz in Berlin – verließ dieser am 19. März 1933 Altona, da er als Jude in Deutschland keine Zukunft mehr hatten. Mati Klarwein mit Mutter und Großvater Menachem Klarwein folgten dem Vater am 11. April 1934 nach Haifa im britischen Mandatsgebiet Palästina.
Nach Scheidung der Eltern lebte Klarwein Anfang der 1940er Jahre mit seiner Mutter zeitweise in Naharija. Während eines Waffenstillstands im Krieg um Israels Unabhängigkeit reiste die Mutter mit Klarwein 1948 nach Paris aus, wo Mati Klarwein zunächst an der Beaux-Arts de Paris seine Ausbildung begann. Später lernte er bei Fernand Léger und danach von Ernst Fuchs, der sein Schaffen beeinflusste.
Bekannt wurde er vor allem durch die Gestaltung der Plattencover von Miles Davis Bitches Brew und Carlos Santanas Abraxas. Er gestaltete die Bilder vieler weiterer Plattencover (unter anderem von Jon Hassell und den Last Poets) und war ein gefragter Porträtmaler. Sein Vater erbaute ihm 1959 ein Sommerhaus am Mittelmeer in Deià, wo er seinen Sohn und Familie oft besuchte, bevor dieser sich dort 1984 dauerhaft niederließ.
Sein Stil erinnert in manchen Aspekten an seinen Malerkollegen und Freund Ernst Fuchs, entzieht sich aber letztlich jeder weiteren Beschreibung. Dem manchmal gewählten Etikett psychedelische Kunst steht die Aussage des Malers entgegen, dass er nicht unter dem Einfluss von Drogen male.
Mati Klarwein lebte seit Anfang der Sechzigerjahre auf Mallorca, wo er einen Monat vor seinem 70. Geburtstag im Jahr 2002 einem Krebsleiden erlag.
Literatur von und über Mati Klarwein im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Deutschsprachige Homepage des Künstlers
Englischsprachige Homepage des Künstlers (viele Bilder mit höherer Auflösung)
Artikel über Klarweins Landschaften
Mati Klarwein: ‘The most famous unknown painter in the world...’