An diesem Tag

Mathilde von Rothschild

Deutsche Mäzenin

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Wilhelmine Hannah Mathilde Freifrau von Rothschild (* 5. März 1832 in Frankfurt am Main, Roßmarkt 9; † 8. März 1924 ebenda) war eine deutsch-jüdische Mäzenatin.

Mathilde von Rothschild war die zweitälteste Tochter von Anselm Salomon von Rothschild, einem Chef des Wiener Hauses Rothschild und Charlotte von Rothschild.

1849 heiratete sie den Bankier Wilhelm Carl von Rothschild, dieser war ein Vetter ihres Vaters.

Wohnen in Frankfurt und im Taunus

Der Wohnsitz des Ehepaares war zuerst (1849) das Rothschild-Haus (Zeilpalast) auf der Zeil 34 (heute etwa 92), das Amschel Mayer von Rothschild 1834 erworben hatte.

Rothschild stiftete 1903 das nach ihr und ihrem verstorbenen Gatten benannte Freiherrlich Wilhelm u. Freifrau Mathilde von Rothschild’sche Altersheim für Israelitische Frauen und Jungfrauen besserer Stände. Das Stift mit 25 Plätzen wurde 1941 von den Nationalsozialisten zwangsgeräumt. Danach bis zur Zerstörung 1944 war es Hauptbefehlsstelle der Obdachlosenpolizei.

In der 2. Hälfte der 1860er Jahre siedelten Wilhelm von Rothschild und seine Frau nach dem Palais im Grüneburgareal über. Das Grüneburgareal gehörte seit 1837 den Rothschilds, 1845 bauten sie dort ein Schloss. In den späteren Jahren weilte die Baronin Rothschild oft in Königstein, wo sie inmitten großer Parkanlagen ihre Villa hatte (das spätere Hotel Sonnenhof).

Mit Wilhelm Carl von Rothschild hatte sie drei Töchter:

Georgine Sara von Rothschild (1851–1869), die jung in Baden Baden starb

Adelheid von Rothschild (1853–1935), heiratete 1877 Edmond de Rothschild aus dem Pariser Zweig der Familie. Er war ein Pionier der jüdischen Kolonisation in Palästina.

Minna Caroline (Minka) von Rothschild (1857–1903), heiratete 1878 den Frankfurter Bankier Maximilian Benedikt von Goldschmidt (1843–1940), Mitglied der Frankfurter Bankiersfamilie Goldschmidt.

Mathilde von Rothschild war künstlerisch begabt und komponierte kleinere Stücke. Im kaiserlichen Schloss Friedrichshof verkehrten die Künstler der Kronberger Malerkolonie, oft war dieser Kreis zur Baronin eingeladen, nicht nur nach Königstein, sondern auch in die Grüneburg. Auch Frédéric Chopin wurde des Öfteren dort gesehen. Mathilde nahm Klavierstunden bei ihm. Um 1894 vertonte sie ein Gedicht von Victor Hugo: Si vous n’avez rien à me dire ...

Die Baronin in einer Chronik der Weimarer Republik

„In ihrem schönen Frankfurter Palais, im Sommer auf ihrem Landsitz im Taunus, empfing sie nicht nur die Gesellschaft ihrer Heimatstadt, sondern auch zahlreiche Fürstlichkeiten, wie die Kaiserin Friedrich, ihren Bruder Eduard VII., das Grossherzogspaar von Hessen, die verschiedenen in und um Frankfurt wohnenden Mitglieder der landgräflich hessischen Familie und andere mehr. Auch Wilhelm II. war verschiedene Male zu Gast der geistreichen und von ihm sehr geschätzten Baronin. Bekanntlich sind die Rothschilds ihrem Glauben treu geblieben und befolgen aufs strengste die rituellen Vorschriften der jüdischen Religion. So aß die verstorbene Baronin Mathilde Rothschild nur koscheres Fleisch und rührte, da sie ihren Gästen normales Essen vorsetzte, bei den grossen von ihr gegebenen Diners keinen Bissen an.“

In der Dokumentation des Königsteiner Stadtarchivars Sturm-Godramstein heißt es über sie: Die Baronin, die jährlich 430 Millionen Mark Vermögen versteuerte, war künstlerisch begabt: sie musizierte und komponierte auch ein wenig. Als Mäzenatin bleibt ihr Name unvergessen. Ihre reich dotierten Stiftungen kamen dem Forschungswesen und der Kunst ebenso zugute wie der Wohltätigkeit. Dazu gehörte auch eine Stiftung für alleinstehende Frauen aller Konfessionen.

Paul Arnsberg schreibt über sie: Die Baronin war eine herausragende Persönlichkeit und hatte die für die Gründer-Generation der Rothschilds spezifische Energie. Sie war eine bedeutende Mäzenatin und unterstützte in bedeutendem Ausmaße viele wissenschaftliche Forschungsprojekte an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Vor allem war sie aktiv auf dem Gebiete der Wohltätigkeit.

Im Hauptstaatsarchiv Wiesbaden gibt es nur fragmentarische Angaben zu ihren Schenkungen. (Die Hauptdispositionen waren bereits durch ihren Mann getroffen worden.) Doch einiges verdient, genannt zu werden:

an die Stadt Frankfurt am Main 500.000 Mark (zusammen mit der Stiftung des Freiherrn von Goldschmidt-Rothschild 1 Million Mark);

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