Mathias Jeschke (* 29. August 1963 in Lüneburg) ist ein deutscher Schriftsteller, Übersetzer und Lektor.
Jeschke wuchs im Bundeswehrstandort Munster in der Lüneburger Heide auf, ging bis zum Abitur in Soltau zur Schule und studierte Evangelische Theologie an der Georg-August-Universität Göttingen, der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Universität Rostock. Seine Diplom-Arbeit mit dem Titel "Rhetorischer Schmuck oder hermeneutischer Schlüssel? Zur Verwendung von Literaturzitaten in der Predigt" verfasste er bei Karl-Heinrich Bieritz im Fach Homiletik.
Seit dem Jahr 1988 erscheinen Gedichte und Beiträge von Mathias Jeschke in Anthologien (u. a. Jahrbuch der Lyrik, zuletzt 2017, 2018, 2019 und 2022), Zeitschriften (u. a. Akzente, allmende, Das Gedicht, Lichtungen, manuskripte, mare, Neue Rundschau, Wespennest), Zeitungen (u. a. Süddeutsche Zeitung) und im Rundfunk (u. a. NDR und WDR) sowie in Einzelpublikationen. Seit 2005 veröffentlicht er außerdem Literatur für Kinder. Übersetzungen seiner Texte erschienen in Australien, China, Frankreich, Irland, Italien, Japan, Mexiko, in der Schweiz (Rätoromanisch) und in Slowenien.
Seit 1992 ist Jeschke für Verlage tätig. Von 1999 bis 2025 war er Lektor bei der Deutschen Bibelgesellschaft in Stuttgart und betreute dort das Kinder- und Jugend-, das Audio- und das Kunstbuchprogramm. Seither arbeitet er als freiberuflicher Lektor mit an der Übersetzung der alttestamentlichen Apokryphen für die BasisBibel.
Seit 2000 ist er Mitglied in der Künstlergemeinschaft DAS RAD. Christen in künstlerischen Berufen, in der er von 2010 bis 2021 die Fachgruppe Medien/Literatur leitete. Seit 2002 hält er Reden auf Vernissagen und Finissagen von Kunstausstellungen. Von 2011 bis 2015 war er Dozent für Kreatives Schreiben an der Kinder- und Jugendakademie Stuttgart. Von 2012 bis 2017 war Jeschke zudem Herausgeber der Lyrikpapyri, einer Reihe zeitgenössischer Gedichtbände deutschsprachiger Autorinnen und Autoren, die im Horlemann Verlag erschien, der seine Publikationstätigkeit 2017 einstellte. Im Jahr 2016 war er Juror beim Lyrikwettbewerb postpoetry.
Im Jahr 2002 wurde ihm gemeinsam mit Stefanie Golisch und Harald Winter von Peter Rühmkorf, der das Thema ausgelobt hatte, der Würth-Literatur-Preis verliehen. In den Jahren 2002 und 2022 war er für den Lyrikpreis Meran und 2023 mit seiner Übersetzung Konrad Kröterich und die Suche nach der allerschönsten Umarmung für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Im Januar 2024 wurde er in Anerkennung seiner 25 Dienstjahre als Verlagslektor bei der Deutschen Bibelgesellschaft von Generalsekretär Dr. Christoph Rösel mit dem Kronenkreuz in Gold des Diakonischen Werks geehrt. Im Jahr 2026 wurde er gemeinsam mit Thomas Sitte, Carolin Straub, Timo Kästner und Max Matthias Richter für das multimediale Kunstbuch-Projekt FUND.STÜCK.WERK mit dem conRAD der Künstlergemeinschaft DAS RAD ausgezeichnet.
Mathias Jeschke ist verheiratet und lebt in Nienwohld, Schleswig-Holstein.
Mönchsgrasmückenmusik. Haiku. (Grafik von Hagen Klennert), Moloko Print, Schönebeck 2026, ISBN 978-3-911820-55-4
Meine Hände werden es sehen. (Titelabbildung von Anne Dubber), edition offenes feld, Dortmund 2026, ISBN 978-3-6963-7197-5
Heuschreckensound of Silence. Haiku und Tanka. (Grafik von Elke Ehninger), Moloko Print, Schönebeck 2025, ISBN 978-3-910431-85-0
Mauersegler, Pappelrauschen. (Titelabbildung von Anne Dubber), phase02, Förderkreis der Schriftsteller:innen in Baden-Württemberg, Heilbronn 2025
Nehrung, Lapidarium. Geodätische Gedichte. Quintus-Verlag, Berlin 2023, ISBN 978-3-96982-069-8
Es traten Wälder aus mir heraus. (Grafik von Peter Schlack), Limbus Verlag, Innsbruck und Wien 2022, ISBN 978-3-99039-228-7
Hollywoodmaschine. Filmgedichte. (Grafik von Gregor Kunz), Moloko Print, Schönebeck 2022, ISBN 978-3-948750-81-7
Ich bin der Wal deiner Träume. (Grafik von Anija Seedler), Limbus Verlag, Innsbruck und Wien 2019, ISBN 978-3-99039-154-9
Luftstudien. (Titelgrafik vom Autor), edition offenes feld, Dortmund 2016, ISBN 978-3-7392-3201-0
Logbuch der Zuversicht. (Grafik von Jan Meyer-Rogge), Carl-Walter Kottnik, Hamburg 2016
Der Fisch ist mein Messer. edition AZUR, Dresden 2014, ISBN 978-3-942375-08-5