Massiv (* 9. November 1982 in Pirmasens; bürgerlich Wasiem Taha, arabisch وَسِيمْ طَهَ Wasim Taha) ist ein deutscher Rapper, Schauspieler und Unternehmer mit palästinensischer Familiengeschichte.
Er ist in Pirmasens (Rheinland-Pfalz) aufgewachsen und lebt seit 2005 in Berlin-Wedding, wo er auch seine Rapkarriere startete und seinen ersten Künstlervertrag bei Basstards Label Horrorkore Entertainment erhielt. Später wechselte er zu Sony BMG. Nach der Trennung erschienen seine Alben über sein eigenes Independent-Label Al Massiva in Zusammenarbeit mit verschiedenen Vertrieben. Als Darsteller spielte er in der Fernsehserie 4 Blocks als Latif Hamady mit.
Wasiem Tahas Eltern kommen ursprünglich aus Palästina und lebten als palästinensische Flüchtlinge im Libanon, bevor sie nach Deutschland zogen. Er wurde am 9. November 1982 in Pirmasens geboren und hat eine ein Jahr ältere Schwester. Die Hauptschule verließ Massiv ohne Abschluss und begann anschließend nach eigenen Angaben fünf verschiedene Berufsausbildungen, unter anderem Verfahrensmechaniker, Fliesenleger und Kaminofenbauer, die er abbrach.
Er zog 2005 nach Berlin-Wedding, um Rapper zu werden.
Er vertreibt Shisha-Tabak und betrieb unter gleichem Namen ab 9. August 2019 in Berlin-Reinickendorf Shisha-Bars, die er nach einer Razzia im Juni 2022 aufgab. 2023 gründete er ein Cannabis-Start-Up. 2023 eröffnete er in Bremen, Dortmund, Düsseldorf, Nürnberg, Offenbach und Wien Filialen seiner Dönerladen-Kette.
Massiv ist verheiratet und hat eine Tochter, über die er in seinem Lied Malika rappt.
Ehemals veröffentlichte Massiv auch unter dem Pseudonym Pittbull.
Nach diversen Demos, die er an verschiedene Labels verschickt hatte, fand er seinen Weg zu dem Independent-Label Horrorkore Entertainment, das von MC Basstard geleitet wird. MC Basstard nahm Massiv unter Vertrag und veröffentlichte mit ihm das Horrorkore Mixtape Teil 1. Im Juli 2006 folgte Massivs Debütalbum Blut gegen Blut, für welches der Rapper mit bekannten Berlinern wie MC Bogy, Sido, Bass Sultan Hengzt, B-Tight und King Orgasmus One zusammengearbeitet hat. Massiv rappt auf rohen, simplen Beats. Seine Texte bestehen meist aus der Aneinanderkettung von Teilsätzen. Der Inhalt der Texte beschreibt meist seine bzw. imaginierte Gewaltphantasien und das Leben in armen Randmilieus. Am 22. August 2006 verließ Massiv Horrorkore Entertainment jedoch einvernehmlich wieder. Gründe für die Trennung wurden nicht genannt. Massiv unterschrieb daraufhin einen Künstlervertrag bei Sony BMG. Das Label soll Medienberichten zufolge 250.000 € in Massivs Karriere investiert haben. In einem Interview erklärte der Frankfurter Rapper Azad, dass auch er Interesse hatte, Massiv bei seinem Label Bozz Music unter Vertrag zu nehmen.
Massiv hat diverse Auftritte in Videos des Labels Aggro Berlin, wie etwa in Aggro Berlin Zeit von Tony D, B-Tight und G-Hot, Der Chef von Fler oder in Straßenjunge von Sido, auf dessen zweitem Album Ich er zudem mit einem Gastbeitrag vertreten ist. Am 23. Januar 2007 trat er für den Titel Ihr habt uns so gemacht im 90-minütigen TRL XXL Sido Special mit Sido auf. Auch Bass Sultan Hengzt, Fler, Alpa Gun, DJ Werd, Peter Fox und B-Tight waren in der Sondersendung zugegen.
2007 begleitete Massiv Sido bei der Halt’s-Maul-Zahl-Eintritt!-Tournee. Bei dieser 25 Städte umfassenden Tour war der Rapper in sieben Städten vor Ort. Neben den bekanntesten Songs von Blut gegen Blut stellte er dabei erstmals seine neue Single Wenn der Mond in mein Ghetto kracht vor. Massiv berichtete auf der Tour außerdem, dass er sein eigenes Label Al Massiva gegründet habe, das einen Löwenkopf als Firmenlogo trägt.
Erste Erfolge und steigende mediale Berichterstattung
In der Spiegel-Ausgabe vom 16. April 2007 erschien ein fünfseitiger Bericht über Gangster-Rap im Allgemeinen und Massiv im Speziellen. Darin wurde unter anderem von den Umständen seines Sony-Vertrags gesprochen. Am 6. Mai 2007 wurde außerdem in der RTL-Sendung Spiegel TV ein Bericht über Massiv ausgestrahlt. Massiv, seine Mutter und verschiedene Sony-Mitarbeiter, die im Bereich Marketing tätig sind, kamen darin zu Wort.
Am 13. Juli 2007 erschien Massivs Soloalbum Blut gegen Blut als Re-Release. Darauf wurden sieben Gastbeiträge der ursprünglichen Album-Version durch neue Strophen ersetzt und weitere Titel hinzugefügt. Blut gegen Blut Re-Release stieg auf Platz 55 der deutschen Album-Charts ein. Drei Tage vor der Veröffentlichung des Albums war Massiv in der MTV-Show Urban TRL zu Gast, die er mitmoderierte. Das Video zu Massivs erster Single konnte in dieser und in weiteren Ausgaben der MTV-Sendung Platz 1 der TRL Most Wanted-Charts erreichen. Die Single Wenn der Mond in mein Ghetto kracht bescherte dem Berliner Platz 44 der deutschen Singlecharts.
Vom 25. Oktober bis zum 14. November 2007 war Massiv auf der Ein-Mann-ein-Wort-Tournee. Diese sollte auf die Veröffentlichung des zweiten Soloalbums, welches von Sony im Februar 2008 veröffentlicht wurde, vorbereiten. Auf der zwölf Städte umfassenden Tour wurde der Rapper von den Hip-Hop-Musikern DJ Desue und Beirut begleitet. Am 2. Februar 2008 erschien das zweite Studioalbum Ein Mann, ein Wort. Die Premium Edition des Albums war bereits in der dritten Januarwoche auf der Internetseite Amazon.de ausverkauft. Als erste Single wurde das Stück Weißt du wie es ist? ausgekoppelt. Das Video wurde, nachdem es zuvor mehrfach Platz 1 der TRL Most Wanted der MTV-Show Total Request Live erreicht hatte, aufgrund diverser Zuschauerbeschwerden am 29. Januar 2008 mit einer Tagessperre belegt und darf seitdem nur noch nachts ausgestrahlt werden. Ein Mann, ein Wort wurde in der ersten Verkaufswoche 6.500 Mal verkauft und konnte damit Platz 18 der Media-Control-Charts erreichen. In der Schweiz wurde nach der ersten Verkaufswoche Platz 25 und in Österreich Platz 66 der jeweiligen Charts belegt.
Ende 2008 absolvierte Massiv gemeinsam mit weiteren internationalen Rappern im Auftrag des deutschen Goethe-Instituts sowie einiger Kultureinrichtungen aus Dänemark, Frankreich und Großbritannien eine Tournee durch Palästina. Diese wurde mit European-Palestinian Hip Hop Concert Tour tituliert und führte die Hip-Hop-Musiker durch Dschenin, Nablus, Ramallah und Betlehem. Die Intention der Auftritte war, dass die dortigen Jugendlichen einen gewaltfreien Lebensweg kennenlernen sollten. Massiv trug seine Stücke zwar in deutscher Sprache vor, aber sie wurden in arabischer Übersetzung den Zuschauern zugänglich gemacht. Während der Rapper seinen Auftrag, in der Region aufzutreten, als „ein Privileg, eine Ehre, etwas ganz Besonderes, als Palästinenser dort hinzureisen und auftreten zu dürfen“, ansah, wurde die Auswahl Massivs etwa durch Markus Löning, dem europapolitischen Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, kritisiert: „Es ist mir ein absolutes Rätsel, wie das Goethe-Institut auf die Idee kommen konnte, Auftritte eines solchen Rappers in dieser von Gewalt zerrissenen Region mit staatlichem Geld zu unterstützen.“
Am 10. September 2009 gab Massiv die Trennung von seinem Label Sony BMG bekannt. Al Massiva habe sich in den vorangegangenen Jahren „enorm entwickelt“ und im Rahmen der Veröffentlichungen von Ein Mann, ein Wort und Meine Zeit verschiedene Aufgabenfelder selbstständig ausgefüllt. Einige Tage später folgte die Bekanntmachung des Berliner Independent-Labels Fight 4 Music, dass Massivs Alben künftig über diese Plattform erscheinen werden. Geschäftsführer MinOr El-Fares erklärte, Massiv sei ein „sehr talentierter Künstler“, in dem „noch sehr viel Potential“ stecke. Ein negatives Resümee über die Zeit bei Sony BMG zog Massivs Manager, der erklärte, dass der Vertrag bei Sony BMG für den Rapper „nichts gebracht“ habe. Das Majorlabel habe etwa nicht für die nötige Vermarktung oder Fernsehauftritte gesorgt. Als erste Veröffentlichung über Fight 4 Music ist Massivs Album Der Ghettotraum in Handarbeit am 6. November 2009 erschienen. Das erste Video war der Titel Eiszeit, auf dem auch Basstard zu hören ist. Weitere Gastbeiträge auf Massivs neuem Album wurden von Sido und Kollegah beigesteuert. Am 16. November 2009 gab Massiv bekannt, dass es große Vertriebsprobleme bei der Veröffentlichung seines Albums gab. Es soll nicht überall erhältlich gewesen sein und teilweise erst mit vier Tagen Verspätung. Kurze Zeit später beendete Massiv die Zusammenarbeit mit dem Vertrieb Fight4Music.