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Massaker in Maguindanao 2009

Bei dem Massaker in Maguindanao (manchmal auch Ampatuan-Massaker) am 23. November 2009 in der philippinischen Provinz Ma

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Bei dem Massaker in Maguindanao (manchmal auch Ampatuan-Massaker) am 23. November 2009 in der philippinischen Provinz Maguindanao wurden 57 Zivilisten ermordet.

Der Politiker Esmael Mangudadatu wollte zur Gouverneurswahl in der Provinz Maguindanao antreten. Tage vor der Anmeldung bat er beim damaligen Leiter der 601. Brigade in Maguindanao, Oberst Medardo Geslani, um Begleitschutz für seine Anhänger und Verwandten. Geslani lehnte jedoch die Bitte ab.

Am 23. November 2009 machte sich ein Autokonvoi auf den Weg zur Anmeldung – er wurde überfallen und 57 Personen ermordet. Dabei wurde wohl ein Auto versehentlich angegriffen.

Die Opfer waren Anhänger und Angehörige von Mangudadatu, darunter auch 32 Journalisten. Laut der Organisation Reporter ohne Grenzen handelt es sich um das „größte einzelne Massaker an Journalisten in der Geschichte“.

Zwischen den Clans der Mangudadatu und der Ampatuan herrschte seit Jahren eine Familienfehde – auf den Philippinen unter dem Begriff Rido bekannt.

Vor den Morden standen Bagger bereit, die bereits Gruben ausgehoben hatten, in die die Opfer zusammen mit ihren Fahrzeugen geworfen wurden. Eines der Opfer konnte kurz vor seinem Tod noch eine SMS absetzen, die die Polizei alarmierte. Diese schickte einen Polizeihubschrauber, der das weitere Verwischen von Spuren verhinderte.

Doch es wurden auch 21 Polizeibeamte entlassen, denen vorgeworfen wurde, dass Massaker zuzulassen. Zum Teil sollen sie z. B. durch eine Straßenblockade des Konvois aktiv unterstützt haben.

Mehrere Verdächtige wurden verhaftet, darunter auch Andal Ampatuan junior, einer der Söhne des damaligen Gouverneurs Andal Ampatuan senior

Am 24. November erklärte die Präsidentin der Philippinen, Gloria Macapagal Arroyo, den Notstand in den Provinzen Maguindanao, Sultan Kudarat und Cotabato City.

Laut dem Innenstaatssekretär Ronaldo Puno kam es zu Zusammenstößen mit örtlichen Milizen des Ampatuan-Clans und den Sicherheitskräften. Auch in der Stadt Datu Unsay kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Mangudadatus Familie und Verbundene

32 Journalisten wurden bei dem Massaker ermordet. Nur 25 konnten bis jetzt identifiziert werden.

Fünf Opfer, die vermutlich irrtümlich als Teil des Konvois betrachtet wurden:

Im April 2010 wurde gegen zwei Verdächtige des Ampatuan-Klans, Zaldy Ampatuan und dessen Onkel Akmad Ampatuan, auf Anordnung des Justizministers Alberto Agra und unter Protest der Staatsanwaltschaft die Klage fallen gelassen.

Der Prozess gegen Andal Ampatuan junior wurde am 8. September 2010 eröffnet. Neben ihm wurden 195 weitere Personen angeklagt. Der erste Hauptzeuge, Lakmudin Saliao, sagte vor Gericht aus, dass die Ampatuans in einem Familientreffen den Tod von Esmael Mangudadatu im Falle einer Kandidatur beschlossen hätten. Laut der Aussage telefonierte Andal Ampatuan junior mit seinem Vater kurz vor Ankunft des Konvois und lehnte den Vorschlag, die Journalisten am Leben zu lassen, mit dem Hinweis auf mögliche Aussagen ab. Er soll sich selbst mit mehr als hundert Angehörigen der familieneigenen Miliz an den Morden beteiligt haben.

Human Rights Watch und Verwandte der Opfer kritisierten die Verzögerungen bis zum Prozess. Bis zu seinem Beginn wurden fünf Zeugen ermordet und andere massiv eingeschüchtert.

Am 23. November 2011, dem zweiten Jahrestag des Massakers, verklagten die Opfer über ihren Anwalt Harry Roque die ehemalige Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo auf 346.000 US-Dollar Schadenersatz. Sie soll den Clan um Ampatuan jahrelang unterstützt haben. Am Tag danach wurde der Opfer mit 58 Schweigesekunden, eine für jeden Toten, gedacht.

Am 29. August 2012 nahm die Polizei in einem Vorort von Manila Datu Ulo Ampatuan fest. Der Sohn von Andal Ampatuan senior war laut Augenzeugen bei dem Massaker anwesend. Zu dem Zeitpunkt befanden sich Andal Ampatuan senior, drei seiner Söhne und 97 Komplizen in Haft. 94 Personen wurden noch gesucht.

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