An diesem Tag

Martin Rütter

Deutscher Hundetrainer und Buchautor

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Martin Rütter (* 22. Juni 1970 in Duisburg) ist ein deutscher Hundetrainer, Moderator und Buchautor. Bekannt wurde Rütter ab Mitte der 1990er Jahre durch Fernseh- und Bühnenproduktionen über den Umgang mit Hunden.

Rütter wuchs in Duisburg auf. Sein Vater war Klempner, seine Mutter Erzieherin. Er und seine sechs Jahre ältere Schwester wurden nach seinen Angaben von den Eltern vernachlässigt. Mit 17 Jahren zog er von zu Hause aus. Er legte das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg ab, nachdem er wiederholt verhaltens- und leistungsbedingt von Schulen verwiesen worden war. Rütter studierte Sportwissenschaft an der Deutschen Sporthochschule Köln. Das Studium brach er ab und absolvierte einen Fernlehrgang zum Tierpsychologen an der Akademie für Tiernaturheilkunde ATN AG in der Schweiz. Er durchlief Praktika in Wolfsaufzuchtstationen und beobachtete Dingos in Australien. Seine Berufstätigkeit schloss danach auch die Ausbildung von Blindenführ- und Rollstuhlbegleithunden mit ein.

Rütter gründete 1995 das Zentrum für Menschen mit Hund bei Erftstadt zur Ausbildung von Hunden und ihren Haltern nach der von ihm entwickelten Methode D.O.G.S. (Dog Oriented Guiding System = am Hund orientiertes Führungssystem). Gleichzeitig begann er als Berater bei Fernsehsendern zu arbeiten. Rütter stand im Mittelpunkt der Dokumentationsreihe Eine Couch für alle Felle, die von Bettina Böttinger für den WDR produziert wurde. In den zwei Staffeln widmete sich die Dokumentation seiner Arbeit als Hundetrainer und begleitete ihn beim Umgang mit Tier und Mensch. Zudem fungierte Rütter ab 2004 als Protagonist im wöchentlichen ZDF-Ratgeber Unterwegs mit dem Hundeversteher/Volle Kanne.

Rütter ist seit 2005 Berater der Produktion Ein Team für alle Felle, in der Probleme mit Haustieren vorgestellt und Lösungsmöglichkeiten dargestellt werden. Seit 2008 ist er in der VOX-Doku-Reihe Der Hundeprofi zu sehen, bei der er Familien und Privatpersonen bei der Hundeerziehung unterstützt. 2010 startete auf VOX die Serie Der V.I.P. Hundeprofi, in der er bekannten Persönlichkeiten, unter anderen Moderatorin Nina Ruge, Schauspieler Martin Semmelrogge oder Rapper Eko Fresh, bei Problemen in der Hundeerziehung hilft.

Daneben trat Rütter mit mehreren Bühnenprogrammen auf, darunter Hund-Deutsch/Deutsch-Hund (2010), Der tut nix! (2012), nachSITZen (2014), Freispruch! (2017) und Der will nur spielen! (2021). Nach 25 Jahren auf der Bühne mit Shows und Vorträgen verkündete er 2025 eine Abschiedstournee für 2026/2027.

2017 nahm er in der Spielshow Paul Panzers Comedy Spieleabend teil. Im Jahr 2019 moderierte er zweimal die RTL-Show Rütter reicht’s!. Seit 2021 moderiert er gemeinsam mit der Wissenschaftsreporterin Katharina Adick den Podcast Tierisch menschlich. RTL kündigte im Februar 2022 an, dass Rütter in Staffel 2 von Der König der Kindsköpfe zu sehen sein wird.

Zur Bundestagswahl 2021 führte Rütter mit der damaligen Spitzenkandidatin Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) in ihrem Partei-Tourbus ein halbstündiges Interview über Tiere und nachhaltige Landwirtschaft.

Rütter betreibt ein Netzwerk aus Unternehmen, darunter die Mina Training GmbH, welche Franchise-Geber für Hundeschulen ist, die Mina Merchandising GmbH, die Rütters Merchandise vermarktet sowie weitere Unternehmen. 2009 wurde die Dox Network GmbH, eine Kooperation mit Fressnapf, eingestellt. Den damals 23 Mitarbeitern wurde gekündigt.

Rütter war bis zur Scheidung im Jahr 2013 mit Bianca Rütter verheiratet, aus der Beziehung stammen vier Kinder. Außerdem hat Rütter noch ein nicht-eheliches Kind.

Rütter wurde dafür kritisiert, dass seine im Fernsehen präsentierten Methoden durch weniger informierte Hundehalter ohne Gedanken kopiert werden und dadurch Schaden für die Hunde entstehen können.

Zum Jahresende 2022 sorgte eine Folge seines Podcasts Tierisch menschlich mit Katharina Adick für Aufsehen. Im Interview mit einer Hundesportlerin unterstellte er den Sportlern in den Bereichen IGP und Mondioring generell schwere Tiermisshandlungen. Im Podcast sprach er sich gegen private Haltung von Gebrauchshunden und die Ausübung von Schutzhundesport aus. Zu einer sachlichen Auseinandersetzung sei es dabei jedoch nicht gekommen. Im März 2025 reagierte er positiv auf die Einschränkungen des Schutzhundesportes in Österreich und wiederholte seine Forderungen aus dem Podcast auf seinen Social-Media-Kanälen.

Im Jahr 2023 geriet die von Rütter und Mina-TV produzierte Sendung Die Pferdeprofis in die Kritik. Die Trainingsmethoden von Uwe Weinzierl in der ersten Folge von Staffel 11 wurden deutlich kritisiert, auch von Seiten der Deutschen Reiterlichen Vereinigung. In einer Diskussionsveranstaltung über die umstrittene Folge, zu der er eingeladen hatte, relativierte Rütter das tierschutzwidrige Verhalten seines „Pferdeprofis“ und behauptete, in 150 besuchten Ställen überall schlechten Umgang mit Pferden beobachtet zu haben, und sprach sich nach Ende der Gesprächsaufzeichnung generell gegen das Reiten aus. Die Sendung wurde daraufhin eingestellt, weder Rütter noch RTL äußerten sich zu den Gründen.

Im Jahr 2025 machte Rütter in sozialen Medien Aussagen, Jäger seien „400.000 stark bewaffnete, häufig stark alkoholisierte Menschen“, die auf Feldwegen „Schussübungen“ machten, und verglich Jagd mit „Böllerei“.

seit 2008: Der Hundeprofi, VOX

seit 2010: Der V.I.P. Hundeprofi, VOX

2012: Martin Rütter – Die große Hundeshow, RTL

2013: Martin Rütter – Die große Tiershow, RTL

seit 2014: Der Hundeprofi unterwegs, VOX

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