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Martin Heisenberg

Deutscher Neurobiologe und Genetiker

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Martin Heisenberg (* 7. August 1940 in München) ist ein deutscher Neurobiologe und Genetiker. Er war von 1975 bis 2009 Inhaber des Lehrstuhls für Genetik und Neurobiologie am Biozentrum der Universität Würzburg und hat seit 2010 eine Senior-Professur am Rudolf-Virchow-Zentrum der Universität Würzburg inne. Er gilt als Begründer der Neurogenetik in Deutschland.

Als Sohn des Physikers und Nobelpreisträgers Werner Heisenberg und seiner Frau Elisabeth (geb. Schumacher) kam Heisenberg früh mit naturwissenschaftlichen Fragen in Berührung. Er verbrachte seine Kindheit in Leipzig, Urfeld und Göttingen. Mit der Berufung des Vaters Werner Heisenberg nach München erfolgte der Umzug dorthin. Im Jahr 1959 legte Martin Heisenberg am Maximiliansgymnasium München das Abitur ab. Nach dem Studium der Chemie und molekularen Biologie in München und Tübingen und der Promotion zur Genetik der Bakteriophagen 1966 erforschte Heisenberg in Pasadena im Labor von Max Delbrück die Genetik des Pilzes Phycomyces. Im Jahr 1968 begann Heisenberg seine Forschung an der Taufliege Drosophila am Tübinger Max-Planck-Institut für Biologische Kybernetik im Labor von Karl Georg Götz (* 1930). Von dort wurde Heisenberg 1975 zum Professor an die Julius-Maximilians-Universität Würzburg berufen und wirkte, bis zur Emeritierung 2009 und dem anschließenden Wechsel an das Rudolf Virchow Zentrum, als Leiter des Lehrstuhls für Genetik und Neurobiologie am dortigen Biozentrum.

Heisenberg begründete die Neurogenetik in Deutschland, indem er als einer der Ersten Gehirnentwicklungsmutanten in Drosophila verwendete, um den Zusammenhang von Gehirnstrukturen und Verhalten zu erforschen. Seine wissenschaftlichen Leistungen spiegeln sich in einer Vielzahl von Veröffentlichungen wider. Heisenberg hat zudem wiederholt die Stellung der Biologie in der Gesellschaft, die Natur der Wahrnehmung und den Zusammenhang von Neurobiologie und Willensfreiheit thematisiert.

Heisenberg ist mit Apollonia Gräfin zu Eulenburg verheiratet, einer Nichte von Carl Friedrich und Richard von Weizsäcker. Das Ehepaar hat vier Kinder, darunter Benjamin Heisenberg und Emanuel Heisenberg. Der Entwicklungsbiologe Carl-Philipp Heisenberg ist sein Neffe.

Auszeichnungen / Mitgliedschaften

1976 European Molecular Biology Organisation (EMBO)

1986/87 Cornelius Wiersma Visiting Professor, California Institute of Technology, Pasadena, USA

1989 Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina

1999 Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

2001 Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

2006 Karl Ritter von Frisch Medaille der Deutschen Zoologischen Gesellschaft (DZG)

2007–2010 President International Society of Neuroethology

2009 Ehrendoktorat Université Paul Sabatier, Toulouse

Englischsprachige wissenschaftliche Originalarbeiten (Auswahl)

M. Heisenberg, A. Borst, S. Wagner, D. Byers: Drosophila mushroom body mutants are deficient in olfactory learning. In: J. Neurogenetics. Band 2, 1985, S. 1–30. PMID 4020527.

J. S. deBelle, M. Heisenberg: Associative odor learning in Drosophila abolished by chemical ablation of Mushroom Bodies. In: Science. Band 263, 1994, S. 692–695. PMID 8303280.

L. Liu, R. Wolf, R. Ernst, M. Heisenberg: Context generalization in Drosophila visual learning requires the mushroom bodies. In: Nature. Band 400, 1999, S. 753–756. PMID 10466722.

T. Zars, M. Fischer, R. Schulz, M. Heisenberg: Localization of a short-term memory in Drosophila. In: Science. Band 288, 2000, S. 672–675. PMID 10784450.

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