An diesem Tag

Martin Frobisher

Englischer Seefahrer

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Sir Martin Frobisher (* um 1535 in Normanton, Yorkshire; † 22. November 1594 in Plymouth) war ein englischer Seefahrer. Er unternahm zwischen 1576 und 1578 drei Reisen in die arktischen Gebiete, unter anderem, um die Nordwestpassage, den nördlichen Seeweg von Europa nach Asien, ausfindig zu machen.

Frobisher entstammte einer alten Familie, die seit Mitte des 14. Jahrhunderts in West Yorkshire ansässig war. Er wuchs als Kind von Margaret York und Bernhard Frobisher in Altofts auf. Sein Geburtsdatum ist jedoch unbekannt, selbst das Geburtsjahr ist nicht gesichert. Frobisher selbst gab das Jahr 1539 an; da sein Name zu dieser Zeit jedoch in keinem Geburtsregister auftaucht, ist eine Geburt 1535 oder 1536 wahrscheinlicher.

Im August 1542 starb Frobishers Vater und drei Jahre später seine Mutter. Daraufhin wurde er zur Erziehung nach London zu seinem Onkel Sir John York geschickt. Mit 15 Jahren begann er auf Geheiß dieses Onkels eine Ausbildung zum Seefahrer, die er 1565 mit 23 Jahren als Kapitän abschloss.

Am 30. September 1559 heiratete Frobisher eine Witwe aus Yorkshire, Isobel Richard, die aus ihrer vorherigen Ehe mit Thomas Riggat von Snaith neben Grundbesitz auch Kinder in die Ehe einbrachte. Über ihr häusliches Leben ist wenig bekannt, aber nachdem Frobisher ihr gesamtes Erbe für die Finanzierung seiner Unternehmungen aufgewendet hatte, scheint er sie und ihre Kinder verlassen zu haben. Schließlich starb Isobel in einem Armenhaus.

1590 heiratete Frobisher seine zweite Frau Dorothy, eine Tochter von Lord Wentworth und Witwe von Paul Withypool von Ipswich, wodurch er zum Eigentümer einiger Ländereien in Yorkshire und Nottinghamshire wurde. Sie hatte eine bereits erwachsene Tochter. Details der Beziehung zwischen Frobisher und Dorothy sind nicht erhalten.

Frobisher nahm während seiner Ausbildung an mehreren Handelsfahrten nach Guinea teil.

1553 segelte er, ca. 17 Jahre alt, mit Thomas Wyndham mit drei Schiffen und 140 Mann nach Westafrika. Diese erste englische Expedition dorthin kehrte mit einer Fülle an Gold und Pfeffer zurück, doch starben über zwei Drittel der Teilnehmer an Hitze oder Krankheiten, so auch Wyndham selbst.

Trotz dieser Erfahrung kehrte Frobisher im folgenden Jahr mit einer Expedition nach Guinea zurück. Während an der Küste Handel getrieben wurde, meldete sich Frobisher freiwillig, als Geisel an Land zu gehen. Die Afrikaner stellten daraufhin allerdings abrupt den Handel ein und hielten ihre Geisel fest. Die Expedition ließ Frobisher dort zurück, um an anderer Stelle weiter zu handeln. Schließlich kehrten sie mit einer Menge an wertvollen Gütern nach England zurück, allerdings ohne Martin Frobisher. Der junge Frobisher wurde an die Portugiesen übergeben, die ihn ungefähr neun Monate im Fort São Jorge da Mina inhaftierten. Daraufhin schickten ihn die portugiesischen Behörden nach Lissabon, von wo aus er schließlich nach England zurückkehrte.

Nach seiner Rückkehr nach England gab er zwischen 1556 und 1560 seine Tätigkeit als Händler auf und verdingte sich als Freibeuter. Nach einer wechselhaften Laufbahn als Freibeuter gelangte Frobisher um 1570 in den Dienst der englischen Königin und patrouillierte von da an legal, vor allem in der irischen See, um französische und portugiesische Schiffe aufzubringen.

Um 1575 begann Frobisher, sich in London um die Finanzierung einer Expedition zur Erforschung der Nordwestpassage zu bemühen. Er stützte sich dabei vor allem auf Forschungsergebnisse Sir Humphrey Gilberts (eines Halbbruders Sir Walter Raleighs), der in seiner Schrift Discourse die Existenz einer solchen Passage propagiert hatte. Frobisher trieb genügend Geld für die Expedition auf und stach im Sommer 1576 mit drei Schiffen in See. Auf dieser ersten Reise entdeckte er die nach ihm benannte Frobisher-Bucht. Nach seiner Rückkehr im Herbst 1576 mehrten sich aufgrund von Untersuchungen an einigen von Frobisher mitgebrachten schwarzen Steinen die Gerüchte, dort, wo Frobisher gewesen sei, gebe es Golderz, und so wurde innerhalb kürzester Zeit eine zweite Expedition ausgerüstet, einerseits, um wieder nach der Nordwestpassage, andererseits aber vor allem, um nach Gold zu suchen.

Sowohl Michael Lok (um 1532–1622) – Händler und Kopf der Company von Cathay – als auch Frobisher stellten im Jahr 1577 Anträge an die Königin. Lok strebte für seine Gesellschaft die Kontrolle über den Handel im Nordwesten an, Frobisher beantragte seine Ernennung zum „Großadmiral aller Meere und Gewässer“ der nordwestlichen Meere und Gouverneur aller von ihm entdeckten Länder. Ob die Anträge jedoch überhaupt von der Königin beachtet oder in Betracht gezogen wurden, ist nicht bekannt.

Im Frühjahr 1577 stach Frobisher erneut mit drei Schiffen in Richtung Nordwesten in See. Als er im Herbst mit 200 Tonnen „Golderz“ und drei Inuit von seiner Expedition zurückkehrte, war man allseits begeistert und gewährte ihm großzügige Mittel für eine dritte Reise. So machte sich Frobisher im Frühsommer 1578 mit einer Flotte von 15 Schiffen nochmals auf den Weg, diesmal ausschließlich mit dem Auftrag, „Golderz“ abzubauen und vor Ort eine dauerhafte Kolonie einzurichten. Nach einer größtenteils von Misserfolgen geprägten Reise kehrte Frobisher im Herbst 1578 nach England zurück, wo sein „Golderz“ inzwischen als wertloses Pyrit erkannt worden war.

7. Juni 1576 bis 9. Oktober 1576

Schiffe: Barkschiff Gabriel (25 Tonnen), Barkschiff Michael (25 Tonnen), 1 Pinasse (10 Tonnen)

Missionsziel: Suche der Nordwestpassage

Verlauf: Bereits 1574 trat Frobisher mit der Bitte um Unterstützung für seine erste Expedition in die Arktis an den Privy Council heran, wurde von diesem allerdings an die Muscovy Company verwiesen. Die Gesellschaft erteilte Frobisher schließlich die erhoffte Erlaubnis. Die finanzielle Unterstützung war jedoch recht gering, da die Reise ein hohes Risiko barg und kein großer oder baldiger Profit zu erwarten war. Auch vom Königshaus Englands erhielt Frobisher keine Unterstützung.

Am 7. Juni brach Frobisher schließlich mit einer aus drei Schiffen bestehenden Flotte auf. Von London aus segelte Frobisher (auf der Gabriel) über die Orkneyinseln in Richtung Westnordwest.

Die Expedition erreichte am 26. Juni die Shetlandinseln, wo sie anhielt, um ein Leck im Rumpf der Michael zu reparieren und die Wasserfässer der Schiffe aufzufüllen. Noch am selben Abend setzte die Flotte wieder Segel und fuhr drei Tage lang nach Nordwesten, bis ein Sturm aufkam, der sie bis zum 8. Juli pausenlos traf. Am 11. Juli 1576 wurde Festland gesichtet, das sie für die Insel Frisland hielten, tatsächlich jedoch die Südostspitze Grönlands ist.

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