Martin ist ein männlicher Vorname und ein Familienname. Die weibliche Form des Namens lautet Martina. Der Nachname Martin ist in vielen Ländern verbreitet. In Frankreich zum Beispiel ist er der häufigste Familienname und auch im englischsprachigen Raum tragen viele diesen Nachnamen.
Der Name Martin kommt vom lateinischen Martinus. Martinus ist das Adjektiv zum römischen Kriegsgott Mars. Entsprechend bedeutet der Name „dem Gotte Mars gehörig“.
Als christlicher Vorname verdankt der Name seine Beliebtheit dem heiligen Martin von Tours im 4. Jahrhundert. Ende des 19. Jahrhunderts war Martin ein mäßig genutzter Vorname in Deutschland. Seine Beliebtheit sank dann zunächst und stieg Ende der 1940er-Jahre stark an. Ab Ende der 1950er-Jahre war der Name unter den zwanzig am meisten vergebenen Jungennamen, gegen Mitte der 1980er sogar einige Male unter den zehn ersten. Mit Anfang der 1990er-Jahre nahm seine Beliebtheit dann schnell ab.
Der Name Martin kommt in Österreich seit 1984 jährlich in den Hitlisten vor. Bis 1990 lag er durchgehend in den Top-10 und bis 2010 in den Top-50. Seine Popularität geht aber stetig zurück. Im Jahr 2023 belegte er Rang 77. Von 1984 bis 2023 wurden etwa 22.200 Jungen so genannt. In der Schweiz wird der Name seit 1930 jedes Jahr bei der Namenswahl berücksichtigt. Von 1954 bis 1984 befand er sich dauerhaft in den Top-10 der Hitlisten. Seit Ende der 1990er Jahre liegt er nicht mehr in den Top-50. Von 1930 bis 2023 wurde der Name circa 40.500 Mal vergeben. Die Vergabe ist auch in Liechtenstein nachgewiesen.
In Frankreich wird der Name seit 1900 jedes Jahr vergeben. Seit 1988 befindet er sich durchgehend in den Top-100 und seit 2012 in den Top-50. Von bis 1930 bis 2023 wurde er rund 65.000 Mal gewählt. In den Niederlanden gehörte der Name von 1945 bis 1990 zu den 100 beliebtesten Jungennamen und von 1960 bis 1984 zu den Top-50. Von 1930 bis 2023 wurde er etwa 23.000 Mal vergeben. Der Vorname lag in Belgien von 1995 bis 2021 in den Top-100. In Italien zählt der Name seit 1999 zu den Top-100 der Vornamenscharts. Der Name befindet sich in Spanien seit 2002 in den Top-100 und seit 2014 in den Top-10 der Hitlisten. In den Jahren 2021 und 2022 belegte er die Spitzenposition.
Martin gehört in Ungarn seit dem Jahr 2000 stets zu den 50 beliebtesten Jungennamen. In Polen lag der Name bis kurz nach der Jahrtausendwende noch in den Top-100, seitdem lässt seine Beliebtheit nach. Der Name hatte in der Slowakei von 2000 bis 2002 den Spitzenplatz inne, seitdem geht seine Popularität leicht zurück. Im Jahr 2023 belegte er Rang 10. In Tschechien wird der Vorname seit 1935 jedes Jahr bei der Namenswahl berücksichtigt. Von 1967 bis 2007 lag er immer in den Top-10. Der Name befindet sich in Bulgarien seit 2012 unter den beliebtesten drei Jungennamen. In Slowenien liegt der Name seit dem Jahr 2000 regelmäßig in den Top-70 der Hitlisten.
Der Name befindet sich in Norwegen seit Anfang des 20. Jahrhunderts in den Top-100. Besonders beliebt war er in den 1990er Jahren, als er viele Jahre die Spitzenposition belegte. In Dänemark lag der Name von Mitte der 1980er Jahre bis kurz nach der Jahrtausendwende in den Top-100 der Hitlisten. Martin zählte in Schweden von Anfang der 1990er Jahre bis zum Jahr 2008 zu den 100 beliebtesten Jungennamen.
In England und Wales kommt der Name Martin seit 1996 alljährlich in den Hitlisten vor, jedoch ist er nur mäßig beliebt. Der Name zählte in Schottland von 1935 bis 2001 zu den 100 beliebtesten Jungennamen und von 1967 bis 1992 zu den Top-30. In Nordirland befand sich der Name von 1997 bis 2004 in den Top-100. In Irland lag er von 1964 bis 1982 dauerhaft in den Top-20 und bis 2023 in den Top-100.
Der Name war in den USA von 1880 bis 1970 durchgehend in den Top-100 anzutreffen. Seitdem lässt seine Beliebtheit stetig nach. Die Popularität von Martin geht auch in Kanada seit Anfang der 1980er Jahre stetig zurück. Von 1980 bis 1993 zählte er zu den Top-100. In Australien gehörte der Name von 1952 bis 1992 stets zu den 100 beliebtesten Jungennamen. Der Name befand sich in Neuseeland zwischen 1946 und 1981 dauerhaft in den Top-100 der Hitlisten. Besonders beliebt war er in den 1960er Jahren, als er zu den Top-50 gehörte.
Mort, Mortl/Martl/Mascht (bairisch), Machtl (tirolerisch), Tinu, Marä (berndeutsch), Marty (englisch), Märtes (ripuarisch), Murtin, Märtu, Maddin (hessisch), Maddien (pfälzisch), Marte (allgäuerisch), Madlinga (Jenisch)
11. November, Martinstag; – Hl. Martin von Tours
13. April (katholisch: nicht gebotener Gedenktag), orthodox: 14. April – Hl. Martin I., Papst
3. November – Hl. Martin de Porres
Martin I., König von Sizilien (1391–1409)
Martin I., Martin II. (Sizilien) (1356–1410), König von Aragón und von Sizilien
Martin von Braga (≈515–579), Bischof
Martin von Cochem (1634–1712), katholischer Priester
Martin von Laon (lat. Martinus Laudunensis, Martinus Hibernensis, Martinus Scot(t)us; 819–875), aus Irland stammender Gelehrter und Leiter der Kathedralschule von Laon