An diesem Tag

Markus Feldmann

Schweizer Politiker (BGB)

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Markus Feldmann (* 21. Mai 1897 in Thun; † 3. November 1958 in Bern; heimatberechtigt in Glarus und ab 1940 in Bern) war ein Schweizer Politiker der BGB (spätere SVP). Der als Sohn des Militärhistorikers Markus Feldmann geborene Jurist, Politiker und Journalist Markus Feldmann war ein für die damalige bürgerliche Politik ungewöhnlich profilierter Gegner des Nationalsozialismus.

Markus Feldmann besuchte das Freie Gymnasium Bern und studierte anschließend an der Universität Bern Rechtswissenschaft. 1921 erwarb er das Fürsprecherpatent im Kanton Bern, 1924 wurde er zum Dr. jur. promoviert. Von 1922 bis 1928 war er Redaktor der Neuen Berner Zeitung, deren Chefredaktor er anschließend bis 1945 war. Von 1933 bis 1935 war er zudem Präsident des Vereins der Schweizer Presse.

1935 wurde er erstmals in den Nationalrat gewählt, dem er bis 1945 und erneut von 1947 bis 1951 angehörte. 1938 gehörte er zu den Gründern der gemischten pressepolitischen Kommission und der parlamentarischen Pressegruppe der Bundesversammlung.

Grundsätzlich deutschfreundlich eingestellt, wandte er sich jedoch entschieden gegen Versuche aus dem nationalsozialistischen Deutschland zur Beeinflussung und Gleichschaltung der schweizerischen Presse. Nationalsozialistischen Organisationen warf er Beeinflussungsversuche gegenüber der Schweizer Bevölkerung vor und beklagte die Einmischung deutscher Instanzen in Schweizer innere Angelegenheiten. Kontakte zwischen in der Schweiz lebenden Deutschen und nationalsozialistischen Organisationen kritisierte er ebenso wie die intensive nationalsozialistische Propaganda der in der Schweiz erscheinenden Deutschen Zeitung. Der zuständige Bundesrat Marcel Pilet-Golaz wies Feldmanns Bedenken in einem Schreiben an den Bundesrat Ernst Wetter im Juni 1941 beschwichtigend zurück. Er verwies dabei auf die schwierige Unterscheidung zwischen staatlichem und dem Handeln der NS-Organisationen in Deutschland, ohne gerade dies als Problem zu formulieren. Den in der Schweiz lebenden Deutschen sei vielmehr vom deutschen Staat vorgeschrieben, sich einer aus Schweizer Sicht als private Vereinigung anzusehenden Organisation der deutschen Kolonie in der Schweiz anzuschließen, um diplomatischen Schutz zu behalten. Die Aktivitäten der Deutschen Zeitung sah Pilet-Golaz nicht als kritisch oder im besonderen Mass als propagandistisch an.

Feldmann wurde 1945 in den Regierungsrat des Kantons Bern gewählt, wo er zunächst die Gemeinde- und Sanitätsdirektion und später die Erziehungs- und Kirchendirektion leitete. Vor dem Hintergrund des Kalten Krieges kam es 1950 im sogenannten Berner Kirchenstreit zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen Feldmann und einer Gruppe von Pfarrern um den Theologen Karl Barth, zu der als prominentes Mitglied Walter Lüthi gehörte.

Feldmann wurde am 13. Dezember 1951 in den Bundesrat gewählt und verstarb im Amt. Während seiner Amtszeit stand er dem Justiz- und Polizeidepartement vor und gehörte der damals neu gegründeten Liga gegen den Lärm an.

Er war 1955 Vizepräsident des Bundesrates und 1956 Bundespräsident. Während seines Präsidialjahres wurde der indonesische Staatspräsident Sukarno in Bern empfangen.

Feldmann liegt begraben auf dem Berner Schosshaldenfriedhof.

Peter Stettler: Markus Feldmann. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 28. November 2005.

Schweizerisches Bundesarchiv (Hrsg.): Markus Feldmann (1897–1958). Bundesrat, Journalist, Tagebuchschreiber. Bern 2001, ISBN 3-908439-06-X (Digitalisat der Publikation).

Markus Feldmann: Tagebuch 1923–1958. Bearb. von Peter Moser unter Mitarb. von Roger Sidler [et al.]. Schweizerische Gesellschaft für Geschichte – Kommissionsverlag Krebs, [Bern]/Basel 2001–2002. 6 Bde. ISBN 3-85513-331-X (Bd. 1), ISBN 3-85513-332-8 (Bd. 2), ISBN 3-85513-333-6 (Bd. 3), ISBN 3-85513-334-4 (Bd. 4), ISBN 3-85513-335-2 (Bd. 5), ISBN 3-85513-336-0 (Bd. 6).

Markus Feldmann im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)

Markus Feldmann auf der Website der Bundesversammlung

Zur Edition des Tagebuchs von Markus Feldmann, abgerufen am 10. November 2011.

Publikationen von und über Markus Feldmann im Katalog Helveticat der Schweizerischen Nationalbibliothek

Literatur von und über Markus Feldmann im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Markus Feldmann in der Archivdatenbank des Schweizerischen Bundesarchivs

Nachlass beim Archiv für Zeitgeschichte (PDF; 136 kB)

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