An diesem Tag

Mark Cavendish

Britischer Radrennfahrer

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Sir Mark Simon Cavendish KBE (* 21. Mai 1985 in Laxey, Isle of Man) ist ein ehemaliger britischer Radrennfahrer. Der vierfache Weltmeister – dreimal im Madison auf der Bahn, einmal im Straßenrennen – gilt mit 165 Siegen als der erfolgreichste männliche Sprinter. Insgesamt gewann er 55 Etappen bei den drei Grand Tours, wobei er mit 35 Erfolgen der alleinige Rekordhalter an Tour-de-France-Etappensiegen ist. Darüber hinaus gewann er mit Mailand–Sanremo im Jahr 2009 ein Monument des Radsports. Am 10. November 2024 beendete er seine sportliche Laufbahn.

Mark Cavendish wurde am 21. Mai 1985 in Laxey auf der Isle of Man geboren. Bereits in jungen Jahren fuhr er BMX-Rennen, ehe er im Alter von neun Jahren einem Radverein in Douglas beitrat. Seine erste Trainerin Dot Tilbury erklärte gegenüber der BBC im Jahr 2012, dass Cavendish es bereits damals hasste, zu verlieren. Bei seinen ersten Rennen wurde er jedoch meist Letzter, da er nach wie vor auf seinem BMX fuhr, während die anderen Fahrer auf Mountainbikes und Rennrädern starteten. Nachdem er zu seinem 13. Geburtstag ein Mountainbike bekommen hatte, gewann er am folgenden Tag sein erstes Rennen. In jenem Jahr sicherte sich Cavendish in der Klasse U14 vier britische Meistertitel. Zugleich beschloss er, Radprofi zu werden, und brach im Alter von 16 Jahren die Schule ab. Im Anschluss arbeitete er für zwei Jahre in einer Bank, um mit 18 Jahren aufs europäische Festland ziehen zu können.

In Großbritannien wurde das Talent von Mark Cavendish zunächst nicht erkannt, da er bei den Leistungstests keine herausragenden Werte erzielte. Später meinte Cavendish, dass die britische Nachwuchsförderung keine Talente erkannte, da sie nur auf die Zahlen ihrer Maschinen schauten. Obwohl er im Kader der nationalen Junioren-Mannschaft war, war dies auch der Grund, warum Mark Cavendish nie für Junioren-Weltmeisterschaften nominiert wurde. Nachdem Cavendish genug Geld verdient hatte und aufs europäische Festland ziehen wollte, wurde er für das British National Track Team nominiert und gelangte durch seinen Trainer Rod Ellingworth in die British Olympic Cycling Academy, wo er 58 Pfund pro Woche verdiente. Im Jahr 2004 wurde Cavendish zusammen mit Ed Clancy Zweiter im Madison der britischen Meisterschaften und ging bei dem UCI-Bahnrad-Weltcup in Moskau an den Start.

Im Mai des Jahres 2005 ging Cavendish im US-amerikanischen Home Depot Center Velodrome bei seinen ersten Bahnradsport-Weltmeisterschaften an den Start. Nachdem er ursprünglich nur als Ersatzfahrer vorgesehen war, sprang er im Madison-Bewerb anstelle des gestürzten Geraint Thomas ein. Gemeinsam mit Rob Hayles, mit dem er zuvor noch kein Rennen bestritten hatte, holte er im Alter von nur 19 Jahren seine ersten Weltmeistertitel. Außerdem wurde er im selben Jahr U23-Europameister im Punktefahren.

Team Sparkasse: Einstieg in den Straßenradsport (2005–2006)

Auf Initiative des Leiters des T-Mobile Development-Programms Heiko Salzwedel erhielt Mark Cavendish im Jahr 2005 die Möglichkeit, für das deutsche Continental Team Sparkasse zu fahren. Bei diesem sollte er sich zunächst an das Leben und die Fahrweise in Deutschland gewöhnen, ehe man ihm einen Platz im T-Mobile-Team in Aussicht stellte. In seiner ersten Saison gewann Cavendish eine Etappe der Berlin-Rundfahrt und belegte auf der 2. Etappe der größeren Tour of Britain den dritten Etappenrang. Im Herbst ging er gemeinsam mit Rob Hayles bei seinem ersten Sechstagerennen in Dortmund an den Start, das von seinem Teamchef Mark Claussmeyer organisiert wurde. Außerdem bestritt er seine ersten Straßenradsport-Weltmeisterschaften in der Klasse U23 und belegte den 14. Rang.

Nachdem er im Winter zweimal auf das Podest im UCI-Bahnrad-Weltcup fuhr, ging er bei den Commonwealth Games 2006 an den Start und gewann die Goldmedaille im Scratch. Im Straßenrennen belegte er zudem als zweitbester Brite den siebten Rang. Nachdem er für das Team Sparkasse mehrere Siege bei kleineren deutschen Rennen einfahren konnte, erhielt er im August die Möglichkeit, als Stagiaire Rennen für das T-Mobile-Team zu bestreiten. Bei der Tour of Britain wurde er zweimal Etappenzweiter und einmal Etappendritter und sicherte sich so die Punktewertung der Rundfahrt.

Team T-Mobile: Erste Profi-Saison (2007)

Im Jahr 2007 erhielt Cavendish im Alter von 21 Jahren einen regulären Profivertrag beim T-Mobile-Team. Seinen ersten Sieg feierte er beim Scheldeprijs, wo er sich im Sprint vor dem mehrfachen Tour-de-France-Etappensieger Robbie McEwen durchsetzte. Im Anschluss gewann er zwei Etappen und die Punktewertung der Vier Tage von Dünkirchen, ehe er bei der Katalonien-Rundfahrt seine ersten Etappen bei einem Rennen der UCI ProTour für sich entschied, die damals die höchste Rennserie des Straßenradsports darstellte. Nach einem weiteren Etappensieg bei der Ster Elektrotoer, wurde er erstmals für die Tour de France nominiert. Beim flachen Auftakt der Frankreich-Rundfahrt kollidierte Cavendish unweit des Ziels mit einem Zuschauer und verlor den Anschluss zum Hauptfeld, nachdem er sein defektes Rad tauschen musste. Er erreichte das Ziel mit einem Rückstand von mehr als zwei Minuten und stürmte im Anschluss zum Teambus, wo er sein Rad aus Zorn über den verpassten Sprint zu Boden warf. Nachdem er auf der dritten und vierten Etappe als Neunter und Zehnter über den Zielstrich gefahren war, verließ er die Rundfahrt bereits am achten Etappentag. In der zweiten Saisonhälfte gewann er jeweils eine Etappe der Dänemark-Rundfahrt und Eneco Tour und zwei Etappen der Tour of Britain, wobei er bei allen drei Etappenrennen die Punktewertung für sich entschied. Bei seinem letzten Saisonrennen, dem Circuit Franco-Belge, holte er seinen elften Saisonsieg und gewann die Nachwuchswertung vor dem Belgier Philippe Gilbert.

Im Herbst des Jahres 2007 bestritt Mark Cavendish in Gent sein erstes Sechstagerennen mit dem Briten Bradley Wiggins, der im Jahr 2004 Olympiasieger in der Einerverfolgung geworden war. In Peking belegten die beiden am Ende des Jahres den zweiten Rang im Madison-Bewerb des UCI-Bahnrad-Weltcups. Wenige Monate später gingen das Duo bei den Bahnradsport-Weltmeisterschaften 2008 in Manchester an den Start und holte den Weltmeistertitel im Madison. Am Tag zuvor hatte Mark Cavendish im Punktefahren nur den 14. Rang belegt.

Team Columbia: Aufstieg zum Sprint-Dominator (2008–2011)

Im Jahr 2008 dauerte es bis in den April, ehe Mark Cavendish seinen ersten Saisonsieg für seine Mannschaft holte, die nun unter dem Namen Team Columbia fuhr. Nach zwei Etappensiegen bei den Driedaagse De Panne-Koksijde, wiederholte er seinen Erfolg beim Scheldeprijs, wobei er sich erst auf den letzten Metern an dem Belgier Tom Boonen vorbeischob, der die Arme zu früh in die Luft gerissen hatte. In Vorbereitung auf den Giro d’Italia gewann Cavendish den Prolog der Tour de Romandie und trug das Führungstrikot der Schweizer Rundfahrt für einen Tag. Beim Giro d’Italia 2008 feierte er in seiner zweiten Saison als Profi seinen ersten Grand-Tour-Etappensieg, als er die 4. Etappe im Massensprint vor dem Deutschen Robert Förster gewann. Auf der 13. Etappe folgte sein zweiter Etappensieg, ehe er seinem Anfahrer André Greipel den Tagessieg auf der 17. Etappe überließ. Nachdem er erneut die Ster Elektrotoer bestritten hatte, bei der er einen weiteren Abschnitt gewann, ging Mark Cavendish bei seiner zweiten Tour de France an den Start. Auf der 5. Etappe setzte er sich in Châteauroux vor dem Spanier Óscar Freire und dem Deutschen Erik Zabel durch und siegte somit erstmals beim größten Radrennen der Welt. Im Anschluss konnte der 23-jährige Brite auch die Massensprints von Toulouse, Narbonne und Nîmes gewinnen und war mit vier Etappensiegen der erfolgreichste Fahrer der 95. Austragung, obwohl er die Rundfahrt bereits im Vorfeld der 15. Etappe verließ. Im August ging er gemeinsam mit Bradley Wiggins bei den Olympischen Spielen von Peking im Madison an den Start. Die beiden konnten ihrer Favoritenrolle jedoch nicht gerecht werden und belegten nur den neunten Rang, wobei Mark Cavendish die Leistung seines Kollegen kritisierte. Die beiden sprachen im Anschluss für mehrere Monate kein Wort miteinander. Am Ende der Saison gewann Mark Cavendish auf der Straße jeweils drei Etappen der Tour of Ireland und Tour of Missouri.

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