Marjorie Kinnan Rawlings (* 8. August 1896 in Washington, D.C.; † 14. Dezember 1953 in St. Augustine, Florida) war eine US-amerikanische Schriftstellerin und Pulitzer-Preisträgerin.
Marjorie Kinnan war die Tochter des Juristen Arthur Frank Kinnan (1859–1913) und dessen Ehefrau Ida May Traphagen (1868–1928). Der Journalist Arthur K. Kinnan (1900–1961) war ihr jüngerer Bruder. Ihr Vater arbeitete als Attorney am U.S. Patentamt, ihre Mutter war Hausfrau. Bis zum Tod ihres Vaters lebte die Familie in Brookland, einem Stadtteil von Washington, wo sie auch die Schule besuchte.
Bereits während ihrer Schulzeit verfasste Marjorie Kinnan Kurzgeschichten in Regionalzeitungen. Mit 15 Jahren gewann sie für ihre Kurzgeschichte The Reincarnation of Miss Hetty einen Preis des McCall’s Magazine’s. Nach dem Tod ihres Vaters ließ sich die Familie in Madison (Wisconsin) nieder und studierte an der örtlichen Universität u. a. Literaturwissenschaft. Während dieses Studiums arbeitete Kinnan an einer studentischen Zeitschrift mit und machte dort die Bekanntschaft ihres späteren Ehemannes, den Schriftsteller Charles Rawlings (1895–1974).
Nach ihrem Abschluss 1918 ging Kinnan für kurze Zeit in New York City, wo sie für eine Zeitschrift der YWCA arbeitete. 1919 heiratete Kinnan Charles Rawlings und ging mit ihm nach Louisville (Kentucky), wo sie beide für das Louisville Courier Journal arbeiteten. Später ließ sich das Ehepaar in Rochester (New York) nieder und betreuten dort das Rochester Journal. In dieser Zeit versuchte Kinnan vergeblich einen Verleger für ihre Romane zu gewinnen.
1928 kann das Ehepaar Rawlings, begünstigt durch eine Erbschaft, eine Orangenfarm (ca. 30 ha) nahe Cross Creek bei Hawthorne (Florida) erwerben. Fünf Jahre später wurde die Ehe geschieden. Charles Rawling diente Arthur Miller als Vorbild für die Figur des Willy Loman in seinem Drama Tod eines Handlungsreisenden.
In Florida fand die Autorin schließlich einen Herausgeber. Ihr erster erfolgreicher Roman, South Moon Under, erschien 1933. Der große Durchbruch gelang ihr mit ihrem Roman The Yearling (deutsch Frühling des Lebens), der 1938 erschien. 1941 heiratete Rawlings in zweiter Ehe den Hotelier Norton Sanford Baskin (1901–1997)
Rawlings’ 1942 erschienener autobiografischer Roman Cross Creek (deutsch Cross Creek – Ich kämpfe um meine Freiheit) wurde 1983 von Martin Ritt mit Mary Steenburgen in der Hauptrolle verfilmt.
Marjorie Kinnan Rawlings starb 1953 in Saint Augustine an einem Schlaganfall und fand ihre letzte Ruhestätte auf dem Antioch Cemetery von Lochloosa, Florida.
1933 O.-Henry-Preis für Gal Young Un
1939 Pulitzer-Preis für Romane für The Yearling
1939 Mitglied der American Academy of Arts and Letters
1941 Ehrendoktorwürde der University of Florida
Cross Creek. Simon & Schuster, New York 1996 (EA New York 1942).
Deutsch: Cross Creek. Meine Pflanzererlebnisse in Florida. Verlag, Rascher, Zürich 1944 (übersetzt von Maria Honeit).
Anne Blythe Meriwether (Hrsg.): Blood of my Blood. University Press of Florida, Gainesville 2001.
Erzählungen und Kurzgeschichten
When the Whippoorwill. Charles Scribner’s Sons, New York 1940.Inhalt: Jacob’s ladder. – A plumb clare conscience. – A crop of beans. – Gal Young Un. – Alligators. – Benny and the bird dogs. – The Pardon. – Varmint. – A mother in Manville. – Cocks must grow. – The enemy.
Miriam’s Houses. In: The New Yorker, Bd. 21 (1945), ISSN 0028-792X