Marita Pabst-Weinschenk (* 22. April 1955 in Castrop-Rauxel; † 12. Januar 2026) war eine deutsche Sprechwissenschaftlerin, Pädagogin und Autorin.
Marita Pabst-Weinschenk war Lehrerin in den Fächer Deutsch, Mathematik und Kunst mit erster und zweiter Staatsprüfung.
Vor der zweiten Staatsprüfung legte sie das Verbandsexamen in Sprechwissenschaft und Sprecherziehung vor der Deutschen Gesellschaft für Sprechwissenschaft und Sprecherziehung (DGSS) ab und führte erste Weiterbildungsveranstaltungen freiberuflich durch. Sie machte sich selbständig und arbeitete als Rhetorik- und Kommunikationstrainerin in Wirtschaft und Verwaltung. Seit 1980 gehörte sie zur Trainerfakultät des Hernstein-Management Instituts Wien.
In dieser Zeit war sie auch Lehrbeauftragte für mündliche Kommunikation im Rahmen der Deutschlehrerausbildung an den Universitäten Duisburg, Essen, Düsseldorf, Regensburg und lehrte Sprecherziehung, Phonetik/Linguistik und Stimmbildung an der Schule für Logopädie am Essener Klinikum. Weiterhin arbeitete sie freiberuflich in einem Krankenhaus mit und führte dort Sprachtherapien durch. 1993 wurde sie an der Mercator-Universität in Duisburg promoviert (Dr. phil).
Ab 1999 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, dort lehrte sie Didaktik der deutschen Sprache und Literatur und Mündlichkeit. Ihr Schwerpunkt lag in den Bachelor- und Masterstudiengängen zur Germanistik und Medien- und Kulturwissenschaft. Ab 2001 leitete sie eine Prüfstelle der DGSS an der Heinrich-Heine-Universität.
Marita Pabst-Weinschenk war Mitglied in der DGSS, in der bmk, Berufsvereinigung mündliche Kommunikation NRW, im Symposion Deutschdidaktik e.V. und der Gesellschaft für angewandte Linguistik e.V. Sie war ab 1993 im Vorstand der DGSS tätig, von 2001 bis 2009 als Erste Vorsitzende, von 2009 bis 2017 als Stellvertretende Vorsitzende. Ab 2001 war sie Mitveranstalterin der Sprechkontakte, einer Vortragsreihe, die von Ernst Bartsch gegründet wurde und in Kooperation mit der Heinrich-Heine Universität und der Volkshochschule Düsseldorf organisiert wird. Im Symposion Deutschdidaktik leitete sie von 2006 bis 2015 mit Brigit Eriksson die Arbeitsgemeinschaft Mündlichkeit. Sie gehörte zum Senat der Thilo-von-Trotha-Stiftung für Redekultur, vertrat die DGSS in der Initiative Hören e.V. und war Mitglied im Programmbeirat des Hochschulradios Düsseldorf 97,1.
Ab 1999 war sie an der Heinrich-Heine-Universität fest angestellt, nachdem sie über 20 Jahre freiberuflich in Management, Verwaltung, Lehrerausbildung und im Krankenhaus gearbeitet hatte. 2008 vertrat sie eine Professur für Sprachdidaktik an der Leuphana Universität Lüneburg, von 2008 bis 2011 die Professur für Mündlichkeit in Düsseldorf und 2013/14 eine Professur an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.
Theorie und Praxis der mündlichen Kommunikation
Sprach- und Literaturvermittlung
Im Zentrum ihrer Rhetoriktheorie stand das Modell der Rede-Pyramide, ein didaktisches Synopse-Modell, das wesentliche Kriterien der Beschreibung von Redeleistungen in ihren Relationen repräsentiert.
Bibliografie zur Sprechkunde und Sprecherziehung in Deutschland bis 1945. Magdeburg, Essen 1993
Erich Drachs Konzept der Sprechkunde und Sprecherziehung. (Phil. Diss. Duisburg) Magdeburg, Essen 1993
Die Konstitution der Sprechkunde und Sprecherziehung durch Erich Drach. Faktenfachgeschichte 1900-1935. Magdeburg, Essen 1993
Reden im Studium. Frankfurt am Main 1995; Neuauflage 2009
Besser schreiben und reden. Köln 1999 (mit Karl-Dieter Bünting)
Die Sprechwerkstatt. Sprech- und Stimmbildung in der Schule. Braunschweig 2000; Reprint Alpen 2021
Freies Sprechen in der Grundschule. Berlin 2005
Dialogisch lernen im Seminarfach. Alpen 2009 (mit Bertram Thiel)