Marie Rouanet (auch: Maria Roanet; * 26. Mai 1936 in Béziers; † 25. Januar 2026 in Saint-Affrique) war eine französische Schriftstellerin.
Marie Rouanet studierte Literaturwissenschaft und wurde Studienrätin. In Montpellier hörte sie Vorlesungen von Charles Camproux über die okzitanische Sprache (und Literatur), eine Sprache, die sie von der Familie ihres Vaters gut kannte.
1961 heiratete sie den Schriftsteller Yves Rouquette und hatte somit Jean Rouquette zum Schwager. Von 1977 bis 2001 war sie Stadtverordnete der Stadt Béziers. Ab 1995 wählte sie das Dorf Camarès (Aveyron), den Heimatort ihres Mannes, zum Wohnort.
Ab den 1980er Jahren veröffentlichte sie zahlreiche Prosatexte und Romane, die oft autobiographische Züge tragen oder in ihrer Heimat angesiedelt sind und intimistischen Charakters sind. Philippe Delerm drückte Wertschätzung für ihre Texte aus. Ihr wichtigster Verlag war anfänglich Payot, ab 2001 Albin Michel.
Ab 1971 betätigte sie sich auch als Sängerin des Okzitanischen und machte mehrere Schallplatten. Ab 2000 war sie an Dokumentarfilmprojekten beteiligt.
Marie Rouanet wurde als Kandidatin verschiedener linker Gruppierungen viermal in den Gemeinderat von Béziers gewählt, dem sie von 1977 bis 2001 angehörte. In ihrer ersten und dritten Wahlperiode (1977 bis 1983 und 1989 bis 1995) war sie als Gemeinderätin zuständig für das Kulturerbe, in der zweiten und vierten Wahlperiode gehörte sie der Opposition an.
(Hrsg.) Occitanie 1970, les poètes de la décolonisation. Anthologie. Occitania 1970. Los poetas de la descolonizacion. P.J. Oswald, Honfleur 1971.
Dins de patetas rojas. Institut d’études occitanes, Toulouse 1975 (Roman).
Le Troupeau d’abeilles. Centre international de documentation occitane, Béziers 1983 (Ethnographie).
(mit Henri Jurquet) Apollonie. Reine au coeur du monde. Plon, Paris 1984; Presses Pocket 1990 (Ethnographie).
La Cuisine amoureuse courtoise et occitane. Loubatières, Portet-sur-Garonne 1990.
Nous les filles. Payot, Paris 1990; Presses Pocket 1991 (Ethnographie, autobiographisch).
Le crin de Florence et autres textes. Climats, Castelnau-le-Lez 1992.
Les enfants du bagne. Payot, Paris 1992 (Ethnographie, Geschichte).
Sonatine pour un petit cadavre. Climats, Castelnau-le-Lez 1992.
Je ne dois pas toucher les choses du jardin. Payot/Rivages, Paris 1993.
Tout jardin est Eden. Climats, Castelnau-le-Lez 1993.
La marche lente des glaciers. Payot, Paris 1994 (Roman, Leben der Eltern).