An diesem Tag

Marie Marcks

Deutsche Karikaturistin

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Marie Marcks (* 25. August 1922 in Berlin; † 7. Dezember 2014 in Heidelberg) war eine deutsche Zeichnerin und Karikaturistin.

Marie Marcks wuchs in Berlin auf. Ihr Vater Dietrich Marcks (1882–1969) war Architekt, der im Büro von Peter Behrens arbeitete, und Bauleiter archäologischer Ausgrabungen in Ägypten. Ihre Mutter Else Marcks-Penzig war eine Buch-Grafikerin und führte eine private Kunstschule. Der Bildhauer Gerhard Marcks ist ihr Onkel. Nach ihrer Gymnasialzeit auf dem reformpädagogischen Internat Birklehof in Hinterzarten (Schwarzwald) und einer Ausbildung an der Kunstschule ihrer Mutter studierte Marie Marcks, noch während des Zweiten Weltkrieges, einige Semester Architektur in Berlin und Stuttgart. Nach Abbruch ihres Studiums arbeitete Marie Marcks ab 1948 in Heidelberg als selbständige Kunstschaffende.

In den 1940er und 1950er Jahren schuf sie vorwiegend Plakate, 1958 bekam sie die grafische Gestaltung des bundesdeutschen Beitrags auf der Expo 58, der Weltausstellung in Brüssel, übertragen.

Anfang der 1960er Jahre begann sie, Karikaturen zu veröffentlichen. Ihre ersten Werke erschienen in der Zeitschrift atomzeitalter von Claus Koch, bei der sie von 1963 bis 1966 als feste Karikaturistin arbeitete. Im Laufe der Zeit erweiterte sie ihre Zeichnungen auf Themen aus dem gesellschaftspolitischen und feministischen Bereich. Damit wurde sie eine der bedeutendsten Karikaturistinnen der Bundesrepublik Deutschland. Marie Marcks veröffentlichte zahlreiche Bücher, regelmäßig Karikaturen in weit verbreiteten Publikationen wie der Süddeutschen Zeitung, dem Stern, dem Spiegel, Titanic und Vorwärts sowie autobiografische Aufzeichnungen aus dem Familienalltag.

1984 und 1989 erschien in zwei Bänden ihre gezeichnete Autobiographie Marie, es brennt! und Schwarz-weiß und bunt mit zusammen über 300 Seiten. Dabei kollagierte sie ihre frühen Werke in neue Zeichnungen.

Ihre Bilder, schwarz-weiß oder mit Buntstift, sind oft mit Sprechblasen oder Untertexten zu Momentaufnahmen einer Entwicklung(sgeschichte) konzentriert. Detailreichtum und Wortwitz sind typische Merkmale. Marcks bezog häufig eine dezidierte Position in politischen Tagesfragen kommunaler oder bundesweiter Politik. Sie war zeichnerisch eine Weg- und Zeitgenossin der viel jüngeren Franziska Becker und Claire Bretécher. In ihren Bildern tauchen immer wieder Hinweise auf die zeitgenössische Kunst auf. Bis kurz vor ihrem Tod im Alter von 92 Jahren zeichnete sie noch, in einem Interview bezeichnete sie die Zeit zwischen 60 und 80 sogar als ihre produktivste.

Ihr Stil begann in den 1960er Jahren mit Anklängen an Bosc und Chaval. Einflussreich für ihre Entwicklung waren die französische Satire-Zeitschrift Hara-Kiri und Jean-Marc Reiser. Im Laufe der Zeit erarbeitete sie sich ihre unverwechselbaren Figuren mit langen Nasen. Ihre Zusammenarbeit mit der Neuen Frankfurter Schule gilt als Einfluss für die Entwicklung einer Nonsens-Art, aus der Sigmar Polke oder Martin Kippenberger hervorgegangen sind.

Sie wurde Mutter von fünf Kindern, drei Töchtern und zwei Söhnen. Im August 1944 wurde sie zum ersten Mal Mutter und lebte seit 1948 in Heidelberg. In Heidelberg ist die Marie-Marcks-Schule und die Marie-Marcks-Straße nach ihr benannt.

Marie Marcks’ künstlerischer Nachlass wurde 2013 mit Hilfe der Kulturstiftung der Länder durch das Deutsche Museum für Karikatur und Zeichenkunst Wilhelm Busch in Hannover aufgekauft, das von Mai bis Oktober 2015 eine Retrospektive der Künstlerin organisierte. Zu ihrem 100. Geburtstag erschien 2022 eine zweibändige Werkausgabe.

Barbara-Künkelin-Preis der Stadt Schorndorf (1988)

Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (5. Oktober 1995)

Karikaturpreis der deutschen Anwaltschaft (2004)

Deutscher Karikaturenpreis (2008)

Weißt du, daß du schön bist? Werner Raith Verlag, Starnberg 1974, ISBN 3-921121-62-0.

Ich habe meine Bezugsperson verloren. Frauenbuchverlag Weismann Verlag, München 1974, ISBN 3-921121-74-4.

Immer ich! Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1976, ISBN 3-499-20109-7.

Alle dürfen, bloß ich nicht. Frauenbuchverlag Weismann Verlag, München 1976, ISBN 3-921040-40-X.

Vatermutterkind. Quelle & Meyer, Heidelberg 1977

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