Mariah Carey (* 27. März 1969 in Huntington, Long Island, New York) ist eine US-amerikanische Pop-, Hip-Hop- und R&B-Sängerin. Mit 19 Nummer-eins-Hits in den USA, fünf Grammys und mehr als 220 Millionen verkauften Tonträgern zählt sie zu den erfolgreichsten Sängerinnen der Gegenwart.
Bei den World Music Awards im Jahr 2000 wurde Mariah Carey als Künstlerin mit den meisten Verkäufen in den 1990er Jahren mit dem „Millennium Award“ ausgezeichnet. Carey wurde 2003 bei den World Music Awards mit dem Chopard Diamond Award für über 100 Millionen verkaufte Alben ausgezeichnet. Laut der Recording Industry Association of America ist Mariah Carey mit ca. 76 Millionen verkauften Alben die erfolgreichste Künstlerin in den USA.
Das U.S. Nielsen SoundScan erklärte Mariah Carey zur erfolgreichsten Künstlerin in den USA seit Beginn der SoundScan Era 1991.
Mit einem geschätzten Vermögen von 520 Millionen US-Dollar gehört sie zu den reichsten Musikern der Welt.
Mariah Carey wurde am 27. März 1969 auf Long Island im Bundesstaat New York als drittes Kind des afro-venezolanischen Technikers Alfred Roy Carey und der irischen Opernsängerin und Gesangslehrerin Patricia Hickey geboren. Über das genaue Geburtsjahr gibt es widersprüchliche Angaben.
Patricia Hickey und Alfred Roy Carey lernten sich 1960 kennen und heirateten noch im gleichen Jahr. Carey wurde nach dem Titel des Liedes They Call the Wind Mariah, das 1951 in dem Broadway-Musical Paint Your Wagon (dt. Titel: Westwärts zieht der Wind) erstmals zu hören war, benannt. Die multikulturelle Familie wechselte im Laufe der Jahre mehrfach ihren Wohnort.
1973 ließen sich die Eltern scheiden; während Careys neun Jahre ältere Schwester Alison bei ihrem Vater blieb, wuchsen sie und ihr Bruder Morgan bei der Mutter auf. Im Alter von vier Jahren begann Carey damit, Lieder, die sie im Radio hörte, nachzusingen. Während der Grundschule brachte Carey in ihren Lieblingsfächern Literatur, Kunst und Musik gute Leistungen. Nach einigen Jahren finanzieller Schwierigkeiten verdiente ihre Mutter genug Geld, um in eine bessere Gegend in New York zu ziehen. Mariah Carey begann Lieder zu schreiben. Sie besuchte die Harborfields High School in Greenlawn, New York, als Singer-Songwriter. Careys Gesangsfertigkeiten verbesserten sich ständig durch Gesangsstunden und -training mit ihrer Mutter, dadurch konnte sie schon früh ihr Pfeifregister beherrschen. Ihre Mutter öffnete Carey auch die Welt der klassischen Oper. Sie setzte Carey nie unter Druck, Opernsängerin zu werden. Carey erinnert sich, dass sie ihre Arbeiten als Singer-Songwriterin für sich behielt, und sagt über ihre Mutter: „Sie sagte nie ‚Du musst ähnlich singen wie eine Opernsängerin‘. Ich habe die Oper wie verrückt respektiert, aber es hat mich nicht beeinflusst.“
Zu ihrer Familie und Kindheit sagte Mariah Carey:
Nach dem Ende der Schulzeit 1986 versuchte sich Mariah Carey als Backgroundsängerin und begann eine Beziehung mit Gavin Christopher, der sich auch sehr für Musik interessierte. Beide gründeten ein Songwriter-Duo und suchten noch einen Keyboarder: „Wir riefen jemanden an, aber er konnte nicht kommen. Durch Zufall stießen wir auf Ben Margulies. Ben kam ins Studio und er konnte wirklich nicht gut Keyboard spielen – er war viel mehr ein Schlagzeuger – aber seitdem blieben wir in Kontakt und Ben stellte sich als guter Songwriter heraus.“ Nach ihrem ersten Lied Here We Go Round Again schrieben sie weitere Lieder für eine Demoaufnahme. Careys Mutter heiratete ein weiteres Mal, weshalb Mariah das Elternhaus verließ und in eine Einzimmerwohnung in Manhattan zog, die sie auch als Studio nutzte. Später wohnte sie mit vier weiteren Mädchen in einer Wohngemeinschaft. Während dieser Zeit jobbte Carey in New York City als Kellnerin und Garderobiere. Nebenher versuchte sie unablässig, als Sängerin Fuß zu fassen. Nachdem sie eine Demoaufnahme mit vier Liedern fertiggestellt hatte, sandte sie diese an verschiedene Plattenfirmen. Carey erhielt ein Engagement bei Brenda K. Starr, die in den 1980er und frühen 1990er Jahren Latino-Pop machte. Auf einer Party der Plattenfirma spielte Starr dem Columbia-Manager Thomas Mottola ein Demoband zu, der Carey 1988 dann unter Vertrag nahm.
1988–1992: Karrierebeginn und Erfolge mit Mariah Carey und Emotions
Careys Freundschaft mit Starr half ihr auch, eine Plattenfirma zu finden, die sie unter Vertrag nahm. Carey wollte unbedingt mit Margulies weiterarbeiten, aber Mottola stellte Carey die Produzenten Ric Wake, Narada Michael Walden und Rhett Lawrence vor. Mottola wollte Carey als die weibliche Hauptkünstlerin der Plattenfirma vermarkten, wie Whitney Houston und Madonna, welche die weiblichen Stars bei Arista und Sire Records sind. Nach der Vollendung ihres gleichnamigen Debütalbums Mariah Carey gab Columbia über eine Million US-Dollar aus, um das Album zu promoten. Es kam im Juni 1990 in die Plattenläden.
Im März 1991 schaffte es ihr Debütalbum an die Spitze der amerikanischen Albencharts Billboard 200. Begünstigt wurde dieser Erfolg noch durch Careys Auftritt bei den Grammy Awards 1991. Mariah Carey stand elf Wochen in Folge an der Spitze der Billboard Charts. Bei der Grammyverleihung 1991 gewann Mariah direkt zwei Grammys in den Kategorien Best New Artist und Best Female Pop Vocal Performance für ihre Debütsingle Vision of Love. Vier der fünf aus dem Album veröffentlichten Singles erreichten in den offiziellen amerikanischen Singlecharts Billboard Hot 100 Platz 1 (Vision of Love, Love Takes Time, Someday und I Don’t Wanna Cry), damit ist Carey die erste weibliche Künstlerin und die zweite nach den Jackson 5, deren erste vier Singles Nummer-eins-Hits wurden. Die erste Single Vision of Love stand im Sommer 1990 vier Wochen an der Spitze der Charts.
Die zweite Single Love Takes Time konnte an den Erfolg ihrer Debütsingle anknüpfen und wurde in den Vereinigten Staaten ihr zweiter Nummer-eins-Hit. Die Single hielt sich vom 10. November bis zum 24. November 1990 drei Wochen auf Platz 1. Für das Lied gewann Carey zwei BMI-Awards in den Kategorien R&B-Award für das Lied des Jahres und den Songwriter Award.
Im Dezember 1990 wurde Someday als dritte Single veröffentlicht. Sie stand im März 1991 für zwei Wochen auf Platz 1 der US-Charts, wofür Carey einen weiteren BMI-Award erhielt.
Die im März 1991 erschienene Single I Don’t Wanna Cry wurde Careys vierter Nummer-eins-Hit nacheinander; sie hielt in den USA zwei Wochen lang Platz 1, wofür sie den vierten BMI Award in Folge bekam. Die fünfte Single There’s Got to Be a Way wurde nur außerhalb der Vereinigten Staaten veröffentlicht.
Mariah Carey wurde in den Vereinigten Staaten das erfolgreichste und meistverkaufte Album des Jahres 1991, wo es sich in nur einem Jahr über 15 Millionen Mal verkauft hat.
Nur wenige Monate nach der Veröffentlichung des Debütalbums begann die Sängerin schon mit den Arbeiten an ihrem zweiten Werk mit dem Titel Emotions. Das Album ist laut Carey eine Hommage an die Motown Soulmusik; sie wollte dem Genre Tribut zollen, das sie als Kind so stark beeinflusst hatte. Für das Projekt arbeitete sie mit Walter Afanasieff, Robert Clivillés und David Cole von der Dance-Gruppe C+C Music Factory zusammen. Carey beendete ihre Zusammenarbeit mit ihrem Freund Margulies.
Am 17. September 1991 erschien weltweit das zweite Studioalbum Emotions. Von Kritikern wurde das Album noch positiver bewertet als ihr Debüt. Weltweit verkaufte sich das Album über 8 Millionen Mal, trotzdem konnte es kommerziell nicht an den enormen Erfolg und an die Verkaufszahlen des Vorgängers anknüpfen. Der Titelsong ihres zweiten Albums Emotions wurde im Oktober 1991 ihre fünfte Nummer eins in den US-Billboard-Charts nacheinander. Damit gelang ihr als bisher einziger das Kunststück, dass alle ersten fünf Singles in den amerikanischen Billboard Hot 100 Nummer-eins-Hits wurden (sie brach damit den Rekord der Jackson 5). Außerhalb der Vereinigten Staaten wurde das Lied Careys erfolgreichste Single seit ihrem Debüt mit Vision of Love. Es erreichte die Top 5 in Kanada und Neuseeland und die britischen Top 20. In Australien verfehlte das Lied knapp die Top Ten. Im restlichen Europa war das Lied ein mäßiger Charterfolg. Bei den Grammy Awards 1992 wurde Emotions in der Kategorie Best Female Pop Vocal Performance nominiert, verlor aber gegen Something to Talk About von Bonnie Raitt. Das Lied gewann einen BMI R&B Award, damit setzte Carey ihre Serie fort, zuvor hatte jede ihrer Singles ebenfalls den BMI Award gewonnen. Die zweite Single Can’t Let Go beendete Mariahs Serie von Nummer-eins-Hits, da es in den USA nur Platz zwei erreichte, wurde aber wieder mit einem BMI Award ausgezeichnet. Das im Februar 1992 veröffentlichte Lied Make It Happen erreichte als dritte und letzte Single des Albums schließlich Platz 5 der Billboard Charts und wurde Careys Single mit dem bis dahin geringsten Erfolg.