An diesem Tag

Maria Höfl-Riesch

Ehemalige deutsche Skirennläuferin

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Maria Höfl-Riesch, geborene Riesch (* 24. November 1984 in Garmisch-Partenkirchen), ist eine ehemalige deutsche Skirennläuferin. Sie galt als Allrounderin und gehörte in ihrer aktiven Zeit zu den erfolgreichsten Athletinnen im alpinen Skirennen. Zu ihren größten Erfolgen zählen die drei Olympiasiege bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver und 2014 in Sotschi, der Gewinn der Gesamtwertung des Alpinen Skiweltcups in der Saison 2010/11 und jeweils einer Goldmedaille bei den Weltmeisterschaften 2009 und 2013. Hinzu kommen der fünfmalige Gewinn einer Weltcup-Disziplinenwertung und fünf Juniorenweltmeistertitel. In vier von fünf Disziplinen konnte sie Weltcuprennen gewinnen. In der Liste der alpinen Skisport-Olympiasieger ist sie die Bestplatzierte Deutschlands, in der Bestenliste des Damen-Weltcups ist sie nach Katja Seizinger mit 27 Siegen die zweitbeste Deutsche. Bei den deutschen WM-Teilnehmerinnen nimmt sie mit sechs Podiums-Platzierungen nach Christl Cranz und Rosi Mittermaier Platz drei ein.

Maria Riesch begann bereits im Alter von drei Jahren mit Skifahren. Zwei Jahre später wurde sie Mitglied im Skiclub Partenkirchen. Nach ersten Erfolgen in regionalen Kinderrennen fuhr sie in der Saison 1998/99 bei den Deutschen Schülermeisterschaften auf den zweiten Platz. Hier wurden die Trainer des DSV auf Riesch aufmerksam und nahmen sie in der Folgesaison in den C/D-Kader des Verbandes auf. Als 15-Jährige bestritt sie im Dezember 1999 ihre ersten FIS-Rennen.

Ihr erster Einsatz im Europacup folgte bereits drei Monate später und im März 2000 konnte sie erstmals ein FIS-Rennen für sich entscheiden. Bei den Juniorenweltmeisterschaften 2001 in Verbier gewann Riesch die Goldmedaille in der Kombination, die Silbermedaille im Super-G und die Bronzemedaille in der Abfahrt. Kurz darauf, am 16. Februar 2001, debütierte sie im Weltcup und fuhr beim Super-G von Garmisch-Partenkirchen gleich auf Platz 20. Zum Abschluss der Saison wurde sie Deutsche Meisterin in der Abfahrt und im Super-G.

In der Saison 2001/02 kam Riesch im Weltcup nur sporadisch zum Einsatz, das beste Ergebnis war wiederum ein 20. Platz. Das Hauptaugenmerk lag auf dem Europacup: Mit fünf Siegen und drei weiteren Podestplätzen entschied sie sowohl die Gesamtwertung als auch die Abfahrts-Disziplinenwertung für sich. Riesch gewann bei den Juniorenweltmeisterschaften 2002 die Goldmedaille im Super-G und die Silbermedaille im Slalom. Sie verteidigte auch den Deutschen Abfahrts-Meistertitel. 2002 wurde ihr außerdem der Bayerische Sportpreis in der Kategorie „Herausragende Nachwuchssportlerin“ verliehen.

Riesch kam in der Saison 2002/03 wieder vermehrt im Weltcup zum Einsatz, wobei sie vor allem zu Beginn des Winters oft ausschied. Am 22. Dezember 2002 gelang ihr in Lenzerheide in der Kombination mit Platz drei die erste Weltcup-Podestplatzierung. Im März 2003 stieß sie auch in Einzelrennen erstmals unter die besten Zehn vor. Auch bei den Juniorenweltmeisterschaften 2003 in Serre Chevalier war sie erfolgreich. Zum zweiten Mal wurde sie Juniorenweltmeisterin in der Kombination, hinzu kam die Bronzemedaille im Riesenslalom.

Aufstieg zur Weltspitze und Verletzungssorgen

Nach dem Abitur im Sommer 2003 konnte sich Riesch nun ganz auf den Skisport konzentrieren. Im Laufe der Saison 2003/04 konnte sie ihre Ausfallquote deutlich verringern. Sie klassierte sich regelmäßig unter den besten Zehn und etablierte sich in der alpinen Weltspitze. Am 30. Januar 2004 konnte Riesch in der Abfahrt von Haus im Ennstal ihren ersten Weltcupsieg feiern, zwei Tage später doppelte sie im Super-G nach. Vier Wochen später gewann sie auch den Weltcupslalom von Levi. In der Weltcup-Gesamtwertung belegte sie den dritten Platz und bestätigte damit ihre Allroundqualitäten. Bei den Juniorenweltmeisterschaften 2004 in Maribor kamen in Abfahrt und Riesenslalom zwei weitere Goldmedaillen hinzu.

Anschließend hatte sie mit großem Verletzungspech zu kämpfen. Im November 2004 zog sie sich beim Training eine Schulterfraktur zu und musste mehrere Wochen pausieren. Am 21. Dezember ging sie wieder an den Start und fuhr im Super-G von St. Moritz auf den dritten Platz. Beim Super-G am 12. Januar 2005 auf der Olimpia delle Tofane in Cortina d’Ampezzo stürzte sie schwer und erlitt einen Kreuzbandriss am rechten Knie. Damit war die Saison vorzeitig beendet.

Die Vorbereitung auf die Saison 2005/06 verlief alles andere als optimal. Beim Training in Neuseeland erlitt Riesch im September 2005 eine Verletzung am Schienbeinkopf, einen Monat später kam in Sölden ein Bruch des Mittelhandknochens hinzu. Als Folge davon begann die Saison mit eher mäßigen Ergebnissen. Am 10. Dezember 2005 stürzte Riesch beim Riesenslalom von Aspen und zog sich schwere Verletzungen am linken Knie zu (Kreuzbandriss, Meniskusschaden, Knorpelverletzungen und Knochenstauchung). Damit war ihre Olympiasaison nach nur sechs Rennen beendet.

Weltmeisterin und Doppelolympiasiegerin

In der Saison 2006/07 feierte Riesch ihr Comeback. Etwas überraschend gewann sie die erste Abfahrt des Winters in Lake Louise. Dies blieb zwar ihre einzige Podestplatzierung in dieser Saison, doch sie konnte sich mit mehreren Top-10-Ergebnissen wieder nahe der Weltspitze etablieren. Bei den Weltmeisterschaften 2007 war der siebte Platz in der Super-Kombination ihr bestes Ergebnis. Hinzu kam der dritte deutsche Abfahrtsmeistertitel. In der Saison 2007/08 fand sie endgültig zu ihrer alten Stärke zurück. Sie gewann zwei Rennen, jeweils dreimal wurde sie Zweite und Dritte. Ihr Sieg bei der Super-Kombination von Whistler Mountain am 24. Februar bedeutete den ersten Sieg für den DSV in dieser Disziplin. Darüber hinaus gewann sie die Weltcup-Disziplinenwertung in der Super-Kombination und im Super-G. Im letzten Rennen der Saison wurde sie von Nicole Hosp noch vom zweiten auf den dritten Platz der Gesamtwertung verdrängt.

Während der Saison 2008/09 konnte Riesch ihr Leistungsniveau in den schnellen Disziplinen halten. Zusätzlich avancierte sie zur Seriensiegerin im Slalom, als sie in dieser Disziplin vier Weltcuprennen in Folge gewinnen konnte. Bei den Weltmeisterschaften 2009 in Val-d’Isère gewann sie die Goldmedaille im Slalom und wurde Vierte in der Super-Kombination. Am 7. März stand sie in Ofterschwang schon vor dem letzten Rennen der Saison als Siegerin des Slalomweltcups 2008/09 fest. In der Saison 2009/10 erzielte Riesch 14 Podestplätze, was in der Gesamtwertung erneut den zweiten Platz ergab. Mit einem Sieg sowie je zwei zweiten und dritten Plätzen stand sie erneut als Siegerin der Slalom-Disziplinenwertung fest. Höhepunkt der Saison waren die Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver. Bei den olympischen Rennen, die in Whistler stattfanden, gewann Riesch am 18. Februar die Goldmedaille in der Super-Kombination, nachdem sie am Vortag in der Abfahrt Achte geworden war. Ein weiterer achter Platz folgte am 21. Februar im Super-G, am 25. Februar ein zehnter Platz im Riesenslalom. Im Slalom gewann sie am 26. Februar eine zweite Goldmedaille.

Als erster Starterin bei Olympischen Winterspielen gelang es ihr, in allen fünf alpinen Skirennen unter die ersten Zehn zu fahren. Bundespräsident Horst Köhler verlieh ihr am 30. April 2010 für ihre Leistungen das Silberne Lorbeerblatt. Am 19. Dezember 2010 erhielt sie zudem die Auszeichnung als Sportlerin des Jahres, sie setzte sich knapp gegen die Biathletin Magdalena Neuner durch.

Knapp gewonnenes Duell um den Gesamtweltcup

Beim ersten Slalom der Saison 2010/11 wurde sie Zweite, es folgten noch drei weitere zweite Plätze vor ihrem ersten Slalomsieg der Saison in Flachau. Noch erfolgreicher war sie in der Abfahrt, indem sie die ersten beiden Rennen in Lake Louise gewann. Auch im fünften Abfahrtsrennen in Cortina d’Ampezzo war sie siegreich, wodurch sie einen beachtlichen Vorsprung auf Lindsey Vonn, der Königin der drei vorangegangenen Winter, herausgefahren hatte. In ihrer bisher schwächsten Disziplin Riesenslalom zeigte sie sich mit zahlreichen Top-Ten-Resultaten stark verbessert und verfehlte kurz vor Jahreswechsel am Semmering den ersten Sieg als Zweite hinter Tessa Worley nur knapp.

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