An diesem Tag

Maria Augusta von Trapp

US-amerikanische Sängerin und Schriftstellerin österreichischer Herkunft

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Maria Augusta von Trapp (geb. Kutschera; * 26. Jänner 1905 in Wien, Österreich-Ungarn; † 28. März 1987 in Morrisville, Vermont, USA) war eine österreichische Sängerin und Schriftstellerin. Sie emigrierte nach dem „Anschluss Österreichs“ ans nationalsozialistische Deutschland in die USA und beantragte 1944 die amerikanische Staatsbürgerschaft.

Maria Augustas Vater war Carl Kuchera. Seine erste Frau, Clara Rainer, starb im Kindbett. Nach deren Tod heiratete Carl Kuchera die jüngere Schwester seiner ersten Ehefrau, Augusta Rainer. Sie ist Maria Augusta Kucheras Mutter.

Maria Augusta Kutschera entstammte einfachen Verhältnissen und wurde während einer Zugfahrt von Tirol nach Wien geboren. Ihre Mutter starb wenige Tage nach der Geburt, ihren Vater verlor sie drei Jahre später. Danach wuchs sie bei ihrer Großmutter und bei einem Vormund auf.

Sie wurde zur Lehrerin ausgebildet und trat nach einem Bekehrungserlebnis dem römisch-katholischen Bund Neuland bei. Sie arbeitete als Erzieherin an der Klosterschule der Benediktinerinnenabtei Nonnberg in Salzburg und wollte als Postulantin in den Orden eintreten. Die Äbtissin schickte sie 1925 als Hauslehrerin zur rekonvaleszenten Maria, Tochter des damals als Kriegsheld bekannten österreichischen Korvettenkapitäns Georg Ludwig von Trapp.

Am 26. November 1927 wurde sie die zweite Ehefrau des Witwers Trapp, mit dem sie 1929 und 1931 die Töchter Rosemarie und Eleonore bekam. Die Kinder aus seiner ersten Ehe sprachen sie mit „Mutter“ an, um sie von ihrer leiblichen Mamá zu unterscheiden.

Da die Familie 1935 ihr gesamtes Vermögen verlor, gründete sie mit den Kindern ihres Mannes (fünf Töchter, zwei Söhne) einen Familienchor. Die musikalische Leitung übernahm Franz Wasner, der Hauskaplan der Familie Trapp. Bereits 1937 gewann der Chor den ersten Preis des Volkssängerwettbewerbs in Salzburg.

Als monarchistisch gesinnter Offizier erwartete Georg Ludwig Trapp durch den „Anschluss“ Österreichs 1938 an das „Dritte Reich“ größte Schwierigkeiten. Nach der Vermietung ihrer Liegenschaft in Aigen an einen geistlichen Orden wohnte die Familie mehrere Monate bei der Bankiersfamilie Menten auf deren Gut Haghe Weijde in Warmond, im Kutschenhaus. Sie traten auch in Warmond auf. Danach emigrierte die Familie noch im gleichen Jahr in die USA, wohin sie Franz Wasner begleitete. Dort kam 1939 der Sohn Johannes zur Welt. Die Familie ließ sich in Stowe, Vermont, nieder, wo sie ein Haus mit dem Namen Cor Unum baute.

Die Familie unternahm auch in den USA Konzertreisen und trat meistens unter dem Namen Trapp Family Singers auf. Sie organisierte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine Hilfsaktion unter dem Namen Trapp Family Austrian Relief Inc. und sammelte Kleidungsstücke und Nahrungsmittel für Österreich. Nach dem Tod Georg Ludwig Trapps im Jahr 1947 verließ Johanna den Familienchor, später schied Werner († 2007) aus. Martina starb früh, Eleonore gründete eine eigene Familie, und Rosemarie stand auf Grund von Lampenfieber nicht mehr für Tourneen zur Verfügung.

Der Chor unternahm mehrere Tourneen u. a. durch Südamerika und Australien. 1950 trat Maria Augusta von Trapp mit ihrem Chor bei den Festspielen in Salzburg auf. 1956 wurde der Chor, der ungefähr 2000 Konzerte in der ganzen Welt gegeben hatte, aufgelöst. Die überlebenden „Kinder“ leben noch heute in Amerika auf der Ranch.

Maria Augusta von Trapp schrieb 1952 ihre Lebenserinnerungen unter dem Titel Vom Kloster zum Welterfolg nieder. Das Buch wurde 1956 unter dem Titel Die Trapp-Familie und 1958 Die Trapp-Familie in Amerika mit sehr großem Erfolg verfilmt. Die von Maria Augusta von Trapp zum Teil geradezu mit Stolz beschriebenen „erzieherischen“ Prügelexzesse an den Kindern blieben dabei unerwähnt. 1959 wurde die Geschichte – etwas geschönt – im Musical The Sound of Music auf die Bühne gebracht und konnte jahrelang in Nordamerika sehr große Erfolge verzeichnen. Die Verfilmung dieses Musicals 1965 (deutscher Titel Meine Lieder – meine Träume) unter der Regie von Robert Wise mit den Hauptdarstellern Julie Andrews und Christopher Plummer wurde ebenfalls zu einem Triumph der 20th Century Fox Studios. 1991 entstand eine Verfilmung als Anime-Serie.

Im Alter von 82 Jahren starb Maria Augusta von Trapp am 28. März 1987 in Morrisville. Sie hinterließ zwei Töchter und einen Sohn.

1949: Verleihung des päpstlichen Ehrenzeichens Benemerenti durch Papst Pius XII. als Anerkennung für ihr Hilfsprogramm (Trapp Family Austrian Relief Inc.) für notleidende Österreicher

1952: Aufnahme in den Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem

1956: Katholische Mutter des Jahres in den USA. Diesen Ehrentitel erhalten Frauen, die durch ihr vorbildliches Verhalten im Kreise einer größeren Kinderschar zu einem Beispiel werden.

1957: Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich durch Unterrichtsminister Heinrich Drimmel

1967: Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse durch Unterrichtsminister Theodor Piffl-Percevic

2007: Die Trapp-Familie erhielt in Braunau am Inn den Egon Ranshofen-Wertheimer Preis

2012: Benennung der Verkehrsfläche Maria-Trapp-Platz in Wien-Donaustadt (22. Bezirk)

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