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Maria (Mutter Jesu)

Mutter Jesu

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Maria (altgriechisch Μαριάμ, Mariam; auch: Maria von Nazaret) ist die im Neuen Testament genannte Mutter Jesu. Der Überlieferung zufolge lebte sie mit ihrem Mann Josef und weiteren Angehörigen in dem Dorf Nazaret in Galiläa. Maria wird im Christentum als Mutter Jesu Christi besonders verehrt und ist auch im Koran als jungfräuliche Mutter Jesu erwähnt.

Außerhalb der neutestamentlichen Quellen ist über die Eltern Jesu historisch nichts überliefert, da nach herrschender Meinung der Forschung alle späteren Quellen vom Neuen Testament abhängig sind. Ihre Existenz und die Namen „Maria“ und „Josef“ werden dennoch von der überwiegenden Mehrheit der Historiker als authentisch angesehen.

Über die neutestamentliche Darstellung der biblischen Gestalt Marias hinausgehende Reflexionen zur Rolle Marias in der Heilsgeschichte führten in der späteren Frömmigkeits- und Theologiegeschichte neben der Verleihung des Ehrentitels Gottesgebärerin zu zahlreichen legendarischen Überlieferungen, vielfältigen Praktiken der Marienverehrung und zur Etablierung der Mariologie als einer eigenen dogmatischen Teildisziplin der römisch-katholischen Theologie.

Maria ist die griechische Form des hebräischen Namens Miriam (מרים, auch als Mirjam transliteriert) und wird traditionell als Nominalbildung aus den hebräischen Bezeichnungen mir/mar für „bitter“ und jam für „Meer“ angesehen. Die Bedeutung des Namens wäre dann mit „meeresbitter“, auch „Meeresmyrrhe“ oder „Meerestropfen“ wiederzugeben. Diese Namensdeutung klingt noch im Titel Stella Maris (dt. „Meerstern“) an. Daneben wird neuerdings auch eine Ableitung des Namens aus dem Ägyptischen vorgeschlagen: merit-amun, übersetzt „von Amun Geliebte“. Weiter werden auch andere Ableitungen aus dem Hebräischen diskutiert, etwa die Bedeutung „die Erhabene“ von רום rum „sich erheben“ oder „die Widerspenstige“ von מרה marah „widerspenstig sein“.

Im Tanach, der jüdischen Bibel, erscheinen zwei Trägerinnen dieses Namens: Mirjam, die Prophetin und Schwester des Mose, und eine Frau aus dem Stamm Juda, die im 1. Chronikbuch in einer Genealogie erwähnt wird (4,17 ).

Weitere Personen namens Maria im Neuen Testament sind Maria von Magdala (Maria Magdalena) und Maria des Kleophas. Beide werden in Mk 15,40 als Jüngerinnen Jesu und Zeugen seines Sterbens genannt. Eine weitere Maria, die Mutter eines Jakobus, wird meist mit der Maria des Kleophas gleichgesetzt (erwähnt in Mt 27,56 ).

Im griechischen Text wird die Mutter Jesu meistens Mariám (Μαριάμ), seltener María (Μαρία) genannt. In den lateinischen Übersetzungen lautet der Name durchgehend Maria.

Im Islam ist die Mutter Jesu ebenfalls unter dem Namen Maryam (arabisch مريم) bekannt.

Im Deutschen ist als Genitivform des Namens neben „Marias“ im kirchlichen Sprachgebrauch auch „Mariens“ und, abgeleitet vom Lateinischen, „Mariä“ oder „Mariae“ gebräuchlich, etwa in den Wendungen „Haus Mariens“, „Mariä Verkündigung“ oder „Mariä Himmelfahrt“.

Maria erscheint im Neuen Testament (NT) namentlich nur in den Evangelien und der Apostelgeschichte, und zwar in 142 der insgesamt ca. 8000 Verse des Neuen Testaments.

Maria als Jesu Mutter wird in den Evangelien nur punktuell erwähnt, nämlich im Hinblick auf die Bedeutung Jesu; so etwas wie eine Biografie Marias entsteht dabei nicht. Maria kommt vor allem in den Kindheitsgeschichten des Matthäus- und des Lukasevangeliums vor. Über das Lebensende Marias wird nichts gesagt.

In den anderen Schriften des Neuen Testaments wird Maria nicht namentlich erwähnt. Während die Briefe des NTs dogmatische Aussagen über Jesus machen (etwa über seine Sündlosigkeit und seine Erlösungstätigkeit), werden solche Aspekte in Bezug auf Maria nicht angesprochen.

In einigen außerbiblischen Texten wird Maria erwähnt, und zwar in Apokryphen und in Schriften der Kirchenväter.

Im Markusevangelium wird von der Geburt Jesu nicht berichtet. In Mk 3,20f wird erzählt, dass sich Angehörige Jesu zu einem Haus begaben, in dem Jesus predigte; sie hielten ihn „von Sinnen“ und wollten ihn gewaltsam zurückholen. In Mk 3,31ff erfährt der Leser, dass es sich bei den Angehörigen um die Mutter Jesu und um seine Brüder handelt. Jesus weigert sich, zu ihnen vor das Haus zu kommen und erklärt die Anwesenden zu seiner Mutter und zu seinen Brüdern. Er schließt dann mit den Worten: „Wer den Willen Gottes tut, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.“ (Mk 3,35 ).

In Mk 6,3 wird die Mutter Jesu mit Namen erwähnt. Ebenfalls werden hier vier Geschwister Jesu, nämlich Jakobus, Joses, Judas und Simon erwähnt. Auch von Jesu Schwestern ist die Rede, jedoch werden weder ihre Namen noch ihre Anzahl genannt.

Die Kindheitsgeschichte des Matthäus beginnt mit einem Stammbaum, der von Abraham über König David und Josef zu Jesus führt. Neben der männlichen Abstammungslinie werden vier Frauen genannt, die im Alten Testament von Bedeutung sind, nämlich Tamar, Rahab, Rut und Batseba (als Frau des Urija bezeichnet). Die Erwähnung dieser Frauen bereitet die der Maria in Mt 1,16 vor. Auffällig ist, dass die Struktur des Stammbaums bei Nennung der Maria eine andere ist als zuvor. Nun heißt es nicht „Josef war der Vater Jesu“, sondern „Josef, [der] Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren“ (Mt 1,16). Dies betont, dass Josef nicht als leiblicher Vater Jesu angesehen wird. Dass trotzdem der Nachweis einer Abstammung Jesu von David über die Vorfahren Josefs geführt wird, setzt aber eine rein rechtlich verstandene Vaterschaft Josefs voraus.

In der Kindheitsgeschichte des Matthäus ist allein Josef der Handelnde, Maria redet selbst nicht und wird auch nicht angeredet. Ihr Name erscheint nur in Mt 1,18 , Mt 1,20 und Mt 2,11 , an letztgenannter Stelle im Zusammenhang der Huldigung Jesu durch die Sterndeuter.

In der Kindheitsgeschichte des Lukas steht Maria im Zentrum der Erzählung. Der zu ihr gesandte Engel Gabriel verheißt ihr die Geburt eines Sohnes namens Jesus, der Sohn Gottes genannt und den Thron Davids besteigen werde. Schon die Anrede des Engels klingt außergewöhnlich: „Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir“ (Lk 1,28b). Sie fragt den Engel, wie das denn geschehen solle, da sie mit keinem Mann intim sei (Lk 1,34). Der Engel antwortet, der Heilige Geist werde über Maria kommen.

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