Margo Glantz (* 28. Januar 1930 in Mexiko-Stadt, Mexiko) ist eine mexikanische Schriftstellerin, Essayistin und Wissenschaftlerin.
Margo Glantz wurde in eine Familie jüdischer Auswanderer aus Russland geboren; ihr Vater Jacobo Glantz war selbst Schriftsteller, ihre Mutter Elizabeth (Lucia) geb. Shapiro starb 1997 im Alter von 94 Jahren.
Von 1947 bis 1953 studierte Margo Glantz Literatur- und Theaterwissenschaften sowie Kunstgeschichte an der Universidad Nacional Autónoma de México (UNAM), wo sie viele hervorragende Lehrer hatte, darunter so bedeutende Schriftsteller und Philosophen wie Alfonso Reyes, Julio Torri, Agustín Yáñez, Samuel Ramos und Leopoldo Zea. 1953 ging sie mit ihrem damaligen Ehemann, Francisco López Cámara, für fünf Jahre nach Paris, wo sie an der Sorbonne mit der Dissertation El exotismo francés en México (de 1847 a 1867) ein Doktorat in Spanischer Literaturwissenschaft erwarb. Zurück in Mexiko lehrte sie an verschiedenen sekundären Bildungsstätten sowie an der UNAM Ästhetik, Theatergeschichte, Geschichte der mexikanischen Literatur und Komparatistik. 1959 wurde ihre erste Tochter Alina geboren. In Zeitungen und Zeitschriften veröffentlichte sie zahlreiche Artikel, Rezensionen und Theaterkritiken.
1964 erschien ihr erstes Buch, Viajes en México, Crónicas extranjeras, das auf Materialien basierte, welche sie für ihre Dissertation in Paris gesammelt hatte. 1966 wurde sie zur Professorin für Spanische und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Philosophischen Fakultät der UNAM ernannt. Im selben Jahr gründete sie die Zeitschrift Punto de Partida, die sie bis 1969 leitete. Im gleichen Zeitraum stand sie auch dem Instituto Cultural México Israel (Mexikanisch-Israelisches Kulturinstitut) vor.
1970 heiratete sie in zweiter Ehe Luis Mario Schneider, mit dem sie eine 1971 geborene Tochter, Renata, hat. In diesem Jahr wurde sie als Ordentliche Professorin an das Montclair State College in New Jersey berufen und veröffentlichte ein bahnbrechendes literaturgeschichtliches Werk mit dem Titel Onda y escritura en México, jóvenes de 20 a 33, nach dem die gleichnamige literarische Strömung der jungen Literatinnen und Literaten in Mexiko benannt wurde.
Nach der Trennung von ihrem zweiten Mann kehrte Margo Glantz 1974 nach Mexiko zurück, wo sie ihre Lehrtätigkeit an der UNAM wieder aufnahm. Ihr erstes literarisches Werk, Las mil y una calorías, novela dietética („1001 Kalorien, ein diätetischer Roman“) erschien 1978, gefolgt von einer Reihe weiterer Essays und Romane. 1982 starb ihr Vater, dem sie mit dem autobiographischen Werk Las genealogías ein Jahr zuvor ein literarisches Zeugnis gesetzt hatte. 1983 wurde sie Leiterin der Literaturabteilung des Instituto Nacional de Bellas Artes (INBA), ein Jahr später erhielt sie den bedeutenden Literaturpreis Premio Xavier Villaurrutia für ihr Werk Síndrome de Naufragios. Von 1986 bis 1988 war sie Kulturattachée an der Mexikanischen Botschaft in London. Anschließend kehrte sie nach Mexiko zurück, wo sie ihre Lehrtätigkeit an der UNAM wieder aufnahm; zahlreiche Gastprofessuren an verschiedenen Universitäten in den USA folgten. 1994 wurde sie zur Profesora Emérita der UNAM ernannt sowie zum Council of the Humanities Fellow der Princeton University. Seit 1995 ist sie ordentliches Mitglied der Academia Mexicana de la Lengua.
Premio Magda Donato, 1982 (für Las Genealogías)
Premio Xavier Villaurrutia, 1984 (für Síndrome de naufragios)
Premio Universidad Nacional, 1991
Ordentliches Mitglied der Academia Mexicana de la Lengua, 1995
Premio Sor Juana Inés de la Cruz, 2003 (für El rastro)
Premio Nacional de Ciencias y Artes, 2004
Ehrendoktorat der Universidad Autónoma Metropolitana (UAM), 2005
Ehrendoktorat der Universidad Antónoma de Nuevo León, 2010
Medalla de Oro de Bellas Artes, 2010
Premio Nacional Malinalli, 2010, Universidad Juárez Autonóma de Tabasco
Ehrendoktorat der Universidad Nacional Autónoma de México, 2011
Medalla de oro por 50 años de docencia, Universidad Nacional Autónoma de México, 2011