Marcus Ehning (* 19. April 1974 in Südlohn) ist ein deutscher Springreiter.
Marcus Ehning lebt in Borken (Stadtteil Weseke) in Westfalen und hat dank seiner pferdebegeisterten Familie schon seit der Kindheit mit Ponys zu tun. Bereits im Pony-, Junioren- und Junge-Reiter-Bereich errang er sechs Goldmedaillen in Mannschaftswettbewerben bei Europameisterschaften. 1998 bekam er das Pferd For Pleasure in Beritt, mit dem sich sein Erfolg auch im Senioren-Bereich fortsetzte. Zu seinen größten Erfolgen zählt der Olympiasieg mit der Mannschaft bei den Spielen 2000 in Sydney, für den er vom Bundespräsidenten mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet wurde. Auch der Weltcupfinalsieg im Jahr 2006 in Kuala Lumpur sowie der Sieg im Großen Preis von Aachen ist dazuzurechnen.
Marcus Ehning ist gelernter Groß- und Außenhandelskaufmann und steht mit seinen Pferden auf der familieneigenen Reitanlage.
Für die Olympischen Spiele 2004 in Athen war Marcus Ehning zunächst mit For Pleasure nominiert, musste jedoch kurzfristig wegen einer Verletzung seines Pferdes seinen Start absagen. Im Jahr 2010 war er mit Plot Blue Teil der deutschen Mannschaft, die bei den Weltreiterspielen in Lexington (Kentucky) die Goldmedaille gewann. In der Einzelwertung erreichte er als 27. knapp die Runde der besten 30, in dieser verbesserte er sich noch auf Rang 16 im Endergebnis. Seine zweiten Olympischen Spiele bestritt Ehning 2012 in London mit Plot Blue. An den Weltreiterspielen 2014 nahm er mit Cornado NRW teil und kam in der Einzelwertung auf den zehnten Rang.
Für die Olympischen Spiele 2016 war Marcus Ehning mit Cornado NRW nominiert worden. Dieser vertrat sich jedoch nach dem Warm-up-Springen, einen Tag vor Beginn der Springreitwettbewerbe, woraufhin Ehning zur Vermeidung von gesundheitlichen Risiken auf einen Start verzichtete. Auf Wunsch der Mannschaft verblieb er in Rio de Janeiro und unterstützte die deutschen Reiter als Trainer. Ehning war wenige Wochen später mit Pret a Tout Teil der siegreichen deutschen Mannschaft beim Nationenpreisfinale in Barcelona. Bei den Europameisterschaften 2017 war Ehning mit Pret a Tout bester deutscher Reiter.
Zwölf Jahre nach seinem ersten Sieg gewann Marcus Ehning 2018 erneut den Großen Preis von Aachen. Vier Monate zuvor hatte er den Sieg in einem anderen Großen Preis des Rolex Grand Slam knapp verpasst, in ’s-Hertogenbosch war er mit Cornado NRW Zweiter geworden. Nach Aachen konnte er seinen Erfolgsserie direkt fortsetzten, in den folgenden sechs Wochen wurde er jeweils Erster oder Zweiter in den Großen Preisen von Valkenswaard (CSI 5*), Münster (CSI 4*) und Brüssel-Wolvertem (CSI 5*). Mit den Siegen in den Großen Preisen von Aachen und Genf war Ehning der zweite Reiter, der im Rahmen des Rolex Grand Slams ein Bonuspreisgeld gewinnen konnte.
Bei den Europameisterschaften 2019 war Ehning mit dem Hengst Comme il faut am Start und sicherte sich nach Mannschaftssilber den 5. Platz in der Einzelwertung.
Von Juli bis Dezember 2009 war er Führender der Weltrangliste. Diese Position hatte er bereits von August 2005 bis Januar 2007 ununterbrochen inne. Im Dezember 2020 belegte er Rang 16 der Weltrangliste. Für das Jahr 2021 wird Ehning mit dem Hengst Comme il faut NRW im Olympiakader geführt.
Seit dem 24. Juni 2009 ist er mit seiner langjährigen Lebensgefährtin, der ehemaligen Voltigiererin Nadia Zülow (jetzt Ehning), verheiratet. Aus der Ehe gingen bisher vier Kinder hervor.
Sein jüngerer Bruder Johannes Ehning ist ebenfalls als Springreiter aktiv.
Im April 2008 wurde Marcus Ehning vom Verband Deutscher Sportjournalisten mit der Fair-Play-Trophäe des Verbandes ausgezeichnet. Er erhielt den Preis aus den Händen von Hans Günter Winkler für seinen freiwilligen Verzicht auf den Sieg beim Best of Champions, einer Prüfung mit Pferdewechsel im Rahmen des CHIO Aachen 2007. Nachdem sein Pferd For Germany unter allen drei Konkurrenten in der Prüfung verweigert hatte und gestiegen war, ritt er freiwillig am letzten Hindernis vorbei, was als Verweigerung und Ausscheiden gewertet wurde, was in diesem Sonderreglement zu einer Wertung von 24 Punkten führte. Da er, wie zwei weitere Starter, nur 4 weitere Strafpunkte mit anderen Pferden erritten hatte, wurde somit ein Stechen erforderlich. Ehning verzichtete auf die Teilnahme an dem Stechen und begnügte sich freiwillig mit dem dritten Platz.
Stargold (* 2011), brauner Oldenburger Hengst, Vater: Stakkato Gold, Muttervater: Lord Weingard
Flower Girl 13 (* 2013), Holsteiner Schimmelstute, Vater: Hickstead, Muttervater: Catoki
Baloubets Rose Dree Boeken (* 2015), braune Hannoveraner Stute, Vater: Baloubet du Rouet, Muttervater: Darco
Priam du Roset (* 2011), brauner Einsiedler Wallach, Vater: Plot Blue, Muttervater: Tanael du Serein
DPS Revere (* 2013), ISH-Schimmelwallach, Vater: Hermes de Reve, Muttervater: Cento
For George (* 2017), Westfale brauner Hengst, Vater: For Pleasure, Muttervater: Lord Z
Coolio 42 (* 2013), schwarzbrauner Holsteiner Hengst, Vater: Casalito 2, Muttervater: Quidam de Revel