Marcus Berg (* 17. August 1986 in Torsby) ist ein ehemaliger schwedischer Fußballspieler. Der Mittelstürmer bestritt seine Karriere in Schweden, den Niederlanden, Deutschland, Griechenland sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten und stand zuletzt beim IFK Göteborg unter Vertrag.
In Schweden, Griechenland und den Vereinigten Arabischen Emiraten gewann Berg diverse nationale Titel, darunter den Meistertitel der Allsvenskan und der UAE Arabian Gulf League. Zudem wurde er in drei verschiedenen Ligen Torschützenkönig: in der Spielzeit 2007 in der schwedischen Allsvenskan, in der Spielzeit 2016/17 in der griechischen Super League sowie in der Spielzeit 2017/18 in der UAE Arabian Gulf League.
Berg debütierte 2008 in der schwedischen Nationalmannschaft, in der er jedoch lange Zeit im Schatten des schwedischen Stürmerstars Zlatan Ibrahimović stand. Zuvor war er bereits für schwedische Nachwuchsnationalmannschaften aufgelaufen, darunter zwischen 2006 und 2009 für die schwedische U-21-Auswahlmannschaft. 2009 wurde er Torschützenkönig bei der in seinem Heimatland ausgetragenen U-21-Europameisterschaftsendrunde, wobei er mit sieben Turniertoren einen Rekord aufstellte. Mit der A-Nationalmannschaft nahm er an den Europameisterschaftsendrunden 2016 und 2021, sowie am Weltmeisterschaftsturnier 2018 teil.
Am 25. September 2023 gab er seinen Rücktritt vom aktiven Fußball bekannt.
Anfänge in Schweden und Torschützenkönig
Berg spielte in der Jugend für IFK Velen und Torsby IF. 2003 wechselte er zu IFK Göteborg in die Jugendabteilung. In der Spielzeit 2005 debütierte er für den IFK in der Allsvenskan. In seiner zweiten Spielzeit erspielte er sich einen Stammplatz und wurde in die schwedische U-21-Auswahl berufen: Bei der 0:1-Niederlage gegen die irische U-21-Auswahl am 28. Februar 2006 hatte er sein Debüt, als er in der Halbzeitpause Henok Goitom ersetzte. In den folgenden Spielen konnte er sich in der Auswahlmannschaft etablieren und kam regelmäßig zum Einsatz.
In der Spielzeit 2007 war Berg in der Allsvenskan regelmäßiger Torschütze. Im Sommer 2008 verpflichtete ihn der niederländische Klub FC Groningen für 38 Millionen Schwedische Kronen (ca. 4,1 Millionen Euro). Nach 14 Toren in 17 Saisonspielen verließ er Schweden und wurde trotz der verpassten restlichen Spielzeit gleichauf mit Razak Omotoyossi Torschützenkönig der Allsvenskan.
Torschütze in der Ehrendivision und Debüt in der Nationalmannschaft
Am 18. August 2007 debütierte Berg beim 3:0-Auswärtserfolg für den FC Groningen bei NAC Breda in der Ehrendivision. In seinem dritten Einsatz am 2. September 2007 beim 2:2-Unentschieden im Auswärtsspiel bei Ajax Amsterdam erzielte er seine ersten zwei Tore für seinen neuen Arbeitgeber. Auch in der Folge war er regelmäßiger Torschütze und spielte sich ins Blickfeld von Lars Lagerbäck, dem Trainer der schwedischen Nationalmannschaft. Am 6. Februar debütierte er mit der Rückennummer 10 beim 0:0-Unentschieden gegen die türkische Nationalelf in der Startelf der Landesauswahl. Am Saisonende führte er mit 15 Erstligatoren – damit belegte er den fünften Rang in der Torschützenliste der Ehrendivision – den Klub auf den siebten Tabellenrang. In den anschließenden Playoffs um einen Platz im UEFA-Pokal verhalf er mit zwei Toren beim 3:1-Erfolg über den FC Utrecht zum Einzug ins Halbfinale gegen NEC Nijmegen, in dem die Mannschaft trotz eines weiteren Tores von Berg scheiterte. Dennoch wurde er nicht von Lagerbäck in den Kader der schwedischen Auswahl für die Europameisterschaft 2008 berufen; erst im Anschluss an das Turnier kehrte er in den Nationalelfkader zurück und bestritt am 20. August bei der 2:3-Niederlage gegen Frankreich sein zweites Länderspiel.
Auch zu Beginn seiner zweiten Spielzeit in den Niederlanden gehörte Berg zu den torgefährlichsten Stürmern. Im September 2008 schoss er mit einem Hattrick seinen Klub beim 3:2-Erfolg im Pokalspiel bei HVV Hollandia nach einem 0:2-Rückstand in die nächste Runde. Daraufhin meldeten im Herbst der PSV Eindhoven und Ajax Amsterdam Interesse an einer Verpflichtung an. Analog zum Vorjahr etablierte er sich in der Torschützenliste im vorderen Bereich und belegte in der Statistik hinter dem 23-fachen Torschützen Mounir El Hamdaoui und dem 22-fachen Torschützen Luis Suárez mit 17 Toren den dritten Platz vor Roy Makaay, Danijel Pranjić und Blaise Nkufo. Nicht zuletzt deswegen etablierte er sich im Kader der A-Nationalmannschaft, in der er jedoch angesichts der Konkurrenz von Zlatan Ibrahimović, Henrik Larsson und Johan Elmander hauptsächlich als Ergänzungsstürmer berücksichtigt wurde. Obwohl er für die U-21-Auswahl im Kalenderjahr keine Partie mehr bestritten hatte, nominierten ihn Ende Mai die Trainer Tommy Söderberg und Jörgen Lennartsson für die U-21-Europameisterschaftsendrunde im Sommer im eigenen Land, bei der er mit bis dahin sieben A-Länderspieleinsätzen der erfahrenste Spieler der schwedischen Mannschaft war. Beim letzten A-Länderspiel vor dem Turnier, einem 4:0-Erfolg über Malta im Rahmen der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2010, erzielte er sein erstes Länderspieltor. Die Treffsicherheit konnte er für das Turnier konservieren und mit sieben Treffern in vier Spielen gewann er den Goldenen Schuh von adidas als Auszeichnung für den besten Torschützen. Zudem zeichnete die UEFA ihn als besten Spieler des Turniers aus.
Gemischter Erfolg in der Bundesliga mit zeitweiser Rückkehr in die Niederlande
Zur Saison 2009/10 unterschrieb Berg einen Vertrag bei dem deutschen Bundesligisten Hamburger SV bis zum 30. Juni 2014. Zwar erzielte er bei seinem Bundesligadebüt am 15. August beim 4:1-Erfolg über Borussia Dortmund sein erstes Tor in der Bundesliga, im Laufe der Spielzeit konnte sich der Angreifer jedoch nicht in der Stammformation etablieren. Zeitweise in der Startelf, wobei er auch vom Verletzungspech seiner Kollegen Paolo Guerrero und Mladen Petrić profitierte, saß er bei der Hälfte seiner 30 Saisonspiele bei Bruno Labbadia und dessen Nachfolger Ricardo Moniz insbesondere nach der Verpflichtung von Ruud van Nistelrooy in der Winterpause auf der Ersatzbank.
Für die Saison 2010/11 verlieh der Hamburger SV Berg an die PSV Eindhoven. Jedoch lief es auch in den Niederlanden nicht ganz nach Maß. Bei seinem neuen Verein brachte er es zwar auf 25 Einsätze in der Ehrendivision und konnte dabei acht Treffer erzielen, allerdings spielte er nur viermal über die komplette Spielzeit von 90 Minuten. Mit der PSV belegte er den dritten Platz.
Nach Ablauf des Leihvertrages kehrte Berg zur Saison 2011/12 zum Hamburger SV zurück. Auch aufgrund diverser Verletzungen fasste er jedoch abermals in Hamburg nicht Fuß. Erst gegen Ende Spielzeit kam er unter Thorsten Fink häufiger zum Einsatz, der Klub rettete sich als Viertletzter der Endtabelle vor dem Abstieg.
In der Saison 2012/13 rückte er endgültig ins zweite Glied, lediglich bei zwei seiner elf Saisoneinsätze stand er in der Startelf, sein einziges Pflichtspieltor im Saisonverlauf erzielte er bei der 2:4-Erstrundenniederlage beim Drittligisten Karlsruher SC im DFB-Pokal.
Wieder in die Erfolgsspur in Griechenland
Im Sommer 2013 wechselte Berg in die griechische Super League zu Panathinaikos Athen. Hier zeigte er auf Anhieb seine Torgefahr, mit 15 Saisontoren wurde er hinter Esteban Solari, der ein Tor mehr erzielt hatte, gleichauf mit Ben Nabouhane Zweiter der Torschützenliste. Zwar platzierte er sich mit dem Klub in der Spielzeit 2013/14 mit deutlichem Abstand auf Serienmeister Olympiakos Piräus lediglich als Tabellenvierter, im Pokalwettbewerb erreichte die Mannschaft jedoch das Endspiel gegen PAOK Thessaloniki. Dort avancierte er zum Matchwinner, als er beim 4:1-Finalerfolg drei Tore erzielte. In der Folge kehrte er im Frühjahr nach knapp anderthalbjähriger Abstinenz wieder in die A-Nationalmannschaft zurück, die jedoch die Qualifikation zur Weltmeisterschaftsendrunde 2014 verpasst hatte.
Wenngleich in den beiden folgenden Spielzeiten immer wieder von kleineren Verletzungen gebremst traf er jeweils zweistellig im gesamten Saisonverlauf und führte den Klub damit jeweils zur Vizemeisterschaft. Diese Leistungen wurden auch von Nationaltrainer Erik Hamrén honoriert, bei der EM-Endrunde 2016 in Frankreich wurde er in das Aufgebot Schwedens aufgenommen. Dabei duellierte er sich mit John Guidetti um den zweiten Platz im Sturm neben Ibrahimović und stand zweimal in der Gruppenphase in der Startelf, einmal kam er als Einwechselspieler in die Partie. Letztlich holte die schwedische Auswahlmannschaft nur einen Punkt beim 1:1-Unentschieden im Auftaktspiel gegen Irland und beendete die Gruppenphase nach zwei 0:1-Niederlagen in den folgenden Spielen als Tabellenletzter hinter Gruppensieger Italien, Belgien und Irland. Bezeichnenderweise war das einzige Turniertor zugunsten der Skandinavier ein Eigentor des Iren Ciaran Clark.