An diesem Tag

Marco Fu

Snookerspieler aus Hongkong

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Marco Fu Ka-Chun (chinesisch 傅家俊, Pinyin Fù Jiājùn, Jyutping Fu6 Gaa1zeon3; * 8. Januar 1978) ist ein Snookerspieler aus Hongkong. 1997 gewann er die Amateurweltmeisterschaft und wurde im Jahr darauf Profi. Danach gehörte er fast 20 Jahre zu den Top 32 der Welt und gewann in dieser Zeit drei Ranglistenturniere.

Fu Ka-Chun wuchs in Hongkong auf und begann mit 9 Jahren auf Betreiben seines Vaters mit dem Snookerspielen. Anfangs spielte er nur gelegentlich, auch als er wegen seiner schulischen Ausbildung mit 12 Jahren nach Kanada ging. Dort nahm er den westlichen Namen Marco Fu an. In den 1980er Jahren gab es mehrere sehr erfolgreiche kanadische Profispieler, deshalb war Snooker dort immer noch sehr populär. Mit 15 Jahren traf er einen Snookertrainer, der ihn unterrichtete und dazu brachte, den Sport ernsthaft zu betreiben. Es stellten sich Erfolge ein, dadurch wurde auch ein Billardfunktionär aus Hongkong auf ihn aufmerksam und bot ihm Unterstützung dabei an, Profi zu werden.

Den Durchbruch schaffte er 1997, als er im Sommer Juniorenweltmeister wurde. Einige Monate später holte er sich auch bei der Amateurweltmeisterschaft den Titel. Im Finale besiegte er Stuart Bingham mit 11:10. Im Jahr darauf bekam er eine Wildcard für das Thailand Masters, wo er Jason Ferguson schlug und ins Hauptturnier kam. Danach nahm er an einem Qualifikationsturnier in Asien teil und bekam als Sieger die Startberechtigung für die Profisaison 1998/99. Anschließend bekam er eine weitere Wildcard für die Champions Super League, bei der er Gelegenheit hatte, gegen die beiden 6-fach-Weltmeister Stephen Hendry und Steve Davis zu spielen.

Erfolgreichster Jungprofi und schneller Aufstieg in die Top 16

Bereits bei seinem allerersten Turnier als Profi besiegte er beim Grand Prix Peter Ebdon und Ronnie O’Sullivan, Nummer 7 und Nummer 3 der Weltrangliste und erreichte das Finale, in dem er Stephen Lee unterlag. Bei der Charity Challenge, einem Einladungsturnier, schlug er auch den Weltranglisten-5. Mark Williams. Bei den weiteren Ranglistenturnieren schnitt er nicht so gut ab, erreichte aber immerhin noch zweimal die Runde der letzten 32. Bei der Weltmeisterschaft am Saisonende spielte er nach Siegen über Jason Ferguson und Robert Milkins gegen Graeme Dott um den Einzug in die Endrunde. Mit einem klaren 10:4-Sieg schaffte er auf Anhieb den Einzug ins Crucible Theatre. Bei seinem Debüt bot er James Wattana bis zum 8:8 eine ausgeglichene Partie, bevor sich der Thailänder die zwei zum Sieg fehlenden Frames sicherte. Danach wurde er vom Weltverband WSA als Young Player of the Year (Nachwuchsspieler des Jahres) ausgezeichnet.

Das zweite Jahr begann mit einer Niederlage gegen den erneuten Weltmeister Hendry, doch schon beim Grand Prix erreichte er wieder das Viertelfinale. Den Weltranglistenersten John Higgins schlug er in der Saison dreimal, erst in der Premier League in der Gruppenrunde und dann sowohl beim Malta Grand Prix als auch bei den Scottish Open im Viertelfinale. Die Halbfinale verlor er beide Male gegen Mark Williams. In Schottland gelang ihm zudem in der Partie gegen Ken Doherty das 39. offizielle Maximum Break der Snookergeschichte. Der Saisonbilanz fügte er außerdem noch ein Achtelfinale bei den Welsh Open hinzu. Am Ende der Saison 1999/2000 stand der erneute Einzug in die WM-Endrunde, wo er aber erneut das erste Match verlor, diesmal deutlich mit 4:10 gegen Anthony Hamilton. In zwei Jahren hatte er es damit vom Neuling bis auf Platz 15 der Weltrangliste gebracht.

Rückschläge, Fortschritte und der erste kleinere Turniersieg

In der Saison 2000/2001 stieg er damit bei den Ranglistenturnieren erst in der Runde der letzten 32 ein. Er holte erst einmal nur 2 Siege aus den ersten 4 Turnieren. In seiner zweiten Premier League gelang ihm dann aber der erste Sieg über Hendry und weitere Erfolge gegen Mark Williams und Ronnie O’Sullivan. Im Halbfinale revanchierte sich dann aber Hendry und schlug ihn mit 6:5. Bei den Welsh Open verlor er im Achtelfinale erneut gegen Hendry. Die verbleibenden vier Turniere blieb er ohne Sieg und fiel deshalb wieder aus den Top 16 heraus. 2001/02 musste er deshalb wieder eine zusätzliche Qualifikationsrunde spielen. Dadurch gewann er zwar wieder mehr Matches, er konnte aber frühere Erfolge nicht wiederholen, die deshalb aus der Zweijahreswertung der Weltrangliste fielen, was ihn weitere Plätze kostete. Insgesamt wies die Saisonbilanz nur zwei Achtelfinals beim LG Cup und bei den China Open aus, zudem verfehlte er erstmals den Einzug in die WM-Endrunde. Dadurch rutschte er in den unteren Bereich der Top 32 ab.

Doch schon 2002/03 brachte die Wende mit dem Achtelfinale bei der UK Championship. Bei der Premier League schaffte er es anschließend trotz zweier Niederlagen ins Halbfinale. Er schlug die aktuelle Nummer 1 Ronnie O’Sullivan mit 6:4 und holte sich dann mit einem 9:5-Sieg über die Nummer 2 Mark Williams seinen ersten Titel. Ein weiterer Sieg über O’Sullivan brachte ihn ins Halbfinale der Welsh Open, das er gegen Hendry verlor. Und nachdem er in der WM-Qualifikation Jonathan Birch geschlagen hatte, traf er in der Endrunde zum dritten Mal in dieser Saison auf O’Sullivan. In seinem vierten Crucible-Match gelang ihm gegen den Engländer sein erster Sieg, danach schlug er auch noch Alan McManus, bevor er im Viertelfinale Stephen Lee unterlag. Im folgenden Jahr stand er in der Premier League erneut im Halbfinale und auch bei den Welsh Open erreichte er nach einem weiteren Sieg über Stephen Hendry die Vorschlussrunde. Dazu kamen noch zwei Achtelfinals beim LG Cup und beim Irish Masters. Obwohl er am Saisonende gegen Stuart Pettman zum zweiten Mal die WM-Endrundenqualifikation verpasste, kletterte er 2004 wieder auf Platz 16 der Weltrangliste.

Erneutes Auf und Ab und der erste Ranglistensieg

Erneut war der Erfolg aber nicht von Bestand. Der Wegfall der Qualifikationsrunde brachte ihm inklusive der Weltmeisterschaft 5 Auftaktniederlagen. Das Viertelfinale bei den China Open war sein größter zählbarer Erfolg. Das erneute Halbfinale in der Premier League, das dritte in Folge, brachte keine Weltranglistenpunkte. Mit nur 6 Ranglistenturnieren wurde in der Saison 2005/06 ein Tiefpunkt erreicht. Bis zum Saisonende gelangen Fu auch nur 2 Siege. Erst als er Fergal O’Brien in der WM-Qualifikation geschlagen hatte, gelang ihm eine Siegesserie. Gegen Alan McManus und Stephen Maguire gewann er klar und mit einem 13:10 gegen Ken Doherty kam er erstmals ins Halbfinale einer Weltmeisterschaft. Dort lag er gegen Peter Ebdon lange zurück, machte dann aber noch einen 9:15-Rückstand wett und erkämpfte den Decider. Der Entscheidungsframe ging jedoch zum 17:16 an den Engländer. Es war aber nur ein zwischenzeitlicher Erfolg. Saison 2006/07 gab es erst einmal frühe Niederlagen, bevor er beim Malta Cup wenigstens wieder ein Achtelfinale erreichte und bei den China Open ein Viertelfinale folgen ließ. Bei der Weltmeisterschaft qualifizierte er sich nur knapp für die Endrunde und schied dann mal wieder deutlich mit 3:10 gegen Anthony Hamilton aus. Nach 5 Jahren hatte ihn das Auf und Ab seiner Karriere damit wieder auf Platz 27 der Rangliste geführt.

Mit dem Grand Prix 2007 wendete es sich wieder zum Besseren. Nachdem er mit 4 Siegen aus 5 Partien die Gruppenphase überstanden hatte, besiegte er den Weltranglisten-4. John Higgins, gewann ein enges Halbfinale gegen Gerard Greene mit 6:5 und schlug die damalige Nummer 3 Ronnie O’Sullivan im Endspiel mit 9:6. Damit holte er seinen ersten Ranglistentitel auf der Tour. Bei der UK Championship im selben Jahr erreichte er erstmals bei diesem Turnier das Viertelfinale. Gegen Mark Selby gab es beim Stand von 7:8 einen erbitterten Kampf, der 77 Minuten dauerte und mit 76:41 Punkten dem Engländer den Matchsieg brachte. Es war der bis dahin längste im Fernsehen übertragene Frame bei Ranglistenturnieren, der Rekord wurde aber noch in derselben Saison übertroffen. Beim Masters überstand er mit einem Sieg über Steve Davis im vierten Anlauf die Wildcard-Runde und schaffte damit auch beim dritten Triple-Crown-Turnier den Einzug in die Endrunde. Anschließend besiegte er auch noch Neil Robertson und Ding Junhui, bevor er im Halbfinale gegen seinen Dauerrivalen Stephen Lee im sechsten Aufeinandertreffen die fünfte Niederlage hinnehmen musste. Damit war die Saison 2008/09 seine bis dahin erfolgreichste Saison und nach nur einer Spielzeit kehrte er zum dritten Mal in die Top 16 zurück.

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