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Marco Corner

Doge von Venedig

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Marco Corner, auch Marco Cornaro genannt (* 1286 (?); † 13. Januar 1368 in Venedig), war, folgt man der staatlich kontrollierten Geschichtsschreibung der Republik Venedig, ihr 59. Doge. Im Amt war er von Juli 1365 bis zu seinem Tod. Bereits vom 17. bis zum 21. April 1355 war er nach der Verschwörung des Dogen Marino Falier Vizedoge, bis ein neuer Doge gewählt wurde.

Der in den Rechten gebildete Marco Corner wurde mit zahlreichen diplomatischen Aufgaben betraut. So verhandelte er mit dem König von Ungarn und dem römisch-deutschen Kaiser sowie dem Papst. Darüber hinaus war er zwei Mal Podestà von Padua, Conte von Zara, Duca di Candia, also Statthalter der venezianischen Kolonie Kreta. Er geriet nach einer diplomatischen Reise über eineinhalb Jahre in Gefangenschaft (in Senj). Kurz vor seiner Wahl zum Dogen lehnte er es (aus Krankheitsgründen) ab, sich an der Niederschlagung des Aufstands der venezianischen Siedler auf Kreta zu beteiligen. Wegen der nichtadligen Herkunft seiner zweiten Frau drohte 1365 seine Kandidatur zum Dogen zu scheitern.

Während seiner nur zweieinhalbjährigen Regierungszeit verlor Venedig Besitzungen an Genua und an das Osmanenreich, nachdem bereits 1358 Dalmatien an Ungarn verlorengegangen war. Andererseits gelang es, den Papst dazu zu bewegen, das Handelsverbot mit Ägypten nach zwölf Jahren wieder aufzuheben. Der Ausbau des Dogenpalasts Richtung Seeseite machte bedeutende Fortschritte.

Die Corner gehörten zu den alten Familien Venedigs, ihren Stammbaum führten sie bis auf die Römer zurück. Sie waren eine der reichsten Familien, ihr Vermögen hatten sie vor allem durch Geldverleih gewonnen. Die Corner stellten im 17. und 18. Jahrhundert mit dem Dogen Giovanni I., Francesco und Giovanni II. drei weitere Dogen; alle drei waren direkte Nachfahren Marco Corners.

Der Zweig der Familie, in den Marco Corner wohl im Jahr 1286 geboren wurde, lebte in den Gemeinden Santi Apostoli und San Felice im Osten des Sestiere Cannaregio. Er war Sohn des Giovanni, der als Gesandter eingesetzt wurde, und der Agnese. Von ihr ist das Testament vom 3. Juli 1348 erhalten. Er hatte fünf Brüder, nämlich Tomaso, Filippo, Pietro, Benedetto und Andrea, der eine Reihe von wichtigen staatlichen Ämtern erhielt.

Marco Corner war in erster Ehe mit der Adligen Giovanna Scrovegni aus Padua verheiratet, Tochter Enrico Scrovegnis, des Erbauers der Scrovegni-Kapelle, mit der er einen Sohn und zwei Töchter hatte. Ihr Todesjahr ist nicht überliefert.

In zweiter Ehe war er mit einer Frau verheiratet, von der nur der Vorname Caterina bekannt ist. Sie entstammte zwar einer alten, jedoch nicht dem Patriziat angehörenden Familie; eine Tatsache, die seine Wahl zum Dogen erschweren sollte. Wahrscheinlich stammte ihre Familie ursprünglich aus Dalmatien. Von ihr sind zwei Testamente überliefert. Eines stammt vom 24. Oktober 1398, das zweite vom 31. Juli 1408. Nach Holly S. Hurlburt hatte das Paar drei Kinder, nämlich Francesco, Andrea und Maddelena. Beigesetzt wurde die Dogaressa 1408 im Grabmal ihres Ehemannes in San Zanipolo.

Diplomatische und militärische Aufgaben (1327/1336)

Corner belegte wohl Kurse an der Rechtsfakultät in Padua, doch ist es unsicher, ob er dort auch den Doktortitel erlangte. Aus seinem Testament, in dem eine private Bibliothek genannt wird, wurde geschlussfolgert, er habe kulturelle Interessen gehabt. Ein Teil der Bücher sollte verkauft werden, den Rest erbte sein Sohn Franceschino.

Eine sichere Überlieferung über Marco Corner setzt erst 1336 ein. Wahrscheinlich war er aber der Dogenberater der in einem Dokument vom 22. Mai 1327 erscheint, wohl auch der Gesandte in Persien (26. Juni 1328), Bailò in Konstantinopel (Februar 1329). Dann gehörte er wohl einer Gruppe von drei Savi an, erfahrenen Männern, die mit Sarazenen im Januar 1332 verhandelten, war wohl im September 1333 Conte von Sebenico in Dalmatien. Die Unsicherheit besteht dadurch, dass es einen gleichnamigen Corner gab, Sohn des Leone, der 1322 als Gesandter in Ravenna und Forlì erscheint.

Scaligerikrieg (1336–1339), Podestà von Padua (1337–1338)

1336 nahm Corner am Krieg gegen die Scaligeri teil, der 1339 mit einem Sieg über Alberto II. und Mastino II. della Scala endete. Gemeinsam mit Andreasio Morosini kommandierte er die Kräfte, die zwischen dem 16. und dem 18. Oktober 1336 bis in die Unterstadt Paduas vordrangen.

Vom 1. September 1337 bis Ende Februar 1338 war er Podestà von Padua. Noch am 4. August 1337 war er in Venedig, als dort Marsilio da Carrara, der Gesandte der Scaligeri, im Geheimen die Übergabe Paduas aushandelte.

Conte von Zara (1344–1345), Duca di Candia (1347–1348), 3. Genuesenkrieg von 1350–1355 (1352)

Erst am 18. Juni 1340 taucht Corner wieder in den Quellen auf, als Schiedsrichter in einem nicht näher zu fassenden Zusammenhang. Dann erst wieder, diesmal durch die Wahl zum Conte des dalmatinischen Zara am 21. Juni 1344. Als Zara gegen Venedig revoltierte, am 14. Mai 1345, war er noch immer in diesem Amt. Mit den anderen Venezianern floh er in die Zitadelle, aus der er durch Pietro Canale befreit wurde, den die Republik mit fünf Galeeren gegen Zara ausgesandt hatte.

Wieder klafft eine zeitliche Lücke, die erst endet, als Corner von 1347 bis 1348 Duca di Candia war, also das venezianische Kreta regierte. Am 10. Mai 1350 ist seine Anwesenheit in Venedig dokumentiert.

Während des dritten Krieges gegen Genua bekleidete Corner höchste Ämter. Am 1. Mai 1352 beauftragten ihn die Rogati, die man später als Senatoren bezeichnete, mit vier Provveditori all’armata di mare, den Capitano generale Nicolò Pisani zu unterstützen. Der erste unter ihnen sollte Pisani notfalls vertreten. Gewählt wurden Marino Falier, Marino Grimani, Giovanni Dolfin (einer der Prokuratoren von San Marco) und Marco Corner. Die vier Männer brachen am 13. Mai mit erheblichen Geldbeträgen auf. Davon ließen sie vorsichtshalber einen Teil in Ragusa. Am 7. August erreichten sie die kretische Hauptstadt Candia, wo sie Pisani antrafen. Dieser teilte die Flotte auf, wobei einige Schiffe unter Falier fuhren, die andere unter Dolfin. Falier führte sechs Galeeren, die ins Schwarze Meer fuhren und dort mit Erfolg die Genuesen im Hafen von Kaffa attackierten. Mit der übrigen Flotte vereinten sich die Schiffe bei Zypern, von wo die Kriegsschiffe gemeinsam nach Venedig fuhren, wo sie gegen Jahresende ankamen.

Unterhändler am ungarischen, am kaiserlichen Hof in Wien (1353) und Mantua (1354)

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