An diesem Tag

Marcell Jansen

Deutscher Fußballspieler und -funktionär

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Marcell Jansen (* 4. November 1985 in Mönchengladbach) ist ein ehemaliger deutscher Profi-Fußballspieler und heutiger -funktionär. Er war während seiner Profikarriere für Borussia Mönchengladbach, den FC Bayern München, mit dem er 2008 das Double gewann, und den Hamburger SV aktiv. Mit der deutschen Nationalmannschaft nahm Jansen, der meist als Linksverteidiger oder im linken Mittelfeld eingesetzt wurde, an den Weltmeisterschaften 2006 und 2010 sowie an der Europameisterschaft 2008 teil. Im Sommer 2015 beendete er im Alter von 29 Jahren seine Profikarriere.

Jansen saß von Februar 2018 bis Januar 2024 im Aufsichtsrat der HSV Fußball AG und war von Ende März 2020 bis Ende November 2021 der Vorsitzende des Gremiums. Von Januar 2022 bis Februar 2023 übernahm er diese Aufgabe erneut. Vom 7. August 2021 bis zum 21. Juni 2025 war er zudem zum zweiten Mal Präsident des Hamburger SV e. V.

Vom SV Mönchengladbach wechselte Jansen 1993 in die Jugendabteilung von Borussia Mönchengladbach und durchlief alle Jugendmannschaften. Im Mai 2004 spielte Jansen erstmals mit den Amateuren in der viertklassigen Oberliga Nordrhein. Sein erstes Bundesligaspiel absolvierte er am 4. Dezember 2004 (16. Spieltag der Saison 2004/05) bei der 0:6-Niederlage im Auswärtsspiel gegen Hertha BSC. In der Winterpause der Saison 2004/05 verpflichtete ihn Dick Advocaat in den Profikader von Borussia Mönchengladbach. In der Rückrunde 2004/05 setzte er sich gegen seine Mitspieler Filip Daems und Mannschaftskapitän Christian Ziege durch und kam in jedem Spiel zum Einsatz. Sein erstes Bundesligator erzielte er am 3. April 2005 (27. Spieltag) beim 2:2 im Heimspiel gegen den VfL Bochum mit dem Treffer zum 2:0 in der 52. Minute. Am 14. Mai 2005 (33. Spieltag) trug er beim 0:0 im Heimspiel gegen Hertha BSC zum 15. Tabellenplatz und damit zum vorzeitigen Klassenerhalt gegenüber dem Ligakonkurrenten VfL Bochum bei.

In der Saison 2005/06, in der sich Borussia Mönchengladbach größtenteils in der oberen Tabellenhälfte befand und um die Europapokalränge mitspielte, bestritt Jansen 32 Bundesligaspiele (31-mal in der Startelf) und erzielte drei Tore. In der Saison 2006/07, in der die Borussia anders als in der Vorsaison durchgehend gegen den Abstieg spielte, absolvierte Jansen 23 Spiele und erzielte ein Tor. Nach sechs Spieltagen in der Startelf kam er für den Rest der Hinrunde nicht mehr zum Einsatz. In der Rückrunde absolvierte er alle 17 Spiele. Ausgewechselt wurde er einmal. Am Ende stieg Borussia Mönchengladbach als Tabellenletzter in die 2. Bundesliga ab.

Vor der Saison 2007/08 wechselte Jansen zum FC Bayern München und erhielt einen Vierjahresvertrag. Beim Rekordmeister war er zeitweise Stammspieler und stand vom 5. bis zum 11. Spieltag sowie vom 22. bis zum 34. Spieltag fast durchgehend in der Startelf. Vor dem ersten Bundesligaspiel am 11. August 2007 beim 3:0-Sieg im Heimspiel gegen Hansa Rostock bestritt Jansen drei Ligapokalspiele und eines von drei DFB-Pokalspielen. Des Weiteren bestritt er zehn UEFA-Pokal-Spiele. Am Saisonende gewann er mit die deutsche Meisterschaft und den DFB-Pokal. Im UEFA-Pokal hingegen schied er mit der Mannschaft im Halbfinale gegen den russischen Meister Zenit Sankt Petersburg aus.

Nach nur einem Jahr verließ Jansen den FC Bayern München und wechselte Ende August 2008 zum Ligakonkurrenten Hamburger SV, bei dem er einen bis 30. Juni 2013 gültigen Vertrag unterschrieb. Sein erstes Spiel für die Hanseaten absolvierte er am 30. August 2008 (3. Spieltag) beim 4:2-Sieg im Auswärtsspiel gegen Arminia Bielefeld. Am 22. Februar 2009 (21. Spieltag) gewann der Hamburger SV mit 2:1 bei Bayer 04 Leverkusen, beide Treffer erzielte Jansen – seine Premieren-Treffer und sein erster doppelter Torerfolg in der Bundesliga. Wettbewerbsübergreifend erzielte er vier Tore, gab fünf Vorlagen und belegte mit dem HSV den fünften Platz in der Meisterschaft, der zur Teilnahme an der Europa League berechtigte. Im UEFA-Pokal, dem Vorgänger der Europa League, stießen die Hamburger bis in das Halbfinale vor, in dem sie sich im Nordderby gegen Werder Bremen mit 3:3 aufgrund der Auswärtstorregel geschlagen geben mussten; Jansen hatte 11 der 14 Partien bestritten. Auch im DFB-Pokal schied er mit seinem Verein wieder erst im Halbfinale und erneut gegen Werder Bremen mit 1:3 im Elfmeterschießen aus.

Trotz einer Verletzung zu Beginn gilt die Saison 2009/10 als beste seiner Karriere: Jansen erzielte in 18 Ligapartien sechs Tore. In der Europa League erreichte der HSV erneut das Halbfinale, verlor aber nach dem 0:0 gegen den FC Fulham knapp mit 1:2 dort im Rückspiel; in diesem Wettbewerb erzielte er drei Tore in acht Spielen. In der Folgesaison waren Jansens Einsätze durch zahlreiche Verletzungen und Erkrankungen eingeschränkt, sodass er zwischen dem 9. und dem 20. Spieltag kein Spiel bestreiten konnte. Während Jansen nur zu 16 Spieleinsätzen kam und dabei zweimal traf, wurde Dennis Aogo sein Konkurrent in der Abwehr.

In der Spielzeit 2011/12 kam Jansen zu 29 Einsätzen, wobei er 26-mal in der Startelf gestanden hatte. Dabei setzte er sich zu Beginn der Saison gegen seinen Konkurrenten Aogo durch. Neben einer Vorlage nach der Einwechslung im ersten Spiel erzielte er fünf Tore. In der Saison 2012/13 bestritt er 28 Spiele in der Startelf, gab drei Vorlagen und erzielte einen Treffer. In der Saison 2013/14 beförderte der neue HSV-Trainer Bert van Marwijk Jansen als Ersatz für den verletzten Rafael van der Vaart zum Kapitän des HSV. Nachdem er unter Trainer Thorsten Fink in vier von sieben Spielen nicht zum Einsatz gekommen war, gelang Jansen im ersten Spiel unter van Marwijk beim 2:2 am 28. September 2013 (7. Spieltag) im Auswärtsspiel gegen Eintracht Frankfurt sein erstes Saisontor. Unter van Marwijk wurde Jansen nur bei einem Bundesligaspiel nicht eingesetzt. Kurz nach der Verpflichtung von Mirko Slomka fiel Jansen bis zum Saisonende aufgrund einer Verletzung im Länderspiel aus und kam daher nur auf 20 Einsätze nebst vier Vorlagen und einem Tor. Am 32. Spieltag gab er gegen den FC Augsburg sein Comeback. In jener Spielzeit stand er insgesamt in 21 Partien zum Einsatz. Der HSV belegte mit 27 Punkten den 16. Platz und qualifizierte sich für die Teilnahme an der Relegation, in der sich die Hanseaten gegen die SpVgg Greuther Fürth durchsetzten (0:0/1:1).

Eine Saison später kam er an den ersten beiden Spieltagen zum Einsatz, ehe er wegen eines Muskelfaserrisses im Adduktorenbereich ausfiel. In der Folge kam er bis zum elften Spieltag einschließlich in allen Partien zum Einsatz. Danach fiel er wegen Adduktorenbeschwerden für die restlichen Spiele der Hinrunde aus. Am 31. Januar 2015 absolvierte er am 18. Spieltag im Heimspiel gegen den 1. FC Köln seine Rückkehr. Vom 22. bis 27. Spieltag fiel Jansen wegen eines Muskelfaserrisses aus. Am 25. April 2015 gab er beim 3:2-Sieg am 30. Spieltag gegen den FC Augsburg sein Comeback, als er in der 67. Minute für Ivo Ilicevic eingewechselt wurde. Sein letztes Spiel als Aktiver absolvierte Jansen am 15. Mai 2015 am 33. Spieltag beim VfB Stuttgart; für das letzte Spiel gegen den FC Schalke 04 fiel er wegen einer Muskelzerrung aus. Der HSV belegte mit einem 2:0-Sieg am letzten Spieltag gegen den FC Schalke 04 den 16. Tabellenplatz und qualifizierte sich somit erneut für die Relegation, in der er sich gegen den Karlsruher SC durchsetzen konnte. Jansens Vertrag mit dem HSV lief bis zum 30. Juni 2015. Nach Auslaufen des Vertrages verließ er den Verein und gab im Alter von 29 Jahren im Juli 2015 sein Karriereende bekannt. Er verlautbarte, dass er Fußball nur noch als Hobby sehe und neue Projekte im Kopf habe, wie ein Start-up. Der ehemalige Nationalspieler und Sportdirektor von Bayer 04 Leverkusen Rudi Völler übte harsche Kritik an Jansens frühem Karriereende. Völler: „Dafür habe ich kein Verständnis. Wer so etwas macht, hat den Fußball nie geliebt“. Jansen: „Herr Völler hatte Recht, das Fußball-Geschäft habe ich nie geliebt aber akzeptiert, denn das Fußball-Geschäft hat mir vieles ermöglicht und dafür bin ich sehr dankbar! Dennoch kann ich sagen, dass mein Leben schon vor meiner Karriere als Profi mindestens genau so lebenswert war!“

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